Thuns Dennis Hediger

25. November 2012 20:46; Akt: 25.11.2012 20:59 Print

«Es hat die Turbulenzen wohl gebraucht»

von Eva Tedesco - Es war eine schwierige Woche für den FC Thun, die er mit dem Sieg gegen den FC Basel aber doch noch glücklich abschliessen konnte. Die Hoffnung ist im Berner Oberland zurück.

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Es mutet fast ein bisschen zynisch an: Thun-Trainer Bernard Challandes hatte letzte Woche seinen Spielern die Vertrauensfrage gestellt. Nach sechs sieglosen Partien in Serie. Das ist etwa so, als frage man einen Häftling, ob er es gut fände, wenn die Wärter mal für eine Stunde alle Kerker- und Gefängnistüren offen stehen lassen. Aber ausgerechnet im Spiel 1 nach Challandes siegt ein leidenschaftlich kämpfendes FC Thun gegen den Meister aus Basel 3:2, der zuvor sechs Spiele in Folge nicht verloren hatte. Da sei die Frage erlaubt: Wieso nicht auch unter Challandes?

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«Vielleicht haben wir darauf gewartet, dass etwas passiert», sagt Dennis Hediger. «Wir haben die Tabelle gesehen, in der wir immer weiter abgerutscht sind. Wir haben geglaubt, dass wir bei 100 Prozent unserer Leistung sind, dabei waren es nur 80. Es die Turbulenzen wohl gebraucht, um zu merken, dass es so nicht weiter geht.» Es sei eine schwierige Woche gewesen, so Hediger weiter. «Es sind viele Dinge von aussen in die Mannschaft getragen worden, dennoch konnten wir einigermassen in Ruhe arbeiten und uns auf das Spiel fokussieren. Es sollte ein Neuanfang sein, eine neue Situation.»

Neue Besen kehren gut

Der Anfang ist tatsächlich gemacht. Der Sieg gegen den FCB war der erste seit dem 29. September und dem 2:1 im Kantonsderby gegen YB. «Das ist nur ein Resultat», sagt Mauro Lustrinelli, der die Mannschaft interimistisch führt, bis die Verhandlungen mit Urs Fischer als Challandes-Nacholger erfolgreich beendet sind. «Wir müssen die Leistung in einer Woche gegen Servette und danach im Cup bestätigen, dann kann man sagen, dass der Trainerwechsel gut war.»

Lustrinelli bedauert die Entlassung von Challandes. Er habe ihn zu Thun gebracht und später zu seinem Assistenten gemacht und habe ihm viel zu verdanken. Und er hat nicht bemerkt, dass die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr gestimmt haben soll? «Das, was man auf dem Platz sieht, ist nur die Spitze des Eisbergs», so Lustrinelli. Im Fussball gehörte vom Präsidenten bis zum Staff alles dazu. Es war eine schwierige Woche für Lustrinelli. Er habe soviel mit der Mannschaft und einzelnen Spielern gesprochen, dass er jetzt «fast keine Stimme mehr habe». Um die Mannschaft zu schützen, hatte er auch beschlossen, im der vergangenen Woche keine Interviews zu geben. Auch die Spieler sollten sich daran halten.

Mit der Absicht die Saison zu retten

Der Maulkorb war nach dem Sieg gegen den FCB zwar wieder aufgehoben. Schmutzwäsche wollte aber keiner in der Öffentlichkeit waschen. «Das, was zwischen dem Trainer und der Mannschaft war, soll intern bleiben», so Hediger, «aber das gibt es halt, dass man an einem Punkt kommt, an dem etwas, das vorher gut war, nicht mehr passt.»

Und wenn es den Spielern beim nächsten Trainer wieder nicht mehr passt? Hediger: «Da tun Sie den Spielern nun aber unrecht. Es wurde nun mal die Vertrauensfrage gestellt und wir haben gewusst, dass nur noch drei Spiele bis zur Winterpause bleiben und wir viel gut zu machen hatten. Mit dem Sieg gegen Basel, nächste Woche in Genf und zum Abschluss im Cup würde alles wieder besser aussehen und wir könnten die Vorrunde doch noch retten. Das ist in dem Moment bei der Mannschaft in den Köpfen gewesen.»
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Enrico Schirinzi nach dem Sieg gegen Basel. (Video: 20 Minuten Online)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RoSi am 26.11.2012 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Missgeschicke passieren

    Hoppla FCB, das sollte man auf dem Weg zum Meister nicht T(h)un...

  • Martin Hofer am 26.11.2012 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Charakterlose

    Nach nur einem Sieg kann man noch nicht von einer Wende sprechen. Eine Mannschaft, die den Trainer meutert, ist für mich erst einmal charakterlos. Die haben den Fans noch viel zu beweisen.