Schiri-Affäre

04. März 2010 12:00; Akt: 04.03.2010 12:09 Print

Zwanziger droht im «Fall Amerell» mit Rücktritt

Im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell wegen angeblicher sexueller Belästigung droht Theo Zwanziger mit Rücktritt. «Wenn wir diesen Prozess verlieren, muss ich als DFB-Präsident zurücktreten», sagte Zwanziger.

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Der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes geht davon aus, dass es nicht zu einem Prozess kommt. Das Münchner Landgericht verhandelt seit gestern Amerells Antrag auf Unterlassung. Danach soll der DFB nicht mehr öffentlich behaupten dürfen, der frühere Schiedsrichter und Funktionär habe in der Vergangenheit mehrere Unparteiische bedrängt und/oder belästigt.

Der DFB hatte den «Fall Amerell» bereits vor zwei Wochen abgeschlossen und geht davon aus, dass der Eilantrag abgelehnt wird. Sollte der ehemalige Schiedsrichter Recht bekommen, hält Zwanziger Konsequenzen für unvermeidbar.

Den «Fall Amerell» hat FIFA-Schiedsrichter Michael Kempter im Dezember 2009 ins Rollen gebracht. Vier weitere Referees haben Amerell schwer belastet und Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Übergriffe per eidesstattlicher Erklärung festgehalten. Amerells Anwalt wirft dem DFB vor, Fakten zu verschweigen und zu vertuschen, und verlangt Akteneinsicht. Amerell war am 12. Februar zurückgetreten und bestreitet alle Vorwürfe.

«Kempter hat mich benutzt»

Amerell hat Kempter in einem TV-Interview derweil scharf attackiert. «Kempter hat mich für seine eigenen Motive, für seine Karriere benutzt», sagte Amerell gegenüber Sat.1. «Ich unterstelle Kempter, dass er in einer Dreistigkeit lügt, wie ich es in meinem Leben noch nicht gehört habe.»

(si)