Bundesliga

18. September 2017 10:30; Akt: 18.09.2017 10:30 Print

Chaos wegen Videobeweis bei Dortmund gegen Köln

Der 1. FC Köln verliert in Dortmund mit 0:5, verlangt aber, dass die Partie wiederholt wird. Dies, weil die Kölner bei einem Gegentor einen regeltechnischen Betrug wittern.

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Die strittige Szene ereignete sich im Sonntagabend-Spiel der Bundesliga. In der 45. Minute, beim Stand von 1:0 für Dortmund, hatte Schiedsrichter Patrick Ittrich das Spiel nach einer Flanke von BVB-Spieler Andrij Jarmolenko wegen eines vermeintlichen Foulspiels seines Teamkollegen Sokratis an Kölns Keeper Timo Horn abgepfiffen – wenige Augenblicke bevor ein Schuss von Sokratis die Torlinie überquerte.

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Der Treffer hätte nicht zählen dürfen

Nach kurzer Aufregung revidierte der Schiri anschliessend seine Entscheidung und gab Sokratis' Treffer zum 2:0, weil Videoassistent Dr. Felix Brych angedeutet hatte, das Tor sei korrekt gewesen. Regeltechnisch ist diese Entscheidung jedoch falsch. Pfeift der Ref das Spiel ab, ist dieses unterbrochen. Das gilt auch, wenn der Ball auf dem Weg ins Tor ist. Weil Ittrich das Spiel also unterbrochen hatte, hätte der Treffer nicht zählen dürfen.

Und deshalb liefen die Kölner unmittelbar nach dem Gegentor und auch noch nach der Partie Sturm. «Es ist ein Regelverstoss, weil abgepfiffen wurde, bevor der Ball die Linie überquert hat. Da kann man nicht auf einmal doch Tor geben. Und zum Zweiten: Der Video-Schiedsrichter hat in dieser Szene laut Protokoll gar nicht einzugreifen», enervierte sich Kölns Manager Jörg Schmadtke.

Deshalb will Köln Protest gegen die Wertung des Spiels einlegen und auf diese Weise ein Wiederholungsspiel erwirken.

Für Dortmund sind die Kölner schlechte Verlierer

Wenig Verständnis für dieses Vorhaben der Kölner hat man bei Dortmund. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unterstellt dem noch punktlosen aktuellen Tabellenletzten der Bundesliga schlechten Sportgeist: «Wenn man nicht verlieren kann, greift man zu solchen Mitteln. Schiesst man im Spiel nur zweimal aufs Tor und der Gegner macht fünf Tore, hat man zu Recht verloren.»

Der Video-Beweis wurde in der Bundesliga erst auf diese Saison eingeführt. Und nach gerade mal vier gespielten Runden droht wegen des Chaos-Abends in Dortmund bereits ein Wiederholungsspiel. Es geht dabei um weit mehr als ein einzelnes Spiel, das allenfalls nochmals neu angesetzt werden muss. Es geht nun um die Zukunft des Video-Beweises.

Die Verantwortlichen der Liga haben noch nicht auf die Proteste reagiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef am 18.09.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Regelverstoss

    Das ganze hat gar nichts mit dem Videobeweis zu tun. Fakt ist, das der Schiedsrichter bevor der ball die Torlinie überquert abpfeift. Die Regel sagt hierfür klar das das Spiel unterbrochen ist und somit kein Tor zählt, da dieses nach dem Unterbruch erfolgte, Punkt. Ein Videobeweis spielt hierbei keine Rolle, die nachträgliche Entscheidung des Schiedsrichters war falsch, ganz einfach.

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  • Jurinho am 18.09.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis ein MUSS

    Am Videobeweis wird noch gefeilt werden müssen und die nötige Erfahrung fehlt. Jedoch ist der Videobeweis der einzig richtige Weg in die Zukunft. Keine unfairen Spiele mehr aufgrund falscher Entscheidungen (siehe NFL, Hockey, etc..)

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  • BM Fan am 18.09.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut ist es nicht bayern mnchen wo gewann

    glauben die kölner sie hätten gewonnen wenn das 2. tor nicht gezählt hätte? Zieht das tor ab somit hat der bvb halt 4 : 0 gewonnen. fr sowas brauchts kein wiederholungsspiel dass ist ja lachhaft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • tommy am 19.09.2017 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Respekt

    Fussballer und Konsorten fehlt es einfach an Respekt vor dem Schiri. Alles Divas!

  • Tschutter am 19.09.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    schlechte Verlierer

    Bei diesem Ergebnis wäre auch ein Tor weniger sehr eindeutig. Wenn man hier nach einer Wiederholung schreit, geht es um extreme Vorteilnahme und nicht um einen Fehlentscheid.

  • Pascal am 19.09.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    dass eigentliche Problem ist die Spielaufnahme nach dem Pfiff, es hätte Schiedsrichterball geben müssen. Der Protest müsste gegen die Spielaufnahme gemacht werden dass ist der eigentliche Regelverstoss.

  • Katrin Müller am 18.09.2017 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Interessierten ;-)

    Mittlerweile gibt es ein offizielles Statement: Der Videoassistent hört keinen Ton und deswegen nicht mitbekommen, dass das Spiel unterbrochen war und er sich regelwidrig einschaltet. Die anderen vier Schiedsrichter haben dem vermeintlich objektiveren Videobild danach offensichtlich mehr Glauben geschenkt als der eigenen Wahrnehmung. Und so führt der "objektive" Videobeweis dann direkt zum regelwidrig gezählten Goal. Aber "Der Videoassisten hört die Pfiffe nicht" hat schon eine sehr spezielle Situationskomik. Da ist noch Luft nach oben!

  • FIFA Seppl am 18.09.2017 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    keine Emotionen

    Mit dem Videobeweis entfallen alle Emotionen in einem Spiel. Nach jedem Tor wird zuerst noch 5 Minuten diskutiert ob es nun zählt oder nicht....in Zukunft schiesst man das Tor im WM Finale und man weiss noch nicht ob es nun zählen wird oder nicht und wenn man dann weiss dass es zählt freut man sich zwar immer noch, aber weniger als wenn man es direkt weiss.....