Dimitar Rangelov

05. November 2012 20:01; Akt: 05.11.2012 20:04 Print

Luzerns kostspieliges Desaster

Zwei mickrige Tore hat Dimitar Rangelov in 15 Pflichtspielen für den FC Luzern erzielt. Diese Bilanz hätte wohl auch ein Platzwart mit etwas Training geschafft.

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Der FC Luzern verpflichtete im Sommer Angreifer Dimitar Rangelov. Der Bulgare soll für 400 000 Franken und gegen den Willen des damaligen Trainers Murat Yakin geholt worden sein. Am 3. Juli wurde der bulgarische Internationale vorgestellt. Der FCL ist seine achte Station in 13 Profi-Jahren. Zuvor spielte Rangelov bei Slawia Sofia, Strassburg, Aue, Cottbus, Borussia Dortmund und Maccabi Tel Aviv. Ehe der Stürmer zu Luzern kam, war er ein zweites Mal bei Cottbus, wo er in 30 Partien in der 2. Bundesliga 12 Tore erzielte. Für den FCL schoss Rangelov in bisher 15 Pflichtspielen zwei mickrige Tore. In der Liga bislang zum einzigen Mal am 11. August 2012 - per Penalty zum 1:1 gegen den FC St. Gallen. Der schlecht getretene Penalty des Bulgaren im Schweizer Cup war für Delsberg-Keeper Beat Weber ein gefundenes Fressen. Der letztjährige Cup-Finalist verlor die Partie und schied am 16. September 2012 sang und klanglos aus. Ein Kopfstoss gegen Mannschaftskollege Jérôme Thiesson im Training brachte Rangelov nach Rot im Europacup teamintern die zweite Verwarnung ein. Opfer und Täter mussten in Begleitung von Sportchef Heinz Hermann an einer Pressekonferenz Stellung beziehen. Rangelov entschuldigte sich bei der Mannschaft und bei Thiesson. Vom FCL wurde er gebüsst und (kurzfristig) vom Training suspendiert. Thiesson akzeptierte das Sorry, sagte aber nicht, ob er dem Bulgaren je verzeihen werde. Die Quittung der FCL-Fans: Rangelov wird bei seiner Einwechslung (69.) im Spiel gegen Servette (1:1) gnadenlos ausgepfiffen. Die vergebene Grosschance in der Nachspielzeit machte da das Kraut auch nicht mehr fett.

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Es war grausam anzusehen. Erst verstolpert Dimitar Rangelov beim 1:1 gegen Servette eine Vorlage von Lezcano, um wenige Minuten später seine Unzulänglichkeit noch zu überbieten. Unbedrängt setzt der Bulgare einen Kopfball in der Nachspielzeit neben das Genfer Tor. Das Positive an Rangelovs Auftritt am Sonntag: Er dauerte nur rund 20 Minuten und die Pfiffe bei seiner Einwechslung kamen nicht überraschend, zumal er die Sympathien der FCL-Fans schon lange verspielt hat.

Das Sündenregister ist lang: Zuerst waren da Rangelovs Ausraster und der Platzverweis, die den FCL die Teilnahme an der Europa League und Einnahmen in Millionenhöhe gekostet haben. Dann der verschossene Penalty gegen Delsberg, der das Aus im Schweizer Cup bedeutete. Schliesslich der unverzeihliche Kopfstoss gegen Jérôme Thiesson im Training. Dies alles steht im krassen Gegensatz dazu, was der Stürmer bei seiner Verpflichtung im Juli verprochen hat. «Ich will in der Schweiz mindestens soviel erreichen wie Petar Aleksandrov», sagte Rangelov. Zur Erinnerung: Aleksandrov wurde mit total 117 Toren dreimal Schweizer Torschützenkönig (Aarau, Xamax und Luzern).

Luzerner Misere in der Offensive

Die Verpflichtung des ehemaligen Dortmunders hingegen ist ein Desaster. Auch finanziell. Welcher Teufel hat den eigentlich pragmatischen Finanzchef Thomas Schönberger geritten, als er den Deal mit dem Bundesligisten und Rangelovs Manager, den er zufällig bei einer Bundesligapartie kennenlernte, eingefädelt hat? Das versprochene (noch nicht definitive) Freundschaftsspiel gegen den BVB kann kaum ein Argument gewesen sein. Oder doch? Die Verpflichtung des 29-Jährigen hat sich im Nachhinein als Bärendienst herausgestellt. Denn die Ablöse von 400 000 Franken und der geschätzte Lohn von rund 600 000 Franken (Zweijahresvertrag plus Option) ist verbranntes Geld.

