GC-Trainer Forte

01. Dezember 2012 11:27; Akt: 01.12.2012 11:28 Print

«Die Situation ist zum Heulen»

Vor dem Derby spricht Uli Forte über die Welle an Trainerentlassungen. Es sei ein Armutszeugnis für den Schweizer Fussball. Aber genau das mache den FCZ brandgefährlich für das Duell mit GC.

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Am 21. Oktober 2013 entlässt der FC Sion Trainer Michel Decastel. In 12 Spielen der laufenden Saison hat er gerademal 11 Punkte ergattert. Noch am selben Abend kündigt Laurent Roussey seinen Trainerjob bei Lausanne und heuert zum zweiten Mal beim FC Sion an. Arno Rossini (r.) muss nach dem 0:5 Sions bei St. Gallen wieder gehen. Gennaro Gattuso (l.), der heimliche Chef, ist jetzt nur wieder Spieler. Neu wird Michel Decastel wieder übernehmen, dieser wurde am 31. Oktober 2012 nach rund sechs Wochen Arbeitszeit in Sion letztmals entlassen. Martin Rueda fliegt bei den Berner Young Boys am 7. April nach der 0:2-Heimpleite gegen Servette. Er wird bis Ende Saison von Bernard Challendes ersetzt. Ryszard Komornicki muss am 2. April nach dem 0:4 gegen Basel bei Luzern gehen. beim FC Sion nach rund zweieinhalb Monaten entlassen. nach nur 17 Runden beim FCZ wieder den Hut nehmen. nimmt am 20. November 2012 beim FC Thun den Hut. beim FC Sion entlassen. und ersetzt ihn wenig später durch Murat Yakin. muss seine sieben Sachen in Genf packen. Am 4. September 2012 gibt die Vereinsleitung die sofortige Entlassung des Portugiesen bekannt. Anfang September 2012 vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er beim FC Sion seinen Hut. bekannt. Yakin hatte sein Amt im Juli 2011 angetreten. gibt am 12. Mai 2012 seinen Rücktritt bekannt, nachdem seine Mannschaft mit 2:3 beim FC Luzern. Der ehemalige Basler Erfolgscoach kann aus YB auch kein Siegerteam formen - zumindest nicht in einigen Monaten. muss am 24. April seinen Posten räumen. Er wird durch seinen Vorgänger João Alves ersetzt. Die Rochade ist nicht nur sportlich begründet: Durch die Wiedereinsetzung Alves' haben die Genfer auch einen Gläubiger weniger am Hals. tritt beim FC Sion nach der 0:3-Heimpleite gegen FC Basel am 23.4.2012 überraschend zurück. Der Franzose im Mai derjenige Trainer geworden, der es am längsten unter Christian Constantin ausgehalten hat. geht bei GC rund 10 Tage zuvor auch freiwillig. Der Aargauer räumt am 14. April 2012 freiwillig seinen Stuhl, nachdem er unter dem neuen Präsidenten André Dosé sowieso nur bis im Sommer hätte bleiben dürfen. am 12. März 2012 per sofort beurlaubt. Interimistisch übernimmt der bisherige Co-Trainer Harald Gämperele die Mannschaft, bis eine neue Lösung gefunden wird. Der Portugiese wird nach dem Cup-Aus gegen Biel bei Servette entlassen. bei Xamax am 2. September 2011 bereits wieder freigestellt. Der Portugiese hat sich mit Klubbesitzer Bulat Tschagajew überworfen. Der Franzose (l.) fliegt bei Xamax schon nach dem 2. Saisonspiel (2 Niederlagen, 0:5 Torverhältnis). Mit Ciccolini entlassen die tschetschenischen Besitzer auch den gesamten Staff, unter anderem mit Sportchef Sonny Anderson (r.). ist sein Traineramt bei Neuchâtel Xamax nach nur 18 Tagen wieder los. Die neue russische/tschetschenische Führung will mit einem neuen Mann den Sturm auf Europa erreichen. Das war ein kurzes Gastspiel von bei Bellinzona. Am 21. März übernahm er das Amt, in zehn Partien gab es keinen Sieg und die ACB rutschte vom siebten auf den letzten Rang ab. Martin Andermatt soll es jetzt richten im letzten Saisonspiel. erwischte es drei Runden vor Schluss bei Xamax. musste seinen Stuhl am 8. Mai 2011 bei den Berner Young Boys räumen. wurde am 2. Mai in Luzern wegen Erfolglosigkeit und «Lämpen» mit Hakan Yakin gefeuert, nachdem er den FCL noch zur Herbstmeisterschaft geführt hat. musste am 21. März seinen Sessel bei der AC Bellinzona nach einer 0:1-Niederlage beim Schlusslicht FC St. Gallen räumen. Der 59-Jährige war seit April vergangenen Jahres im Amt. wurde bei St. Gallen nach einer 