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16. Mai 2006 10:37; Akt: 17.05.2006 18:25 Print
Wankdorf-Chef fordert «lebenslängliches Stadionverbot»
Der Betriebsleiter des Berner Stade de Suisse glaubt nicht, dass das Hooligangesetz alleine genügt, um Gewaltexzesse an Fussballspielen zu stoppen. Er kritisiert das Sicherheitsdispositiv in Basel.
Stefan Niedermaier, Betriebsleiter des Berner Stade de Suisse, befürwortet zwar die vom Parlament verabschiedete und durch eine mögliches Referendum bedrohte Revision des Bundesgesetzes über die Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS). Getan sei es, laut Niedermaier in einem am Dienstag im «Bund» erschienenen Interview, damit aber nicht.
Jenes Promille an Matchbesuchern, das im Stadion gezielt Radau mache, müsse jedoch herausgepickt und sofort durch einen Richter verurteilt werden. Dabei müssten harte Sanktionen getroffen werden: Geldbussen von 5000 bis 10 000 Franken und ein lebenslanges Stadionverbot in der ganzen Schweiz.
Er sei sich bewusst, dass ein Stadionverbot schwierig umzusetzen sei. Damit es aber nicht zu einem ewigen «Fang mich, ich bin der Dieb» komme, sei ein harter Strafenkatalog notwendig.
Kritik am Sicherheitsdispositiv
Niedermaier übte zudem implizit Kritik am Sicherheitsdispositiv in Basel. Als der FC Basel vergangene Woche im Stade de Suisse gastiert habe, habe man einen 2,20 Meter hohen Zaun im Gästesektor und hinter dem Tor der Young-Boys-Fans hochgezogen. Auch seien zwischen den Sektoren Gitter montiert worden.
Im Normalfall werde auch in Bern eine liberale Linie angewendet, aber es gebe Spiele und Spiele. Jedesmal, wenn der FC Basel oder der FC Zürich nach Bern komme, habe man sich auf viele Eventualitäten vorbereitet und auch Worst-Case-Szenarien durchgespielt.
Niedermaier stellte sich zudem hinter die YB-Fans. Diese seien nicht alle Lämmer. Doch die Leute, die er kenne, seien keine Hooligans, sondern so genannte «Ultras», die für eine gute Stimmung sorgten und sich in fremden Stadien auch mal mit anderen Fans anlegten.
(sda)

























