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Theater ums Trikot
12. Oktober 2012 13:03; Akt: 12.10.2012 13:45 Print
Newcastle brüskiert seine Muslim-Profis
Der Premier-League-Club Newcastle United stellt mit einem neuen Sponsor seine Spieler muslimischen Glaubens vor Probleme. Es ist nicht der erste Verein, der mit einem Schriftzug für Aufsehen sorgt.
Umstrittene oder kuriose Trikotsponsoren.
Noch bis Ende Saison ziert das Logo der britischen Bank «Virgin Money» das Trikot von Newcastle United. Vor kurzem hat der Tabellenzehnte den Nachfolger enthüllt und dies hat eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Die «Magpies» werden den Schriftzug des umstrittenen Kleinkreditunternehmens «Wonga» auf der Brust tragen.
Für Demba Ba, Papiss Cisse, Cheick Tiote und Hatem Ben Arfa, Newcastle-Kicker muslimischen Glaubens, könnte dies ein Problem darstellen. Die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, lehrt nämlich, dass das Verdienen an Zinsen auf Geld nicht erlaubt ist. Damit soll erreicht werden, dass die Bedürftigen vor Ausbeutung geschützt werden.
Und die Zinsen bei «Wonga» sind horrend. Die britische Daily Mail rechnet den Fussballfans das Ganze wie folgt vor: Würde sich ein Newcastle-Anhänger Geld für ein Trikot - das wären umgerechnet rund 75 Franken - leihen, müsste er nach einem Monat eine Summe von 108 Franken zurückbezahlen. Zwischen acht und fünfzehn Millionen Pfund lässt sich das Unternehmen, das auch schon den FC Blackpool (2. englische Liga) und die Hearts Of Midlothian
Newcastle-Kicker können sich frei entscheiden
Ob Demba Ba, Papiss Cisse, Cheick Tiote und Hatem Ben Arfa mit der Aufschrift spielen werden, ist noch unklar. Fakt ist: Auch wenn es gemäss der Scharia gegen den Glauben ist, der Islam verbietet es den Kickern nicht. Dies bestätigt der Dachverband der britischen Muslime. «Einerseits gibt es die religiösen Richtlinien. Andererseits ist es jedem selber überlassen, wie er diese Richtlinien befolgen will», erklärt Shaykh Ibrahim Mogra, stellvertretender Generalsekretär des MCB.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein muslimischer Spieler auch mit einem logofreien Shirt auflaufen kann. Federic Kanoute, ehmaliger Stürmer vom spanischen Erstligisten FC Sevilla und gläubiger Moslem, wollte 2006 nicht für einen Internet-Wettanbieter (888.com) werben, da seiner Meinung nach der Koran Wettspiele verbietet. In Absprache mit dem Sponsor und seinem Arbeitgeber wurde die Aufschrift während Spielen abgeklebt.
Egal wie das Ganze ausgeht: Die kontroverse Zusammenarbeit hat auch ihr Gutes: «Wonga» lässt Newcastle United kommende Saison wieder im historischen St. James Park spielen. Dies obwohl das Kreditunternehmen auch das Recht auf den Stadionnamen erworben hat. Warum das Unternehmen auf den Stadionnamen verzichtet, bleibt indes unklar. Zu vermuten ist, dass der Online-Finanzdienstleister damit seinen in Grossbritannien umstrittenen Ruf verbessern will. Seit November 2011 trägt die Spielstätte der «Magpies» den Namen Sports Direct Arena.
Kuriose und lustige Beispiele aus Deutschland
Seit es Trikotsponsoring im Fussball gibt, haben schon viele kuriose, skandalöse oder auch einfach nur lustige Firmen die Brust der Fussballer geziert. Etwa 1973 in Deutschland, als der Schnapshersteller «Jägermeister» als einer der ersten Sponsoren mit Eintracht Braunschweig ins Geschäft kam - das für gerademal 200 000 Deutsche Mark.
Ebenfalls mit Alkohol geworben hat der FC St. Pauli. «Jack Daniels» war einst auf der Brust des heutigen Zweitligisten zu lesen. Nicht mit Hochprozentigem, aber dennoch auf eine kuriose Art und Weise hat Fortuna Düsseldorf 2001 Werbegeld kassiert. Die Toten Hosen haben ihrem Lieblingsverein - damals in finanziellen Nöten - ihr Totenkopf-Logo verkauft. Zuletzt sorgte Werder Bremen für Zündstoff, als der Bundesligist die Zusammenarbeit mit «Wiesenhof» bekanntgab, einem in der Kritik stehenden Geflügelproduzenten.
Welche Vereine sonst noch mit strittigen Firmen kooperierten oder mit - ungewollt - lustigen Schriftzügen auf der Brust für Aufsehen sorgten, sehen Sie in der Bildstrecke oben.
(als)
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Alle 52 Kommentare

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schlimm
die probleme... jaja.... die spielen ja auch nicht für ein zuckerbrot
So ein Quatsch
Ich glaube kaum, dass dies ein Problem darstellt. Immerhin, haben die Kicker ein Anstellungsverhältnis mit ihren Vereinen und diese fällen Entscheidungen betreffend Sponsoren. Da ist nicht der jeweilige Träger des Tricots verantwortlich, auch nicht vor Gott.
Journalismus?
Ist Journalismus auf noch tieferem Niveau überhaupt noch möglich?