Nach 57 Tagen

30. Oktober 2012 10:53; Akt: 30.10.2012 17:13 Print

Decastel bei Sion entlassen

In Sitten hat es den nächsten Trainer erwischt. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Michel Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann.

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Smajic springt im Wallis wieder ein. Er war bereits 2004 für vier Monate Trainer. Eigentlich hätte Claudio Gentile den FC Sion ab der Saison 2104/15 trainieren sollen, doch der Italiener taucht im Wallis nicht auf. Chassot wird zum neuen Übungsleiter ernannt. Sein Problem: Er besitzt nur das A-Diplom und nicht die für die Super League nötige Uefa-Pro-Lizenz. Christian Constantin hat eine Lösung gefunden: Dries, der bereits 1998 Sion-Coach war und eine Uefa-Pro-Lizenz besitzt, unterstützt Chassot. Claudio Gentile (2.v.l.) hätte am 9. Juni beim FC Sion anfangen sollen. Doch der Italiener tauchte nicht auf. Hier auf einem älteren Foto von 2002 (2.v.l.). Rechts neben ihm steht der junge Bernard Challandes, der auch schon unter Constantin als Trainer gedient hat. Auf die Rückrunde der Saison 2013/14 übernimmt Ponte von Laurent Roussey. Für den 58-jährigen Aargauer ist Sion die erste Station in der höchsten Schweizer Spielklasse seit dem FC Luzern in der Saison 2001/2002. Doch am Ende der Saison erhält Ponte keinen neuen Vertrag. Roussey wird von «CC» auf die Strasse gestellt. Fünf Niederlagen in Serie und das frühe Cup-Aus in Luzern sind dem Sion-Boss zu viel. Decastel übernimmt den Posten von Rossini. Er selbst wurde erst im letzten Oktober nach 57 Tagen im Amt als Sion-Trainer entlassen. Das nächste Mal Schluss ist aber bereits wieder am 21. Oktober 2013, nachdem er mit den Sittenern in 12 Spielen nur 11 Punkte holen konnte. Rossini hat die nötige Uefa-Pro-Lizenz und wird den FC Sion zusammen mit Spielertrainer Gennaro Gattuso coachen. Er fliegt am 13. Mai 2013 bereits wieder. Gattuso bleibt dem Verein als Spieler erhalten. Gattuso waltet als Spielertrainer im Wallis. Erst wird ihm wegen der fehlenden Lizenz Arno Rossini zur Seite gestellt, dann wird er wieder zum Spieler degradiert. Muñoz übernimmt die Nachfolge von Pierre-André Schürmann, kann sich aber nur gut zwei Monate halten. Schürmann erhält nur einen befristeten Vertrag bis zum Ende der Hinrunde. Nach fünf Spielen verzichtet CC auf eine Verlängerung. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann. Nach einem 0:3 gegen den FC St. Gallen hält Fournier vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er seinen Hut. Petkovic verlor drei seiner vier Spiele als Sion-Trainer, konnte die Walliser in der Barrage gegen Aarau aber dennoch vor dem Abstieg retten. Ein Angebot von Lazio Rom war schliesslich verlockender, als unter Constantin zu arbeiten. Roussey hielt es über 400 Tage unter der Herrschaft Constantins aus, dann trat er völlig überraschend zurück. Der entlassene FCZ-Meistertrainer hielt es im Wallis nicht lange aus. Der Franzose ist im Wallis kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 stürmte er für Sion und 2003 war er als Spielertrainer tätig. Zermatten war schon nach dem Krankschreiben von Stielike im Trainerstab und ist mit Barberis gleichberechtigt. Ausgerechnet an Weihnachten präsentiert CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Stielike wurde von Constantin lange in Ruhe gelassen. Mitte November wurde Stielike aber «krank» und CC übernahm auch noch den Trainerposten. Bigon sprang wieder einmal als Notnagel ein und durfte dieses Mal neun Spiele an der Seitenlinie stehen. Nur acht Spiele überlebte das Duo. Nach Meinungsverschiedenheiten holte Constantin Bigon an die Seitenlinie zurück. Constantin gab Bigon bei seinem zweiten Versuch ungewöhnlich viel Zeit. Am Ende wurde auch er seines Postens enthoben. Gabet Chapuisat war das letzte Opfer von Sion-Präsident Constantin in der Entlassungsserie der Saison 2006/07. Marco Schällibaum musste den Trainerstuhl nach zwei Monaten bereits wieder räumen. Moulin kommt nochmals zum «Handkuss». Didier Tholot übernahm noch im selben Jahr. Bereits im November wird ihm Guy David als Assistent zur Seite gestellt - kurz darauf mit Ami Rebord ein dritter Trainer. Im Mai werden alle drei rausgeworfen. 2003 kommt Constantin zurück und stellt als ersten (und insgesamt neunten) Trainer Charly Rössli ein. Richard zum dritten - und vorläufig letzten Mal: Constantin gab 1997 das Sion-Präsidium ab. Richards zweites Engagement unter Constantin. In Constantins erster Amtszeit (1992-1998) wurde Trossero als Erster ersetzt.

