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Tranquillo Barnetta exklusiv
31. August 2008 22:00; Akt: 02.09.2008 05:58 Print
«Es ist immer sehr schwer gegen Israel»
von Peter Haab und Reto Fehr - Bevor die Schweizer Nati nach Israel reist, stand Tranquillo Barnetta 20 Minuten Online Red und Antwort. Der Leverkusen-Söldner über Stammplätze, Valentin Stocker und die Chancen der Nati, wenn sie zu einer geschlossenen Mannschaft wird.
20 Minuten Online: Tranquillo Barnetta. Sie hatten jetzt einige Tage frei. Was macht ein Fussballprofi wenn er frei hat?
Barnetta: «Ich habe mich mit der Familie und Freundin getroffen. In St. Gallen ist das immer schön. In Köln, wo ich wohne, bin ich manchmal auch etwas alleine.
Tranquillo Barnetta will mit der Schweiz ein positives Resultat in Israel.(Bild: Keystone)
Sie wirken locker und entspannt. Das war vor wenigen Tagen noch anders. Was lief falsch?
In der deutschen Presse wird alles aufgebauscht. Es war nicht so schlecht, wie es an einigen Orten stand. So wie auch jetzt übertrieben wird, was meine letzte Leistung angeht. Aber ich bin froh, kann ich mit einem positiven Erlebnis einrücken. Man muss die Kritik jeweils etwas relativieren.
Die Kritik kam allerdings nicht nur aus den Medien.
Ja, manchmal ist die Kritik auch berechtigt. Man darf sich dadurch einfach nicht verrückt machen lassen.
Sie hatten sich vor der Euro noch verletzt. Ist das jetzt alles wieder verheilt oder merken Sie die Verletzung noch?
Ich spüre nichts mehr, das mich behindert. Wenn die Belastung allerdings hoch ist, merke ich noch, dass etwas noch nicht ganz stimmt. Das ist aber normal und wird in den nächsten Wochen völlig verschwinden.
Was ist Ihnen beim ersten Zusammenzug mit Ottmar Hitzfeld als grösster Unterschied zur Ära Köbi Kuhn aufgefallen?
Das ist schwer zu sagen. Im fussballerischen ist nichts komplett anders. Das ist gut so. Wir hatten allerdings erst zwei Trainings unter Hitzfeld. Aber wir sind gespannt auf diese Woche und wollen am Samstag ein positives Resultat erzielen.
Sie haben gegen Zypern keine Sekunde gespielt. An ihrer Stelle war Überflieger Valentin Stocker im Einsatz. Wie sehen Sie diese Situation?
Beim Zypern-Spiel war das so mit Ottmar Hitzfeld abgesprochen. Die Situation mit Stocker ist nicht irritierend. Ich sehe das eher positiv. Es ist gut, dass junge Spieler nachrücken. So haben wir auch mehr Optionen, wenn es einem Spieler nicht läuft.
Sind Sie überzeugt davon Valentin Stocker beim Israel-Spiel aus der Startelf zu drücken?
Das kann man nie sagen. Ottmar Hitzfeld macht die Aufstellung. Aber wenn es mir nicht laufen sollte, würde Valentin Stocker sicher bereit stehen. Das ist gut zu wissen.
Vor vier Jahren haben Sie sich in Israel schwer verletzt. Ihre Karriere kam durch diesen Kreuzbandriss ins Stocken. Denken Sie noch daran?
Für mich ist das Ganze abgehakt. ich werde auch im Spiel versuchen nicht daran zu denken.
Was wissen Sie über Israel?
Es ist immer sehr, sehr schwer gegen Israel zu spielen. Das haben wir schon bei der letzten WM-Quali gesehen und andere Mannschaften auch bei der letzten EM-Qualifikation. Israel kann sich Chancen auf die WM-Qualifikation ausrechnen und gegen einen direkten Konkurrenten ist es immer wichtig zu punkten. Das Spiel in Israel ist auch eine Standortbestimmung für uns.
Ist es ein Vorteil zuerst auswärts zu spielen?
Ich glaube, man kann das immer so auslegen, dass es für einen passt. Wir sind von uns überzeugt und wollen drei Punkte in Tel Aviv holen.
Mit wie vielen Punkten wären Sie persönlich zufrieden aus den ersten beiden Spielen?
Sechs wären natürlich schön, aber mit vier wären wir sicher gut dabei.»
Wie gross ist die Chance, dass die Schweiz an die WM 2010 kommt?
Die Mannschaft weiss, dass es ein harter Weg wird. Wenn wir eine Mannschaft werden, haben wir das Potenzial uns zu qualifizieren. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir dafür über uns hinauswachsen müssen.
Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch einige Fragen unserer User stellen: Verfolgen Sie den FC St. Gallen noch?
Ja, auf jeden Fall. Ich kenne auch noch einige Spieler. Aus Deutschland lese ich immer, was St. Gallen gemacht hat und verfolge die Entwicklung. Ich kann allerdings nur selten im Stadion sein.
Waren Sie in Genf sehr enttäuscht, dass Sie nicht spielen konnten? Haben Sie darum keine Autogramme gegeben?
Das mit den Autogrammen tut mir leid. Das war keine Absicht. Natürlich will man immer spielen. Aber an diesem Tag habe ich das mit Ottmar Hitzfeld abgesprochen, darum war es nur halb so schlimm.
Was würden Sie bei einem Angebot eines absoluten Grossklubs wie Chelsea oder ManU machen?
Das ist immer schwierig. Ich wiege immer die positiven und negativen Punkte ab. Aber man wechselt ja nicht, nur damit man gewechselt hat. Bei einem grossen Klub ist es allerdings immer doppelt schwierig. Man weiss ja nie, ob so eine Chance wiedermal kommt.
Wie ist es von weiblichen Fans begehrt zu sein?
Das ist natürlich schön. Ohne Fans wären wir nicht dort, wo wir sind. Aber ich bin glücklich vergeben.
Wieso tragen Sie in der Nati die Nummer 16?
Am Anfang wurde mir eine Nummer zugeteilt. Als neuer Spieler in der Nati kann man nicht wählen. Danach war die Nummer 16 frei, welche ich auch bei Hannover hatte. Die habe ich dann genommen. Ich finde es schön, dass man mich mit der Nummer 16 identifiziert.
Letzte User-Frage: Werden Sie ihre Karriere in der Schweiz beenden?
Ja, ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mal wieder für den FC St. Gallen spielen möchte. Ich hoffe, dass es gesundheitlich auch klappt.

