0:1-Niederlage gegen Thun entlassen. Forte war im Sommer 2008 nach Erfolgen beim FC Wil zum FCSG gestossen. hielt es nicht lange im Wallis aus. Im Februar 2011 musste er gehen. Seit Sommer 2010 war er im Amt. Laurent Roussey übernahm. Xamax sorgte für die erste Entlassung in der Saison 2010/11: flog, Didier Olle-Nicolle übernahm. Aeby hielt sich vier Monate auf dem Trainerstuhl. Das nächste Sion-Opfer: Immerhin hielt er sich 14 Monate im Amt, aber im Mai 2010 war Schluss. Für ihn kam Bernard Challandes. hielt sich ein halbes Jahr in Aarau. Dann wurde er im April 2010 durch Ranko Jakovlijevic ersetzt. Ausgetobt beim FCZ hatte im April 2010. Fast drei Jahre amtete der Jurassier meist erfolgreich in Zürich. Ersetzt wurde er durch Urs Fischer. Arrivederci hiess es im April 2010 in Bellinzona. Erst im November 2009 übernahm er sein Amt. Für ihn kam Roberto Morinini. blieb fast zehn Monate bei Xamax, ehe er Jean-Michel Aeby - dieses Mal alleine - Platz machen musste. Der Oktober 2009 bedeutete das Ende für bei Aarau. Er war vier Monate im Amt und wurde durch Martin Andermatt ersetzt. Das Duo hielt sich nur vier Monate auf der Trainerbank in Neuenburg. Dann übernahm im Juni 2009 Pierre-André Schürmann. Kein Glück beim zweiten Versuch mit GC: durfte nach zwei Jahren nicht mehr bleiben. Für ihn kam Ciriaco Sforza. Ausgeschrien bei Aarau hatte im Juni 2009. Nach einem Jahr übernahm Jeff Saibene. Ausgerechnet an Weihnachten 2008 präsentierte CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Sein Abenteuer endet schon im April 2009 wieder. Didier Tholot übernahm. wurde bei Xamax im Januar 2009 nach neun Monaten beurlaubt. Das Duo Jean-Michel Aeby und Alain Geiger übernahm. Sieben Monate dauerte die Amtszeit von bei Sion. Dann wurde er im Dezember 2008 abgesetzt. Constantin höchstpersönlich übernahm kurzfristig. hatte Vaduz in die Super League geführt, doch in der höchsten Klasse blieb der Erfolg aus. Hermann musste im November 2008 gehen. Pierre Littbarski übernahm. Im August 2008 musste bei Luzern seine Koffer packen. Für ihn kam Robert Morinini. Kaum hatte die Saison 2008/09 begonnen, flog schon der erste Trainer. Es war von YB. Fast zwei Jahre war er bei den Bernern Trainer. Nachfolger: Vladimir Petkovic. Der dritte Versuch von bei Sion dauerte neun Spiele. Im Mai 2008 endete dieser und Uli Stielike übernahm. Im Mai 2008 ist die Zeit von bei Thun zu Ende. Fast zwei Jahre blieb bei Xamax. Dann musste er im März 2008 gehen. Für ihn kam Nestor Clausen. überstanden als Bigon-Nachfolger nur acht Spiele, dann flogen sie im März 2008. Ein nächstes CC-Opfer: flog im Dezember 2008 nach gut zehn Monaten bei Sion. hatte bei St. Gallen nach 18 Monaten keinen Erfolg mehr. Er wurde im Oktober 2007 entlassen. Krassimir Balakov übernahm. Der Pole musste im Mai 2007 bei Aarau nach fünf Monaten wieder gehen. Für ihn übernahm Gilbert Gress. durfte nicht lange bei Thun bleiben. Nach elf Monaten musste er im März 2007 gehen. Jeff Saibene übernahm. Auch Stéphanes Vater hielt sich nicht lange: Im Februar 2007 musste bei Sion weg. Für ihn kam Alberto Bigon. Zwei Monate dauerte das Sion-Abenteuer von . Dann musste er im November 2006 Platz machen für Gabet Chapuisat. musste bei Aarau nach nur fünf Monaten im Oktober 2006 wieder gehen. Ruedi Zahner springt ein. Fast ein Jahr dauerte das Engagement von bei YB. Dann wurde er im Oktober 2006 durch Martin Andermatt ersetzt. Bei Sion muss im September 2006 gehen. Vier Monate hielt er es mit Christian Constantin aus. Für ihn kommt Frederic Chassot. Bei Xamax wird im Mai 2006 nach neun Monaten entlassen. Gerard Castella beerbt ihn. muss bei Sion im Mai 2006 seinen Hut nehmen. Er war gut acht Monate im Amt. Zeit beim FC Aarau läuft im April 2006 nach gut fünf Monaten ab. Urs Schönenberger kommt für ihn. Im April 2006 wird beim FC St. Gallen nach gut neun Monaten entlassen. Rolf Fringer übernimmt. Im Februar 2006 wird in Thun entlassen. Elf Monate war er dort tätig. Heinz Peischl kommt für ihn.

