Valon Behrami

07. November 2017 17:14; Akt: 07.11.2017 17:39 Print

Der Vorkämpfer gibt sich kämpferisch

von Eva Tedesco - Udinese Calcio wollte den Einsatz von Valon Behrami gegen Nordirland verhindern. Der Vorkämpfer der Nati setzte sich aber durch.

Valon Behrami spricht über seine Verletzung, die Aussicht zu spielen und den Druck, den Udinese auf ihn ausübt. (Video: 20 Minuten)
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«Ich habe viel Druck von allen Seiten», sagte Valon Behrami vor dem Abflug nach Belfast um 16.40 Uhr ab Basel. «Udinese wollte, dass ich kein Risiko eingehe, und das verstehe ich auch. Aber ich konnte ihnen dann doch klarmachen, wie wichtig diese Spiele für
mich sind.»

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Schlägt die Schweiz Nordirland in der Barrage?

Der 76-fache Internationale laboriert an einer Zerrung im linken hinteren Oberschenkel. Behrami würde 20 bis 25 Tage ausfallen, lautete die erste Prognose der Clubärzte. Nach einem Gespräch mit Vladimir Petkovic und den Nati-Ärzten entschied man, dass Behrami mit der Mannschaft einrücken werde. «Es gibt eine realistische Prozentzahl, die uns an ein Wunder glauben lässt», argumentierte der Nati-Coach das Aufgebot des Aggressivleaders.

«Ich kenne meinen Körper»

Und Behrami fügte an: «Ich bin 32 Jahre alt und kenne meinen Körper. Für mich sind diese Barrage-Spiele etwas sehr Wichtiges. Ich könnte jetzt nicht zu Hause sitzen.» Aber mit Gewalt wird er keinen Einsatz riskieren. «Ich bin am Montag 20 Minuten gelaufen, am Dienstag noch ein wenig mehr, und ich habe nichts gespürt. Ich bin selber überrascht, dass es nach nur sieben Tagen schon so gut geht.» Er werde die Belastung noch steigern. Ob es bis Donnerstag reicht?

Behrami nimmt Verantwortung auf sich

Und wer entscheidet letztlich? Behrami: «Ich! Und natürlich auch die medizinische Abteilung hier. Aber ich nehme die Verantwortung auf mich, aber wenn ich am Donnerstag nicht 100 Prozent fit bin, werde ich nicht spielen. Mit 90 Prozent gehe ich nicht auf den Platz.» Seine Präsenz, seine Führungsqualität würde er dann halt von draussen versuchen einzubringen und weiter alles unternehmen, dass er am Sonntag im Rückspiel eingreifen könnte.

Es ist nicht der Fussball, den Petkovic mag. Mannschaften, die ihr einziges Heil in der Defensive suchen, Beton anmischen und die fehlende individuelle Qualität mit Härte wettzumachen versuchen. Aber es ist die Art Gegner, für die Behrami extrem wichtig wäre. Der «Krieger», wie man ihn oft nennt, besser aber als Vorkämpfer bezeichnen sollte, scheut keinen Zweikampf und kann dagegenhalten, wenn er muss. Seine Physis, seine Präsenz auf dem Platz, vor allem aber auch seine Erfahrung sind so wichtig für diese Mannschaft.


Das sagt Stürmer Haris Seferovic zu den bevorstehenden Barrage-Spielen gegen Nordirland. (Video: 20 Minuten)

«Er ist ein Leader, sein Wort ist wichtig», sagt Fabian Schär über Behrami, «aber die Gesundheit geht vor.» Wenn es denn nicht geht, würde es der Mannschaft vor allem an Erfahrung fehlen. «Diese Mannschaft hat so viel Qualität, aber manchmal versteht sie noch nicht, wann sie ihr Verhalten wechseln muss. Sie will spielen und spielen, aber manchmal ist das nicht gefragt.»

Mit der Erfahrung von 76 Länderspielen ist es seine Aufgabe, die Jungen zu führen. Und Behrami ist auch der Einzige in der aktuellen Mannschaft mit Barrage-Erfahrung. Am 12. November 2005 traf er im Barrage-Hinspiel (2:0) gegen die Türkei zum 2:0. Die Schweiz qualifizierte sich trotz einem 2:4 in Istanbul für die WM in Deutschland. «Das war mein schlechtestes Spiel», sagt Behrami, «Ich hatte 50-mal den Ball und habe ihn 51-mal verloren.» Gefeiert wurde in Istanbul dann doch noch. Und das wünscht sich der Vorkämpfer auch dieses Mal wieder.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beltran Leyva am 07.11.2017 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild und Nati-Held!

