Holland unter Schock

04. Dezember 2012 01:49; Akt: 07.12.2012 10:30 Print

Linienrichter nach Prügelattacke gestorben

In Holland ist der Linienrichter, der während eines Jugendfussballspiels von mehreren Spielern verprügelt wurde, einen Tag nach der Attacke gestorben.

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Auf dem Fussballplatz des SC Buitenboys wurde der holländische Schiedsrichter Richard Nieuwenhuizen zu Tode geprügelt. (Video: Reuters) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Der 41-jährige Linienrichter Richard Nieuwenhuizen stand am Sonntag beim Spiel seines Sohnes an der Seitenlinie. Nach der Partie war er von mehreren Spielern der gegnerischen Mannschaft geschlagen und getreten worden. «Er flüchtete, doch die Burschen liefen ihm hinterher und misshandelten ihn weiter», sagte ein Polizeisprecher.

Einige Stunden nach dem Vorfall brach Nieuwenhuizen zusammen und musste mit schweren Hirnverletzungen in ein Spital gebracht werden. Dort starb er am Montagabend. Die genaue Todesursache stand zunächst nicht fest.

Holland unter Schock

Holland steht nach dem Gewalt-Exzess unter Schock. «Wir sind zutiefst schockiert und traurig über den Tod des Schiedsrichter-Assistenten», sagte Anton Binnemars, Direktor für Amateurfussball im holländischen Verband KNVB, «es ist unmöglich, Worte dafür zu finden, dass jemand beim Ausüben seines sportlichen Hobbys Opfer eines derartigen Angriffs wird.»

KNVB-Präsident Michael van Praag rief bei Twitter zur Besinnung und zum Handeln auf: «Belasst es nicht bei Worten. Ich fühle intensiv mit den Angehörigen. Ich werde mich noch mehr dafür einsetzen, dass solche Vorfälle aus dem niederländischen Fussball verschwinden.» Am Wochenende soll auf allen Fussballplätzen des Landes mit einer Schweigeminute des Verstorbenen gedacht werden.

«Unglaublich, dass so etwas passieren kann», sagte Marcel Oost, der Vorsitzende des Vereins Buitenboys, in dem Nieuwenhuizens Sohn spielt, dem holländischen TV-Sender NOS. «Da spielen 15- und 16-jährige Kinder Fussball, man kommt um zuzusehen und muss dann so etwas miterleben.» Nach der tödlichen Attacke hat der Verein SV Nieuw Sloten das involvierte Team vorerst aus dem Spielbetrieb genommen.

Der Vorstand des Amsterdamer Vorortklubs bat bei der Familie des Opfers und den Mitgliedern des SC Buitenboys schriftlich um Vergebung. Die drei festgenommenen Spieler wurden sofort aus dem Verein ausgeschlossen. Sobald sie offiziell verurteilt sind, will der Klub für sie beim KNVB eine lebenslange Sperre beantragen.

(dapd/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Psychologe am 04.12.2012 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl nicht damit gerechnet...

    Wie fühlen sich die Kids wohl jetzt, nachdem der Mann gestorben ist? Ich denke nicht, dass sie das kalt lässt, alles andere wäre etwas unmenschlich. Sie werden wohl grosse Angst vor den Konsequenzen haben, am allermeisten wohl von der Ausstossung der Gesellschaft. Was denken wohl die Eltern, Freunde und andere über ihr Verhalten und ihre Tat? Ich kenne die Jungs nicht, aber ich gehe schwer davon aus, dass sie was daraus gelernt haben.

  • Mike am 04.12.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Die Vorbilder in die Pflicht nehmen

    Warum hören wir von solchen Vorfällen eigentlich immer aus dem Fussball? Weil sie dort gehäuft vorkommen. Mehr als in anderen Sportarten. Und warum das? Weil im Fernsehen Fussballer dem Schiri gegenüber in meinen Augen äusserst respektlos auftreten dürfen. Wie oft muss der Schiri rückwärts laufen um nicht von Spielern überrant zu werden. Und was im Fernsehen gezeigt wird kann ja nicht falsch sein... oder?

  • michel tanner am 04.12.2012 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg mit denjenigen!

    wo führt das hin?! dieses pack gehört weg und das für immer! auch wenn ihnen die zukunft verbaut wird! sie sind mörder egal dass sie noch nicht das 18te altersjahr erreicht haben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yvonne am 04.12.2012 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schutz der Täter?

    Worüber wird hier eigentlich diskutiert? Egal, wer von den Beteiligten den oder die tödlichen Schläge ausgeführt hat, mitgegangen, mitgehangen, gilt noch immer. Wer sowas nicht verhindert, ist mitschuldig. Zu der Aussage, dass die Tötungsabsicht nicht gegeben ist. Das mag ja sein, aber auch in diesem Alter sollte jeder wissen, dass Schläge an den Kopf nicht ohne Folgen bleiben, also hat man es zumindest in Kauf genommen, was ebenso schlimm ist. Und von wegen Vorbilder, man sehe sich mal ein Fussballspiel in höheren Ligen an, die sind genau so aggressiv und unfähig, eine Niederlage hin zu nehme

  • Vater am 04.12.2012 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eltern

    vielleicht sollte man zusätzlich die Eltern der jugentlichen auch bestrafen ?

  • C.G. am 04.12.2012 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hart bestrafen!

    Meines Wissens ist man bereits mit 12 - 13 Jahren urteilsfähig. Also waren sich diese Jungendlichen ihrer Tat bewusst und müssen so hart wie das Gesetz es eben zulässt bestraft werden! In einem solchen Fall sollte die Zukunft der Täter keine Rolle spielen!

  • Boy Kott am 04.12.2012 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Adieu dem Kriegsspiel!!!

    ... Fussball ist in jeder Hinsicht die moderne Art Krieg zu führen!!!

  • Gabi Paschmann am 04.12.2012 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wer sonst keiner im Stadion ???

    Unglaublich, daß niemand eingreift wenn hirnlose pupertierende Jugendliche auf einen Menschen losgehen. Jeder guckt weg und ist froh, daß es nicht ihn trifft. Diese Menschen sollte man auch zur Verantwortung ziehen !