Constantin zur Attacke

22. September 2017 11:46; Akt: 12.10.2017 15:01 Print

«Er musste gemassregelt werden, wie ein Kind»

Christian Constantin hat Rolf Fringer attackiert – jetzt geht er noch einen Schritt weiter: Der FC-Sion-Präsident reicht Strafanzeige gegen den Fussball-Experten ein.

Videoaufnahmen zeigen das Ende des Vorfalls zwischen Constantin und Fringer. (Video: Tamedia/Teleclub)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Angriff ist die beste Verteidigung, sagt sich Christian Constantin. Er reicht eine Strafanzeige gegen Rolf Fringer ein. «Ich habe eine Klage wegen Verleumdung und Verunglimpfung deponiert», sagte der Sion-Präsident gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er habe Fringer schon mehrmals darauf hingewiesen, dass er dessen Kritik nicht länger goutiere.

Constantin hatte sich nach dem 2:1-Erfolg seiner Mannschaft in Lugano einen brutalen tätlichen Angriff auf den ehemaligen Schweizer Nationalcoach geleistet. Fringer, der als Experte für Teleclub im Einsatz war, wurde von Constantin umgestossen und ins Gesicht geschlagen.

«Familie in den Dreck gezogen»

Auch in einem Interview mit dem «Blick» zeigt sich der Sion-Chef unnachgiebig. «Ich habe ihm (Fringer) fünf oder sechs Ohrfeigen verpasst und einen Tritt in den Hintern», erklärt Constantin ganz offen. «Er war in Bezug auf seine Aussagen mir gegenüber nicht einsichtig. Also musste er gemassregelt werden. Wie ein Kind auf dem Pausenplatz.»

Sion-Präsident Christian Constantin greift Rolf Fringer an

Bei seinem Angriff auf Fringer habe er nicht die Kontrolle verloren. Zunächst habe sein Sohn Barthélémy zu Fringer gesagt, der TV-Experte solle aufhören, die Familie Constantin «in den Dreck zu ziehen». «Als er von Teleclub wieder eine Plattform dafür kriegte, fand ich es angemessen, ihn mal zu massregeln.» Fringer sei beim Angriff dabei «rein gar nichts» passiert. «Kein Kratzer.» Er habe ja auch kurz später wieder Interviews gegeben.

Strafanzeige wegen Körperverletzung

Auch Fringer kündigt an: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.» Er sagte zum «Blick»: «Ich persönlich gehe davon aus, dass ich Strafanzeige wegen Körperverletzung einreichen werde.»

In einer ersten Communiqué-Reaktion hatte die SFL Constantins Verstoss gegen die Verhaltensregeln des Schweizerischen Fussballverbands SFV verurteilt und wird eine Untersuchung des Vorfalls durch die Disziplinarkommission veranlassen.

Constantin ist auf eigenen Wunsch hin bereits als Vizepräsident des Bewerbungskomitees für die Walliser Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 zurückgetreten. Das berichtet «Le Matin» mit Bezug auf das welsche Radio «Rhône FM».

(mch/sda)