Meisterrennen

06. Februar 2010 15:24; Akt: 06.02.2010 15:24 Print

«7 Punkte sind schneller weg als U2-Tickets»«7 Punkte sind schneller weg als U2-Tickets»

von Patrick Toggweiler und Reto Fehr - Die Rückrunde der Axpo Super League startet mit dem Kracher schlechthin: Verfolger Basel empfängt Leader YB. Das Meisterrennen wird mit einem Kickstart lanciert. Was spricht für die Berner, was für den FCB? Ein Streitgespräch.

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Basel oder YB: Wer erwischt den besseren Start ins Meisterrennen?

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YB grüsst nach der Hälfte des Pensums als Leader der Axpo Super League mit sieben Punkten Vorsprung auf Basel. Der Ligakrösus will dieses Handicap schon am ersten Spieltag der Rückrunde fast halbieren. Ob die Vorentscheidung bei danach noch 17 ausstehenden Spielen schon fällt, darf bezweifelt werden. Aber: Der Sieger der Partie hat zumindest das Momentum auf seiner Seite. Die 20-Minuten-Online-Redakteure Patrick Toggweiler und Reto Fehr haben sich ihre Meinung über den Meisterschaftsausgang gebildet. Einen Konsens finden sie nicht.

Patrick Toggweiler: Also Reto, wer hat im Meisterrennen die Nase vorn?

Reto Fehr: YB wird sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Sieben Punkte müssen reichen.

Patrick Toggweiler: Die sieben Punkte sind aber schneller weg als Tickets fürs U2 Konzert, wenn die Spieler mit dem Kopf nicht bei der Sache sind. Und gerade bei den Leistungsträgern Doumbia und Yapi wage ich das zu bezweifeln. Ich glaube Basel macht das Rennen.

Reto Fehr: Noch schneller als die sieben Punkte sind Basels Titelhoffnungen weg, wenn sie am Sonntag zum sechsten Mal in Serie gegen YB verlieren. Die Berner kann man nicht auf diese zwei Spieler reduzieren.

Patrick Toggweiler: Kommende Abgänge, Transferpoker und Gespräche beim Hauptkonkurrenten tangieren das gesamte Mannschaftsgefüge - nach aussen wird das klein geredet. Kein Sportverein präsentiert dem Gegner seine Achillesverse freiwillig. Ausserdem findet jede Serie einmal ein Ende - diese hier am nächsten Sonntag. Streller und Frei haben sich in der Vorrunde warm geschossen und sie stürmen mit dem Antrieb der letzten Hoffnung. Ein Sieg gegen YB und das Basler Selbstbewusstsein schiesst wieder durch die Decke. Bei YB dagegen droht ein sensibles Gefüge einzustürzen.

Reto Fehr: Sensibles Gefüge? Schon als es im Herbst in der zweitletzten Runde zum Direktduell kam, sahen viele das YB-Schiff bereits untergehen. Die Berner hatten zuvor 1:3 gegen Sion verloren, der FCB war seit zwei Monaten national ungeschlagen (sieben Siege, ein Remis) und hatte die Aussicht bei einem Sieg bis auf einen Punkt zu YB aufzuschliessen. YB siegte 2:0. Kommende Abgänge beeinflussen jedes Team, das ist nicht wegzudiskutieren. Aber Für Doumbia hagelte es ja fast während der gesamten Vorrunde Angebote in Millionenhöhe, trotzdem blieb der Verein und der Spieler ruhig. Ich sehe den Vorteil beim Rückrundenstart klar bei den Bernern. Vergiss nicht: Basel steht das Wasser bis zum Hals. Es gibt nur «do or die» für den FCB. YB hat bei einer allfälligen Niederlage immer noch vier Punkte Vorsprung.

Patrick Toggweiler: Aber Du merkst selbst: Deine Argumentation fusst alleine auf den sieben Punkten Vorsprung. Sportliche Argumente fehlen - weil das Momentum für Basel spricht.

Reto Fehr: Ein 2:0-Sieg gegen Basel trotz schlechten Vorzeichen im November und Doumbias 17 Tore in 16 Partien während Millionengebote fast wöchentlich eintreffen sind sehr wohl sportliche Argumente. Ich frage mich, ob am Ende die kommende WM die Entscheidung mitbeeinflusst. Würdest Du wenige Wochen vor dem möglichen Karrierehighlight Kopf und Kragen für den nationalen Meistertitel riskieren? YB hat aktuell keinen Nati-Spieler mit Stammplatzaussichten. Bei Basel mit Frei, Huggel, Stocker und Streller sind es vier.

Patrick Toggweiler: Frei wird nach Südafrika fahren, da magst Du Recht haben, aber Streller muss sich noch beweisen. Frei, Nkufo, Derdiyok und Bunjaku stehen ihm vor der Sonne. Der wird noch einen Gang zulegen. Ausserdem traue ich der Mannschaft im Nervenkitzel im Endkampf mehr zu als den Bernern. Basel holt den Kübel.

Reto Fehr: In einer möglichen Finalissima sehe ich die Vorteile auch auf Basler-Seite. Aber: YB macht den Sack vorher zu. Das lange Warten der Berner auf einen Titel wird im Sommer enden.

Patrick Toggweiler: Wir werden sehen

Reto Fehr: Ja, wir werden sehen.
Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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