Und mehr. Der Totalausfall des «Starstürmers» zwingt den FCL auf die Misere in der Offensive zu reagieren. So haben Sportchef Heinz Hermann und Trainer Ryszard Komornicki Ende Oktober Nico Siegrist zurückgeholt, der zuletzt an die Vereine Aarau und Bellinzona ausgeliehen war. Ausserdem sollen die Innerschweizer an João Paiva interessiert sein, den GC erst im Sommer 2011 vom FCL übernommen hat. Beim Leader hat der Offensivspieler einen schweren Stand und kam in der aktuellen Saison lediglich in zehn Partien (230 Minuten) zum Einsatz. Und es könnte für ihn noch enger werden: Die Zürcher wollen im Winter zusätzliche Verstärkung im Angriff verpflichten.

(ete)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • libertepergliultra am 06.11.2012 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fcl fan

    es geht halt ein bischen, bis das schlamassel welches vom trainer vom rheinknie erichtet wurde wieder behoben wird, also jetzt ianu unf paiva zurück holen, rangelov i.wo hin verschiffen, offensiv fussball zeigen..

  • fcl fan am 06.11.2012 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro rangwkov

    lasst doch den dimitar in ruhe, das er seine tore nicht macht okay, aber ist einer der technisch und spielinteligensten spieler vom fcl, sagt mir bitte wie viel mal hat lescano in den 90 minuten aufs tor geschossen ? das zeigt achon dir qualität von dimitar, lescano hat in delsberg das leere tor nicht gemacht, gegen basel ebenfals, in sion mit dem kopf aus 1 nem meternicht getroffen? das schreibt ihr nicht! zur EL, kann einer mir die garantie geben das wenn der fcl mit 11 mann fertig gespielt hätten das sie auch gewonnen hätten ? das einzige was man ihm vorweden kann ist die kopfnuss!

  • Rossonero am 06.11.2012 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Naja es ist doch immer das gleiche. Wenn Rangelov wechselt wird er wieder aufdrehen. Hat man schon oft genug gesehen, dass ein scheinbar schlechter Spieler in einem anderen Verein wieder aufblüht. Ich würde da keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die Schuld ausserdem nur auf ihn zu schieben finde ich auch falsch. Luzern sollte Delemont auch so schlagen können ohne auf einen Penalty angewiesen zu sein.

  • KvB am 05.11.2012 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCL 

    Wie recht hatte doch Bernhard Alpstaeg. Das war kein Stuss,was er da raus liess. Einfach nur lächerlich diese Mannschaft. Dennoch hat er die Grösse, sich dennoch für sein Gepolter beschwichtigend zu äussern und sich vor seine Mitarbeiter zu stellen. Wer diesen Mann kennt, weiss das er jederzeit immer wieder Hand für eine gütige Lösung bietet. Irgendwann man eben mal auf den Tisch klopfen. Hört doch einfach auf mit diesen Sprüchen,dass ein Mann in dieser Position das nicht darf.

  • Hans Peter-Hans am 05.11.2012 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Amateurfussball

    Und da spricht man in den medien von "fussballstars" ..pff in der schweiz gibts erwa eine handvoll davon.. Alles amateure.. Man sieht ja wie attraktiv der fussball ist.. Denn die stadien sind ja immer ausverkauft..

    • Fussballhockey am 06.11.2012 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Armer Fussball

      Da kann ich nur zustimmen!!

    • Hans Jürgen-hans am 06.11.2012 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wer weiss

      du weißt schon was Amateur heißt? die können alle von Fußball leben, also Profis! und so schlecht ist die Liga nicht. auch das Thema rangelov sehe ich anders. mag sein dass Er bald weg ist und als Flop abgetan werden muss. aber durchaus möglich dass er in der Rückrunde plötzlich anfängt Tore zu schiessen, wer weiss. :)

    • Keine Ahnung am 06.11.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hop Schwyz

      Im Verhältnis zur Bevölkerung hat die Schweiz einen hervorragenden Zuschauerschnitt.

    • Max Merkel am 06.11.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung..

      Dass das Niveau im CH-Fussball schwach ist, will ich nicht bestreiten. Aber der Zuschauerschnitt ist in Realtion mit den Einwohnerzahlen seit Jahren mitunter am Höchsten in Europa. Also schreib nicht so einen Stuss lieber Hanswurst.

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