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Die bittere Erfahrung einer Kündigung hat auch Uli Forte schon machen müssen. Nach exakt 1000 Tagen im Amt wurde der Zürcher am 1. März 2011 in St. Gallen als Trainer entlassen. Rund ein Jahr später, am 16. April 2012 gab GC bekannt, dass Forte die Nachfolge von Ciri Sforza antreten wird. Auch deshalb hat Forte Mitgefühl für die entlassenen Trainerkollegen. Aber Forte missfällt allgemein die aktuelle Entwicklung in seinem Business.

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«Sieben Trainer in der Vorrunde bisher – das ist ein Armutszeugnis und nicht gut für den Schweizer Fussball. Wir sind auf dem Holzweg. Schade. Denn der Schweizer Fussball hat international enorm aufgeholt mit den Achtungserfolgen von Basel, YB und anderen Mannschaften in der Champions und auch Europa League in den letzten Jahren. Aber auf Führungsebene ist die Lage derzeit zum Heulen und gar nicht «swisslike», so der 38-Jährige aufgewühlt an der Pressekonferenz vor dem Derby gegen den FCZ am Freitag.

«Die FCZ-Spieler müssen Farbe bekennen»

Und auf das Spiel bezogen, sagt der GC-Trainer: «Die Geschehnisse der letzten Woche mit Trainerentlassung und Klubwechsel des Sportchefs beim FCZ machen den Gegner sehr gefährlich für uns. Aber wir müssen in unserer eigenen Welt bleiben, egal was in anderen Vereinen passiert». Es sei aber doch längst bewiesen, dass Trainerentlassungen auf Dauer nicht viel bringen und meist nur Strohfeuer sind. «Hoffentlich nicht am Sonntag. Dieses Strohfeuer wollen wir verhindern», so Forte, der einen motivierten und gefährlichen FCZ erwartet. «Die Spieler haben nun keine Ausreden mehr: Der Trainer ist weg und auch das letzte Alibi, der Sportchef, hat den Klub oder wird den Klub verlassen. Jetzt müssen sie Farbe bekennen.»