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Erst 14 Runden sind in der Super League gespielt. Sion belegt in der Rangliste mit sieben Punkten Rückstand auf Leader GC und deren sechs auf den nächsten Gegner St. Gallen den dritten Rang. Und doch zog es Präsident Christian Constantin vor, abermals den Trainer zu wechseln. Nachdem am 3. September Sébastien Fournier trotz des gelungenen Starts (anfänglich Leader, 16 Zähler aus acht Spielen) zurückgetreten war, wurde dessen Nachfolger Decastel der klar schwächere Punkteschnitt (neun Zähler aus sechs Spielen, dazu ein 1:0 im Cup gegen Zweitligist Richemond) zum Verhängnis. Zuletzt gab es unter dem 56-jährigen Neuenburger in Thun und gegen Lausanne jeweils nur ein 1:1.

«Als Folge der mittelmässigen Resultate der letzten Wochen hat Christian Constantin kürzlich die Profis getroffen. Dabei konnte er Meinungsverschiedenheiten und Spannungen zwischen Team und Trainer Michel Decastel feststellen», begründete der Walliser Verein den zweiten Trainerwechsel der Saison auf seiner Homepage. Bis zur Winterpause stünden noch zwölf Punkte in der Super League und ein Platz im Achtelfinal des Schweizer Cups auf dem Spiel. «Um im Meisterschaftsendspurt im Frühling gut klassiert zu sein, muss der FC Sion seine Leistungen zwingend verbessern.»

Der 27. Trainer unter Constantin

Dies soll nun unter Pierre-André Schürmann geschehen. Der 52-jährige Unterwalliser, der 27. (!) Trainer unter Präsident Constantin, hat zuletzt als Nachwuchstrainer des ukrainischen Erstligisten Tawrija Simferopol gearbeitet. Constantin hat mit seinem Wunschkandidaten, wie es übrigens bereits Decastel war, einen befristeten Vertrag bis Ende Jahr abgeschlossen. Danach entscheiden die beiden Parteien, ob die Zusammenarbeit fortgesetzt wird - sofern dies Constantin im Alleingang nicht schon vorher erledigt. Erstmals öffentlich äussern werden sich Constantin und Schürmann am Mittwochnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz (13.30 Uhr im Tourbillon).

Schürmann spielte als Aktiver zu Beginn seiner Karriere unter anderem für Sion, allerdings für das damalige Nationalliga-C-Team der Walliser in der Nachwuchsmeisterschaft. Zwischen 2001 und 2009 arbeitete er als Coach verschiedener Nachwuchsauswahlen (u.a. im Staff der U17-Europameister 2002) für den Schweizerischen Fussballverband, in den letzten beiden Jahren als Cheftrainer der U21. Seine Sternstunde als Klubtrainer hatte Schürmann 1999 erlebt. Mit Lausanne gewann er den Cupfinal gegen GC. Durch ein 2:5 gegen den direkten Konkurrenten Servette verspielten die Waadtländer dafür in der letzten Partie der Finalrunde den achten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Erfahrung mit als charakterlich schwierig geltenden Präsidenten kann Schürmann, der zuletzt in der Endauswahl bei der Trainersuche von Servette stand, bereits vorweisen. In der Saison 2009/10 war der Romand nach vier Niederlagen in Folge vom damaligen Präsidenten Sylvio Bernasconi bei Xamax entmachtet worden.

