Trotz starker Bilanz

15. November 2012 15:15; Akt: 15.11.2012 16:25 Print

«Wenn die Situation so bleibt, wird es schwierig»

von Eva Tedesco, Sousse - Die Nati schliesst mit dem 2:1-Sieg in Tunesien das erfolgreichste Jahr unter Trainer Hitzfeld ab. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf.

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Ottmar Hitzfeld schaut auf sein erfolgreichstes Amtsjahr als Schweizer Nati-Trainer zurück. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Sechs Siege, ein Remis und nur zwei Niederlagen. Das sind die Zahlen zu den neun Länderspielen im Jahr 2012 der Schweizer Nationalmannschaft. Es ist das erfolgreichste Jahr von Ottmar Hitzfeld, seit er das Amt im Sommer 2008 von Köbi Kuhn übernommen hat.

2009 hat die Nati neun Spiele absolviert und von möglichen 27 Punkten 16 geschafft (4 Siege, vier Remis, eine Niederlage). Im darauf folgenden Jahr hat die A-Auswahl zwölf Partien bestritten, davon aber lediglich drei gewonnen, viermal unentschieden gespielt und in fünf Spielen den Erfolg dem Gegner überlassen müssen. 2011 waren es vier Siege, vier Remis und eine Niederlage in neun Spielen.

So gut wie seit 20 Jahren nicht mehr

Die Nati erzielte im abgelaufenen Fussballjahr so viele Tore wie seit 20 Jahren nicht mehr: 19 Tore in neun Partien. Das gibt einen Schnitt von 2,11 Treffern pro Spiel. Eine Quote, die keine Auswahl mehr seit 1992 erreicht hat, der Trainer hiess damals Roy Hodgson.

Chapuisat, Knup, Türkyilmaz und Co. schossen ebenfalls 19 Tore, brauchten dafür aber lediglich acht Partien, was einen Durchschnitt von 2,37 ergibt. Der Lohn: Die Nati qualifizierte sich für die WM-Endrunde 1994 in den USA. Auf gutem Weg an eine Endrunde, jener in Brasilien 2014 ist auch die aktuelle Nationalmannschaft. Die Equipe von Ottmar Hitzfeld überwintert in der Gruppe E als souveräner Leader mit drei Punkten Vorsprung auf Verfolger Norwegen und musste in den ersten vier Qualifikationspartien lediglich einen Treffer hinnehmen.

Es hat sich ein Stamm herauskristallisiert

«Ich bin natürlich sehr zufrieden mit diesem Jahr», bilanziert Hitzfeld nach dem Sieg im letzten Spiel in Sousse. «Das Wichtigste war, dass wir in den Qualifikationsspielen zehn Punkte geholt haben und auch in den Freundschaftsspielen Konstanz gezeigt haben. Wir sind in der Offensive besser geworden, konnten im spielerischen Bereich Fortschritte machen und wir haben auch nicht viele Gegentore kassiert.»

Der entscheidende Pluspunkt: Nach den Rücktritten namhafter Internationaler wie Alex Frei und Marco Streller, aber auch Stéphane Grichting und Ludovic Magnin und dem daraus resultierendem Umbruch im Juni 2011 hat sich die Mannschaft nun gefunden.

Einsatzzeiten in den Klubs geben zu denken

Hitzfeld weiss, dass er auf Spieler wie Inler, Benaglio, Von Bergen, Lichtsteiner, Shaqiri, Xhaka, Barnetta, Behrami, Rodriguez, Derdiyok und auch Djourou bauen kann, obwohl nicht alle regelmässig in ihren Vereinen zum Einsatz kommen. «Aber es ging im abgelaufenen Länderspieljahr auch darum, Alternativen zu schaffen. Denn die Qualifikation ist noch lang und es kann sich einer verletzen, gesperrt sein oder aber auch im Klub wenig zum Einsatz kommen.» Eine Situation, die dem Nati-Trainer zu denken gibt.

In Tunesien standen lediglich drei Akteure (Ziegler, Lichtsteiner, Inler) in der Startelf, die in ihren Klubs zu den Titularen gehören. «Wenn die Situation so bleibt, wird es schwierig», so Hitzfeld, «dann müssen wir die ganze Situation neu überdenken.»

Positiver Aus- und Rückblick

Das hat nun Zeit bis Februar, wenn der erste Test im 2013 ansteht, ehe es im März in Zypern mit der WM-Qualifikation weitergeht. In dieser Winterpause kann die Nati das Gefühl eines positiven Abschlusses geniessen und mit Zuversicht in die Zukunft schauen – das war vor einem Jahr noch ganz anders.

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Nati-Captain Gökhan Inler ist stolz auf seine Mannschaft und die Fortschritte im Jahr 2012. (Video: 20 Minuten Online)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hopp Schwiz am 16.11.2012 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    klar helfe ich immer der Schweiz. Aber unsere Nati lebt momentan, oder seit Hitzfeld da ist, nur von Weitschüssen und Standarts. Und so leid es mir tut, die beiden Tore gegen Tunesien gehen auf den Tunesischen Torwart. Man hat ja z.B. gesehen was passiert wenn es so nicht klappt. Man verliert gegen Luxembourg 1:2 Man schlägt diese zwar in Luxembourg 3:0, aber die Tore vielen durch Eckbälle. Irgendwann gehen solche Tore nicht mehr rein. Und ich bin sicher, dass es noch in dieser Quali sein wird. Wir hatten immer Glück mit der Auslosung. Wären wir in der Gruppe mitÖsterreich wäre Lichterlöschen

  • Michael Ambühl am 16.11.2012 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Defensiver Rückhalt

    Salatic aufbieten!! Das wäre die perfekte entlastung für die überforderten Verteidiger wie Djourou.

  • Etienne Rainer am 15.11.2012 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Potential ist da, aber.... 

    Ja die Bilanz ist gut, besser als in den Jahren zuvor. Doch Trainer Hitzfeld ist gut beraten, wenn er seine Spieler dahingehend pusht, lieber den Verein zu wechseln, als nur auf der Ersatzbank zu sitzen. Kein noch so talentierter Fussballer, kann eine Topleistung abrufen, ohne Spielpraxis. Dieser Faktor könnte zum grössten Handicap mutieren, wenn man keine Konsequenzen zieht. Das Potential ist in diesem jungen Team vorhanden, wenn man die richtigen Schlüsse zieht und optimale Voraussetzungen ermöglicht....

  • okk am 15.11.2012 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    aha liebe 20min yann sommer ist nicht stammspieler bei basel??

    • flo am 15.11.2012 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...

      und klose nicht zu vergessen. er hat noch keine minute gefehlt

    • dominic am 15.11.2012 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...

      sommer und klose gehören nicht zu den stammspieler

    einklappen einklappen
  • Est.R. am 15.11.2012 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manche sind nie zufrieden...

    Es tut mir leid, wenn ich hier Bubenträume zerstören muss, aber die Schweiz wird niemals DIE Fussballnation sein... Es ist schon überaus erfreulich, dass die Nati eine solche Saison hinlegen konnte, aber natürlich ist Herr Fussballkenner auch da nicht zufrieden. Man darf die Schweiz nicht mit Nationen wie Spanien, Argentinien oder Holland messen, sondern eher mit ihrem alten Niveau. Wer tollen Weltklassefussball sehen will, hat bei der Schweizernati nicht viel verloren. Also lasst uns stolz sein darauf, wie sich die Nati gemacht hat.