Michel Morganella

29. Mai 2012 11:54; Akt: 29.05.2012 12:00 Print

Sein Nati-Debüt geht unter die Haut - garantiert

von Eva Tedesco - Nati-Neuling Michel Morganella darf beim Rumänien-Spiel am Mittwoch auf seinen ersten Einsatz hoffen. Spielt er, gibts für den bunt bemalten Walliser ein weiteres Tattoo. Wohl sein letztes.

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Michel Morganella ist einer von drei Neulingen im Aufgebot von Nati-Coach Ottmar Hitzfeld für die Testspiele der A-Nationalmannschaft gegen Deutschland (5:3) und Rumänien (am 30. Mai. in Luzern). Morganella spielt seit Sommer 2010 bei Novara. Noch in der gleichen Saison schafften die Norditaliener den Aufstieg in die Serie A. Hier befindet sich der Walliser im Duell mit Milans Pato und zwar bei einem Cupspiel im letzten November. Der bullige Verteidiger legt Wert auf sein spezielles Äusseres. Im letzten August zeigte er sich mit schnittigem Irokesen-Stil und unzähligen Tätowierungen an beiden Armen. Der Körperkult begann, als Morganella noch die Farben des FC Basel trug. Damals im Alter von 18 Jahren liess er sich auch das erste Tattoo stechen: Die Namen seiner Eltern Sonia und Guiseppe. Auf diesem Bild ist Morganella im Juli 2007 bei einem Einsatz am Uhrencup in Grenchen gegen Red Bull Salzburg zu sehen. Seither fanden unzählige Motive den Weg unter die Haut: Morganellas linken Arm zieren ein Engel, ein Fussball, der Buchstabe «M», ein französisches Gedicht und die Geburtsdaten seiner Liebsten. Eine Rose, Initialen und für ihn wichtige Erinnerungen verzieren den rechten Arm. Die genaue Anzahl der Körperbilder weiss Morganella nicht mehr so genau. Neben Bildern und Gedichten lässt sich Morganella für ihn bedeutende Daten auf den Körper malen: So ist der Tag seines Profi-Debüts festgehalten, auch sein erstes Spiel mit dem FC Basel in der Champions League und seine Premiere in der Serie A. Platz für schöne Erinnerungen würden sich noch finden. Und so ein Ereignis wäre sein Debüt für die Schweizer Nationalmannschaft, obwohl der Sohn einer Schweizerin und eines Italieners auch den italienischen Pass besitzt, ist das sein Bubentraum. Der Traum wird Realität: Letzten Dienstag ist der Verteidiger ins Trainingscamp der Nati in Feusisberg eingerückt, obwohl er fast nicht mehr daran geglaubt hat. Im erlauchten Kreis der Nationalspieler: Im Testspiel gegen Rumänien wird Morganella wohl zum Einsatz kommen. Und dann hat der 23-Jährige auch sein weiteres Motiv - das Datum 30. Mai 2012 - der Tag, an dem er seinen Einstand in der Schweizer Nationalmannschaft gibt.

Hitzfelds Tattoo-Mann Michel Morganella vor seinem Debüt in der A-Nati.

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Viele Fussballer gehen nicht mehr ohne, wenn die Kicker nach dem Spiel ihre Trikots ausziehen, kommen sie zum Vorschein: kluge Sprüche, Daten und Namen von Menschen, die ihnen lieb und teuer sind. Einer, der in der Schweizer Nati durch seine Tattoos heraussticht, ist Neuling Michel Morganella.

Der Verteidiger war knapp 18 Jahre alt, als er sich das erste Mal stechen liess. Seither stehen die Namen seiner Eltern, Sonia und Giuseppe, auf dem Unterarm. Wenn er heute sein Trikot auszieht, sieht er aus wie ein Matrose aus dem 19. Jahrhundert. Hitzfelds Wadenbeisser erinnert an den ehemaligen Inter-Verteidiger Marco Materazzi, an dessen Körper kaum mehr ein Stückchen Haut zu finden ist, das nicht mit bunter Tinte eingefärbt ist.

Vom Einzelbild zur Sucht

Ist Materazzi also Morganellas Vorbild? «Nein», sagt dieser und lacht. «Ich bewundere zwar die Art, wie er Fussball gespielt hat und was er in seiner Karriere alles erreicht hat.» Mit seinen Tattoos hat der italienische Weltmeister aber nichts zu tun. «Es hat mir einfach gefallen und plötzlich war es wie eine Sucht – es sind immer mehr geworden.»