    Valon Behrami ist und war schon immer ein Vorbild und ein Nati-Held,ein wahrer Krieger,er erfüllt uns Schweizer mit Stolz!Hoffentlich spielt er!einfach nur Unersetzbar,Danke für Alles,du machst uns allen Mut!

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  • Br am 07.11.2017 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kämpfer

    Er ist und bleibt ein Kämpfer , eben ein Vorbild ... Er kann die Mannschaft mitreissen ... und das wird wichtig sein für die zwei sehr wichtigen Spiele ! HOPP SCHWIIIIIZ !!!!

  • Johnny Schmidt am 07.11.2017 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    So Einer wie Valon

    der Verbindet nicht nur das Team ... der kann auch als Begleiter den Anderen so lange "auf die Nerven gehen", bis die wirklich alle 120% geben, so wie er's verlangt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manu Meier am 08.11.2017 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    War in Lissabon

    Zweikämpfe annehmen! Wen Sie dazu nicht bereit sind wird aus Nordirland Portugal.

  • René Botteron am 07.11.2017 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Behrami ist ein echter Eidgenosse

    Er bekennt sich zur Schweiz! Entscheidend ist die Einstellung nicht die Herkunft! Lieber 10 kämpfende Valons die verlieren als ein emotionsloser Shaqiri, der lieber mit islamistischen Predigern posiert, als bei einem Schweizer Tor zu jubeln!

    • Lena Müller am 08.11.2017 01:16 Report Diesen Beitrag melden

      @René

      Diese Bemerkung war absolut unnötig! Als bekannter Fussballer wird einer wie Shaqiri schnell mal um ein Foto gebeten - und wenn er danach sagt, er habe nicht wirklich gewusst, wer das sei, dann lässt man diese Erklärung gelten (was Anderes können Sie ja auch nicht beweisen). Ja, sicher... Shaqiri hat natürlich nach seinem 1:1 gegen Polen nicht gejubelt, gell?

    • Jonny Schmidt am 08.11.2017 02:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Botteron

      Die Bemerkung war tatsächlich nicht nötig. Ein sogenannter Promi fragt nicht nach einer ID, wenn ein Fan ein Foto mit ihm möchte. Man fragte Shaqiri mal, und er meinte dazu "Wer war das?".

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  • Johnny Schmidt am 07.11.2017 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    So Einer wie Valon

    der Verbindet nicht nur das Team ... der kann auch als Begleiter den Anderen so lange "auf die Nerven gehen", bis die wirklich alle 120% geben, so wie er's verlangt.

  • Ballon Vehrami am 07.11.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo

    Ich habe den "Schweizer" gesucht in diesem Bericht, leider nichts gefunden, schade, dachte es geht um die Helvetische Nati und nicht um irgendeinen zusammengewürfelte Truppe.

    • Quokka am 07.11.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ballon Vehrami

      Immer wieder die gleiche Leier... Ich finde wenn jemand in der Schweiz aufgewachsen, zur Schule gegangen, etc ist, und hier lebt und arbeitet, dann ist diese Person Schweizer.

    • Lena Müller am 07.11.2017 22:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Ballon

      Weisst du, offiziell gilt Valon z.B. als Tessiner. Der redet auch fliessend Italienisch... und wäre z.B. jedem Tessiner näher und mehr 'schweizerisch' als z.B. ein Deutschschweizer. So sehen's halt alle unterschiedlich.

    • Thomas H. am 08.11.2017 02:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Ballon Vehrami

      Schweizer ist, wer sich zur Schweiz bekennt und sich assimiliert. Das tut und ist Behrami mehr als viele andere. Es ist natürlich völlig in Ordnung, dass er seine Wurzeln nicht vergisst, aber er weiss, wo er hingehört und ich wünschte, dass das auch der hinterletzte Bürger irgendwann begreift.

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  • Posinegatli Fritz am 07.11.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kampf

    Was nützt ein Kämpfer wenn er nicht spielt?? Im Kampf sind die Schweizer unterlegen, Spielwitz und Technik entscheiden Mein Tip. 02 Niederlage in Nordirland und 10 Sieg in der Schweiz...schade knapp verpasst

    • Thomas H. am 08.11.2017 02:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Posinegatli Fritz

      Ich bin auch sehr skeptisch, aber an einem guten Tag und MIT Behrami kann das Team durchaus auf einen Sieg hoffen. Eventuell würde es helfen, nicht immer das schlechteste von der Nati zu erwarten. Sich ärgern kann man sich nach dem Spiel immer noch, sofern es angebracht ist.

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