Super League

Datum Spiel Resultat
25.10.14  Thun - Aarau 0:0 (0:0)
25.10.14  Basel - Sion 1:1 (0:0)
26.10.14  Vaduz - Grasshoppers 16.00
26.10.14  Zürich - St. Gallen 16.00
03.12.14  Luzern - Young Boys 19.45
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Zürich 12 8 2 2 24 : 12 26
2. Basel 13 8 2 3 26 : 17 26

3. Thun 13 6 4 3 21 : 17 22
4. St. Gallen 12 6 3 3 21 : 15 21

5. Young Boys 12 5 3 4 20 : 16 18
6. Aarau 13 3 6 4 14 : 17 15
7. Sion 13 3 4 6 11 : 15 13
8. Grasshoppers 12 3 2 7 13 : 22 11
9. Vaduz 12 2 4 6 8 : 18 10

10. Luzern 12 0 6 6 12 : 21 6

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karsten am 30.10.2012 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schonwieder

    Das Sion immernoch Trainer bekommt ist zu bestaunen. Ich würde da nicht freiwillig arbeiten wollen.

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  • Rico 3110 am 30.10.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Ein Wunder findet CC überhaupt noch jemanden, der mit ihm zusammenarbeiten will. Der Job als Trainer bei Sion ist keine Referenz. Wie wäre es wenn mann CC mal in die Wüste schicken würde. Geht nicht er ist ja der grosse Geldgeber. Einmal mehr ein Beweias : Geld regiert die Welt

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  • Simon Marti am 30.10.2012 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Befristete Verträge :D

    Man kann ja beim FC Sion gerade befristete Verträge für Trainer von 3 Monaten anbieten hahaha

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karsten am 30.10.2012 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schonwieder

    Das Sion immernoch Trainer bekommt ist zu bestaunen. Ich würde da nicht freiwillig arbeiten wollen.

    • f meier am 31.10.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      Halb so schlimm

      Ich schon. Wäre es nicht schön, ein paar Wochen Trainer zu sein, um dann mit einer Abfindung in den Urlaub zu fahren? Ich bewerbe mich gleich jetzt. Sehr lange kann es ja nicht dauern bis zum nächsten Wechsel.

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  • Advocatus Diaboli am 30.10.2012 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Trainerverschliess-Gebühr

    Es wäre an der Zeit eine Trainerverschleiss-Gebühr einzuführen. Da so vorwiegend von CC bezahlte Geld könnte in die psychiatrische Betreuung stellenloser Trainer investiert werden. Dies würde wenigstens die AlV etwas entlasten.

  • Paulo am 30.10.2012 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sion entlässt Trainer?

    Wird sicher nicht einen Drittel der Kommentare hier geben wie zuvor beim FCB.

  • Oswald Müntener am 30.10.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Denn nützen wird auch dieser Wechsel nichts...

  • Jürg Mong am 30.10.2012 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid!

    Als Decastel eingesetzt wurde habe ich hier meine Bedenken angemeldet, er ist ein emotionsloser Theoretiker und somit nicht der richtige Mann für Sion. Ich habe Recht behalten und bin über die neue Personalie froh, André bringt Feuer mit und das braucht es nun mal im Wallis. CC hat mit der Verpflichtung von Decastel einen Fehler gemacht und korrigiert diesen. Das ist gut so und spricht für ihn. Nicht zuwarten sondern handeln. Wer das nicht versteht, soll in seiner eigenen "ach-du-schöne-heile-Welt" leben und nicht immer die Macher rügen.

    • Paulo am 30.10.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

      komischer Macher

      ja ja, man kann ja CC als Macher deklarieren, was ihn jedoch nicht fähiger macht. Ach so, er war nicht der richtige Mann und wer genau hat diesen nicht richtigen Mann angestellt und dies, nachdem er schon mal vor Jahren Trainer bei Sion war. Also, lebe du nur weiter in deiner "ach-du-nicht-so-schöne-Welt" und glaube daran, dass es besser wird.

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