Wie viele Tätowierungen es inzwischen sind, weiss der Nati-Neuling gar nicht so genau. «Ich zähle sie nicht mehr.» Sagts und schaut an seinem Körper herab. Beide Arme sind von oben bis unten tätowiert. Ein Engel ziert den linken Oberarm. Darunter sieht man ein grosses «M» und die Geburtstage seiner Liebsten. Auch ein französisches Gedicht steht da und noch mehr Zahlen.

Das Lebensmotto in grossen Lettern auf der Brust

«Ich will so gewisse Dinge für immer in meinem Leben und in Erinnerung behalten», begründet Morganella die Liebe, die unter die Haut geht. Der sportliche Werdegang führte weiter dazu, dass die ersten gestochenen Bilder keine Einzelkinder blieben. «Ich habe das Datum meines ersten Spiels als Profi tätowieren lassen. Danach kam das erste Spiel mit dem FC Basel in der Champions League und das erste mit der U21-Nati», so der Walliser.

Den auffälligsten Körperschmuck trägt Morganella aber auf der Brust. Dort hat sich der Rechtsverteidiger sein Lebensmotto stechen lassen, wie er zu 20 Minuten Online sagt. «Non mollare mai», steht quer über den Brustkorb geschrieben. Gib niemals auf. Ein eindrückliches Tattoo in grossen Lettern und wohl schmerzhaft. Nur ablichten wollte er es nicht lassen.

Vom FCB via Serie A in die Nati

2006 schloss sich der Walliser der Profimannschaft des FCB an. Unter Christian Gross kam der Aussenverteidiger nicht an Reto Zanni vorbei. Im Januar 2009 wechselte er zu Palermo. Nach lediglich zwei Einsätzen in der Serie A liess er sich an Novara in die Serie B ausleihen, wo er zum Stammspieler wurde und sich in den Fokus von Ottmar Hitzfeld spielte. Mit einem Nati-Aufgebot hatte er aber fast nicht mehr gerechnet.

Aufgegeben habe er aber nie. «Ich habe hart gearbeitet. Das war schliesslich das Einzige, was ich tun konnte.» Am 17. Mai erfuhr Morganella via SMS von seinem ersten Nati-Aufgebot. Während er beim 5:3 gegen Deutschland noch zusehen musste, ist sein Debüt am Mittwoch gegen Rumänien realistisch.

Debüt und neues Tattoo

Und damit auch neue Tinte auf seinem Körper. «Meine Freundin hat zwar gemeint, dass ich langsam aufhören soll mit den Tätowierungen. Zu viel wäre nicht mehr schön», so Morganella. Mit einem breiten Grinsen fügt er dann aber an: «Ich hoffe schon, dass nach dem Mittwoch ein weiteres hinzukommt. Das Datum meines A-Nati-Debüts muss sein. Es ist eine Ehre für mich und soll unbedingt verewigt werden.» Und dafür wird wohl auch die Freundin Verständnis zeigen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fraueli am 29.05.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Was fürs Auge

    Also nicht, dass ich da bei Sportlern drauf sonderlich Wert legen würde, aber der Kerl ist schon was fürs Auge. Dies ist allerdings nebensächlich und eher ein Zückerchen. Schlussendlich muss er mit seiner Leistung überzeugen. Die Tätowierungen sind aber auf jeden Fall heiss!

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  • Urs Mensch am 29.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Tore müssen her

    Bin wirklich gespannt wie er spielt und wünsche ihm auf jeden Fall einen guten Einstand. Vom Körperbau her (bullig) ist es auf jeden Fall eine gute Sache für die Nationalmannschaft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs Mensch am 29.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Tore müssen her

    Bin wirklich gespannt wie er spielt und wünsche ihm auf jeden Fall einen guten Einstand. Vom Körperbau her (bullig) ist es auf jeden Fall eine gute Sache für die Nationalmannschaft.

  • Fraueli am 29.05.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Was fürs Auge

    Also nicht, dass ich da bei Sportlern drauf sonderlich Wert legen würde, aber der Kerl ist schon was fürs Auge. Dies ist allerdings nebensächlich und eher ein Zückerchen. Schlussendlich muss er mit seiner Leistung überzeugen. Die Tätowierungen sind aber auf jeden Fall heiss!

    • cocobana am 29.05.2012 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      tattoos

      da stimme ihnen zu madame, endlich ein ansehnlicher fussballer aus unseren reihen

    • Adriano am 29.05.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      gene

      Er ist ja auch Halb-Italiener ;-)

    • Fraueli am 29.05.2012 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Adriano

      Na und? Ich bin auch Halb Italienerin. Macht mich das jetzt hübsch? Gibt in jedem Land schöne und hässliche Leute. Also ich find die Ganzkörperbehaarung, die mache von unseren Landsgenossen tragen, auch nicht gerade prickelnd. Nur so als Input ;-)

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