Schweiz vs. Australien

03. September 2010 19:29; Akt: 03.09.2010 22:15 Print

Schweizer B-Team holt RemisSchweizer B-Team holt Remis

von Reto Fehr, St. Gallen - Die Schweiz trennt sich im letzten Test vor dem EM-Qualifikationsauftakt gegen England 0:0 von Australien. Es wäre trotz viel Auspröbeln mehr drin gelegen.

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Die zweite Garde der Schweizer wollte sich von Anfang an beweisen. Die Schweizer spielten frech nach vorne, es war ein erfrischender Auftakt in den Startminuten. Mitten in diese ansprechende Phase der erste Schreckmoment: Der aufgerückte Lucas Neill drosch den Ball aber aus drei Metern freistehend über das Tor von Marco Wölfli.

Wenige Sekunden später eine ähnliche Szene auf der Gegenseite. Albert Bunjaku sprang der Ball vier Meter vor dem Tor ans Knie, Mark Schwarzer rettete auf der Linie. Noch nie stand der Offensivspieler seinem ersten Nati-Tor im fünften Auftritt so nahe. Auch wenn der Ball überraschend bis zum Nürnberger kam, ein Stürmer muss da bereit sein und den Treffer erzielen.


Viel Wille, wenig Chancen

Der einigermassen muntere Schlagabtausch setzte sich in der 17. Minute fort. Brett Holman sah seinen Ball wohl schon im Tor, als Wölfli diesen auf der Linie noch stoppen konnte. Es wäre ein bitterer Gegentreffer gewesen, denn Holman stand im nicht angezeigten Offside. Den Socceroos bot sich in der ersten Halbzeit noch eine weitere 100-prozentige Torchance. McDonald brachte es aber fertig einen Abpraller aus fünf Metern über das Gehäuse zu schiessen. Gegen Australien – immerhin auch ein WM-Teilnehmer – gingen diese Unachtsamkeiten unbestraft vorüber. Gegen England dürfte dies am Dienstag anders sein.

Schweizer Chancen blieben leider die Ausnahme. Margairaz hätte seine gute erste Halbzeit fast mit einem Goal gekrönt, doch ein Australier klärte zum Corner. So blieb die erste Halbzeit torlos. Die Schweizer hatten mehr vom Spiel, Australien die besseren Chancen. Nicht zu übersehen war allerdings, dass die Nati in dieser Form noch nie gespielt hatte. Wille war meist zu erkennen, aber der Spielfluss wollte noch nicht so recht passen.


Beste Phase nach der Pause

Wie angekündigt wirbelte Hitzfeld zu Beginn des zweiten Abschnitts die Mannschaft durcheinander. Gleich vier neue Spieler kamen zum Einsatz. Xherdan Shaqiri (für Derdiyok), Scott Sutter (für Lichtsteiner), Pirmin Schwegler (für Inler) und Steve von Bergen (für Grichting) erhielten auch noch Einsatzzeit. Mit den Wechseln unterstrich Hitzfeld einmal mehr, dass er seine Stammkräfte für die Partie gegen England schonen will. Von der WM-Startelf befanden sich jetzt mit von Bergen, Fernandes und mit Abstrichen Frei nur noch drei Spieler auf dem Feld.

Trotzdem hätte die zweite Halbzeit optimal beginnen können. Margairaz fand einmal per Kopf, einmal per Direktabnahme in den ersten 120 Sekunden nach Wiederanpfiff seinen Meister im gut reagierenden Schwarzer. Nur zwei Minuten später war es erneut der Zürcher, welcher nach schönem Doppelpass mit Degen den Ball am Tor vorbei schob. Auf der Gegenseite kam Holman dazwischen freistehend zum Schuss – er zielte drüber. Den Abschluss dieses Startfuriosos bildete Degen, der aber ebenfalls aus guter Position den Ball nicht im Gehäuse unterbrachte. Danach flachte die Partie ab.


Margairaz und Affolter überzeugen

Laut wurden es unter den 14660 Zuschauern in der 59. Minute wieder: Neill stiess Degen penaltyreif um. Doch Alex Frei schoss den Elfmeter übers Tor – worauf er ein heftiges Pfeifkonzert über sich ergehen lassen musste, welches bei weiteren Standards des Captains nicht abflachte. Hitzfeld beendete diese unnötige Episode mit der Auswechslung Freis wenig später. Das Spiel machte dies nicht besser und bis zum Schlusspfiff blieben Torchancen rar.

Hitzfeld darf mit dem Test insgesamt zufrieden sein. Die Schweiz tat mehr für die Partie und hätte den Sieg verdient gehabt, auch wenn das Zusammenspiel verständlicherweise haperte. WM-Teilnehmer Australien wurde über weite Strecken kontrolliert. Einige Unachtsamkeiten liessen die Australier allerdings zu guten Chancen kommen. Von den «Testspielern» überzeugte einmal mehr Affolter mit einem soliden Auftritt. Margairaz dürfte bald wieder ein heisser Kandidat auf den Platz im Mittelfeld werden, noch reicht die Kraft aber nicht für 90 Minuten. Problemzone wird die Aussenbahn bleiben. Degen und Bunjaku waren bemüht und hatten gute Szenen, für einen Platz in der Startelf reicht es beiden aber kaum. Nicht gefallen haben dürfte dem Lörracher, dass die Schweizer erneut die Kaltblütigkeit vor dem Tor vermissen liessen. Möglichkeiten waren da, aber der Treffer wollte nicht fallen – was die Australier vor allem ihrem Torhüter Mark Schwarzer zu verdanken hatten. Trotzdem: In den letzten zehn Partien konnte die Nati nur noch fünf Tore bejubeln.

Schweiz - Australien 0:0
AFG-Arena, St. Gallen. - 14 660 Zuschauer. - SR Einwaller (Ö).
Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner (46. Sutter), Affolter, Grichting (46. von Bergen), Fernandes; David Degen (70. Ziegler), Inler (46. Schwegler), Margairaz, Bunjaku; Frei (67. Costanzo); Derdiyok (46. Shaqiri).
Australien: Schwarzer; Wilkshire, Neill, Spiranovic, Carney; Emerton, Culina, Valeri (82. Jedinak), Holman (84. Oar); McDonald, Cahill (67. Vidosic).
Bemerkungen: Schweiz ohne Streller (geschont), Barnetta (krank), Stocker (verletzt), Benaglio (auf der Tribüne), Vailati (nicht eingesetzt). Debüt von Sutter. 60. Frei schiesst Foulpenalty über die Latte. Verwarnungen: 59. Neill, 71. Valeri (beide Foul).

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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