GC wird alles daran setzen, die Vorrunde mit einem Sieg abzuschliessen. Auf den inoffiziellen Titel des Wintermeisters gibt Forte nicht viel. «Für den Wintermeister können wir uns nichts kaufen: nada, rien, niente, zero. Aber wir wollen unsere hervorragende Vorrunde mit einem Sieg zum Abschluss krönen», sagt Forte, «und für meine Jungs wäre das der Lohn für die gute Arbeit, die sie bisher geleistet haben.»

(ete)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aleksandar Jasar am 01.12.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist die Wahrheit

    Ist es nicht so dass die Liga sich schneller weiterentwickelt als die Trainer?

    • Nein Garnicht am 01.12.2012 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht wirklich

      Nein, es ist nicht so. Es ist eher so, dass 7 von 10 Klubs, das Gefühl haben, dass sie in die obere Tabellenhälfte gehören und deshalb ein Grossteil hinter seinen Zielen herhinkt. Und wer fliegt als erster, wenn man die Ziele verfehlt im Fussball...? Ich finde es lächerlich, wenn Thuns Sportchef Gerber den 5. Rang als Ziel ausgibt und beim Misserfolg den Trainer rauswirft. Dabei hat er das Team mit zusammengestellt. Dasselbe in Genf und beim beim FCZ...

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  • Toni am 01.12.2012 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gehts nicht

    Ich glaube an Zürich wenn Canepa weg ist. Vorher wird definitiv gegen den Abstieg gekämpft. Siehe FCL, da nur Alpsteg was zu sagen hat, die, welche was vom Metier verstehen, müssen ruhig sein. Abgemacht war, dass Herr Alpsteg zahlt und sich ruhig im Hintergrund hält und nicht Woche für Woche das Team und den Trainerstab verunsichert.

  • Chrigu70 am 01.12.2012 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tränerwechsel

    Es ist dasselbe wie in der Industrie! Diejenigen die etwas zu sagen haben sind vielfach die Leute die keine Ahnung von der Sache haben! Nur weil sie die entsprechende Diplome oder Vitamin- B haben erhalten sie solche Jobs! Bevor solche Leute über ihre Untergebenen bestimmen können sollten die erst mal eine gewisse Zeit selber die Finger schmutzig machen! Dann, und erst dann wissen sie ungefähr von wass sie reden!

  • Nume GCZ am 01.12.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mir wänd de Derbysieg!

    Derbysieg! Vollgas, Jungs! I dere Stadt gits nur ein Verein! GC Züri!

    • Köbi am 01.12.2012 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Beinahe richtig

      Seit wann gehört Niederhasli zur Stadt Zürich. Aber du hast schon recht! Es gibt nur ein Verein, nur heisst der nicht GC :)

    • Derby Sieg am 01.12.2012 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Nume GC

      Nein, es gibt mehrere Vereine in der Stadt Zürich, GC ist aber der beste davon. Dieses "Nur mir sind Züri", kommt übrigens vom schwachen Selbstvertrauen von ännet den Geleisen ;)

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  • Etienne Rainer am 01.12.2012 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir wollen euch kämpfen sehn.....

    Es könnte gut sein, dass der FCZ gefährlich und bissig auftritt! Wenn man aber das Unvermögen der Mannschaft in den letzten Partien zur Rate nimmt, wird es einem Angst und Bange.... Forte hat recht, die Zeit der Ausreden ist vorbei, jetzt muss der FCZ Farbe bekennen, wir wollen euch kämpfen sehn Jungs !!!