Dress-Männer

22. September 2012 15:24; Akt: 22.09.2012 15:24 Print

Fussball-Klubs treiben es bunt

GC läuft im 229. Zürcher Derby gegen den FC Zürich mit breiter Brust auf. Und auch mit einem brandneuen Trikot – in giftgrün.

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Blau-weiss sind die Klubfarben von GC und in diesen empfangen die Hoppers auch ihre Gäste. Gewechselt wird nur der Sponsor auf der Brust - der dafür jeweils in der Halbzeit. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und das babyrosa-farbene Auswärtsdress der Hoppers löste hitzige Debatten unter den Fans aus. Aber wie die folgenden Bilder zeigen, hätte es weit schlimmer kommen können... GC-Trikot Nummer drei der Saison 2012/13 - giftgrün. Weil der FCZ im Derby in Weiss spielt und das rosafarbene Tenü der Hoppers sich am Bildschirm zu wenig abhebt, musste GC als Auswärtsteam in den sauren Apfel beissen - et voilà! Das Heimdress des FC Zürich. Nicht ganz blütenweiss, aber das ist die bisherige Saisonbilanz ja auch nicht... «Rot rockt!» Der Rotschopf von Präsidenten-Gattin Heliane Canepa diente als Inspiration für die neue Farbe und Kampagne für die gewöhnungsbedürftigen Auswärtstrikots. Ach du grüne Neune! Kein Kunstgriff war das Design der Tenüs des FC St. Gallen aus der letzten Saison. Das Rhombenmuster ähnelt jenen von Burlington-Socken. Die Marke ist weltweit für das schottische Argyle-Muster bekannt. Auf Socken ist es auch definitiv besser aufgehoben. Zum Glück haben das die Ostschweizer in der Saison 2012/13 eingesehen - obwohl die «Missen-Schärpe» quer über die Brust auch keine Meisterleistung darstellt. Apropos Meisterleistung: Der «Schneider», der die Trikots von Shonan Bellmares in der J-League geschneidert hat, sollte vielleicht über einen Jobwechsel nachdenken. Man beachte die Passform eines 2-Mann-Zeltes... Mausgrau oder Silber? Die grauen - pardon silberfarbenen - Shirts des FC Basel aus der Saison 2008/09 erinnerten an Pyjamas. Das muss man am Rheinknie auch verstanden haben, denn danach begann die Ära des Stabiloboss. 2011 entschied man sich für Neongelb. Und weil die Zuschauer im Auswärtsdress wie Stewarts aussahen, die in ihren leuchtstiftfarbenen Westen für Ordnung sorgen, meinte man plötzlich nur noch Ordner auf der Joggeli-Tribüne zu sehen. Das kam danach. Mango, orange, rot, pink? So richtig konnte man sich nicht einigen. Hersteller Nike bezeichnete die Farbe offiziell: mango. Na ja... In der Mode und im Bett ist alles erlaubt - oder so ähnlich... Heisse Diskussionen löst immer wieder die Farbe rosa bei Männern aus. Die AC Bellinzona «schockte» die Schweiz im März 2008 erstmals in rosarot oder pink - wie man will. Aber Italien hatte es da schon längst vorgemacht: Palermo hat es sogar im Vereinswappen. Und auch Juve spielte in rosa Auswärts-Trikots. Die «Königsblauen» in pink - das ging gar nicht. Ein Aufschrei der Empörung löste das Auswärts-Dress von Schalke 04 in Gelsenkirchen aus. Mittlerweile hat es sich etabliert. Neo-Schalker Tranquillo Barnetta sieht nicht unglücklich darin aus, oder? Rot macht aggressiv, sagt man. Wenn das so ist, darf man sich nicht wundern, wenn sich Benficas Rui Costa dauernd mit den Unparteiischen anlegt. An Kartoffelkäfer erinnerte das letztjährige Outfit von Borussia Dortmund. Der Pokal und der Titel des Deutschen Meisters blieb - das Tenü zum Glück nicht. Wobei man sich auch über den aktuellen Ringel-Look a la Biene Maja streiten kann. Herzig! Mehr Kommentar braucht es zu diesem Dress von Heerenveen wohl nicht. Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker... Geschmacksverwirrung lautet auch die Diagnose bei diesem Shirt von Marco Pascolo. Der ehemalige Schweizer-Natikeeper wird es wohl heute auch so sehen. «Machs mit Style oder lass es si, Style bringt dich as Ziel egal wo hi, ja Style muss si. Entweder Manhattan oder nöd, s gaht bestimmt au ohni doch mit ihm is Lebe schön», singt Bligg. So ähnlich muss auch Mexiko-Goalie Jorge Campos gedacht haben - Gott sei Dank ist das acht Jahre her.

Kleider machen Leute und Fussballklubs stecken ihre Leute in immer buntere und schrillere Outfits.

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«Kleider machen Leute», wusste schon der Schriftsteller Gottfried Keller. In seiner gleichnamigen Novelle wurde ein armer Schneidergeselle in einer fremden Stadt nur wegen seiner schicken Kleidung für einen Grafen gehalten. Auf GC und das Derby umgemünzt sind es nicht Kleider, die Leute machen, sondern das Fernsehen, dass die Kleider vorschreibt.

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Wie endet das Stadtzürcher Derby?
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22 %
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Insgesamt 2384 Teilnehmer

Weil sich das zartrosa farbene Auswärtstrikot der Hoppers am Bildschirm nicht deutlich genug vom weissen Dress des Gastgebers FC Zürich unterscheidet, musste GC als Auswärtsklub wohl oder übel ein weiters Set Trikots anschaffen. Das spezielle Derby-Jersey ist giftgrün. «Frech und speziell wie GC sein will», formuliert es Kommunikations-Chef Adrian Fetscherin.

Wühlen in der Trikot-Kiste

Hässlich, frech oder nur speziell – manchmal wird der optische Misserfolg doch noch zum Erfolg. So zum Beispiel das gepunktete Heimtrikot des BVB aus der letzten Saison. In den Rankings der hässlichsten Dresses belegte es durchwegs Spitzenpositionen und wurde dennoch gut verkauft. Wohl aber nur deshalb, weil die Klopp-Truppe in der Bundesliga auf einer Erfolgswelle ritt und Deutscher Meister wurde. An die Weste von Stadion-Stewards erinnernd, spielte der FC Basel 2008 auswärts in grellem Neongelb auf. Und auch da: Vielen Unkenrufen zum Trotz ist es bis heute das meistverkaufte Basler Auswärts-Trikot geblieben.

Oft aber treiben die Bestrebungen «speziell» sein zu wollen, die buntesten Blüten. Und oft wünscht sich der Betrachter, dass das eine oder andere Dress möglichst schnell in einer der Metallkisten der Fussballvereine und im Keller verschwindet. 20 Minuten Online hat in den Trikotkisten gewühlt und einige schrille Exemplare herausgefischt – und hat garantiert nicht alle abgefahrenen Outfits zu Tage befördert.

(ete)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Silvio am 22.09.2012 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Farbenblind?

    Wieso grün? Dieses Trikot ist doch gelb!

  • o.k. am 22.09.2012 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ok 

    Die sollten lieber mal trainieren. glaubt ja selber nicht dass die am Schluss der Saison noch oben stehen...

  • Mike Lampert am 22.09.2012 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jorge

    Jorge Campos, die Legende aus Mexiko, war mein Idol als Kind, zu dieser Zeit waren halt diese Trickots zumindest bei den Torhütern hipp.