Challandes erneut sauer

01. Oktober 2012 09:11; Akt: 01.10.2012 09:11 Print

«Kann nicht sein, dass Betrüger belohnt werden»

von Eva Tedesco - Bernard Challandes fordert nach dem 1:2 in Luzern mehr Ehrlichkeit auf dem Platz. Die Spieler sollen weniger schreien und Schiedsrichter wünscht sich der Thun-Trainer wie in England.

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Und wieder hat Bernard Challandes einen seiner wilden Auftritte. Der Thun-Trainer erklärt nach dem 1:2 gegen den FC Luzern warum. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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«Könnt ihr nur Foul pfeifen, wenn sich ein Spieler laut schreiend zu Boden fallen lässt», brüllt Bernard Challandes Schiedsrichter Stephan Studer, den 4. Offiziellen, nach der 1:2-Niederlage in Luzern an. «Es kann nicht sein, dass Betrüger belohnt werden.» Und immer wieder fällt das Wort «Tricheur» (Betrüger). Dann stampft Challandes an den Medien vorbei und verschwindet fluchend in der Garderobe.

Minuten später taucht der Thun-Trainer mit einem Lächeln an der Medienkonferenz auf und erklärt sich. «Demiri lässt sich trotz eines Fouls im Duell gegen Winter nicht fallen und der Pfiff bleibt aus und wir kassieren daraufhin das 0:2. Ich hasse solche Situationen. Ich hasse es, wenn sich Fussballer laut schreiend zu Boden fallen lassen. Und ich will Demiri nächste Woche nicht zum Lügen ermutigen müssen, dass auch er sich das nächste Mal schreiend fallen lässt.»

Challandes wünscht sich Philosophie zurück

«In England», referiert der Jurassier weiter, «wird ein Spieler vom Publikum ausgepfiffen. Wie oft pfeift ein Schiri in England? Haben Sie das schon mal gezählt? Vielleicht zehnmal pro Match? Bei uns wird viel zu viel gepfiffen. Aber bevor mir das wieder als Kritik an den Unparteiischen ausgelegt wird: Es geht mir hier nicht um einen Vorwurf. Es geht um eine Kultur, die einreisst, die weder im Sinn des Spiels sein kann, noch für den Zuschauer attraktiv ist. Und da geht es nicht um Luzern oder Basel. Auch ich habe solche Spieler. Es geht hier um eine Linie, um eine Philosophie.»

«Wozu brauchen wir überhaupt den Arzt? Wasser scheint ja alles zu heilen», so der Thun-Coach weiter. «Wasser über die schmerzende Stelle und der Spieler ist geheilt und vielleicht sogar noch schneller, als vorher. Aber wer weiss, vielleicht ist das zuviel verlangt. Vielleicht will ich zuviel?» Challandes gestikuliert und redet, redet und gestikuliert. Plötzlich hält er inne und schaut den Journalisten eindringlich in die Augen.

Der Schiri hat keine Schuld an der Thun-Pleite

«Aber ich betone: Wir haben das Spiel verloren und nicht der Schiedsrichter. Es waren unsere Fehler. Nur drei Tage nach dem Derbysieg gegen YB hat meine Mannschaft einfach noch nicht die Reife – und vielleicht fehlt auch etwas die Klasse – um noch einmal nachzulegen. Wir wissen, dass der FC Thun für einen Sieg gegen YB an die Grenzen gehen muss und das kostet Kraft. Man hat in Luzern gesehen, dass es an Feuer gefehlt hat, wir waren immer einen Tick zu spät dran.»

Und so bleibt es wie gehabt: Nach jedem Thuner Sieg folgt postwendend eine Niederlage. «Wir haben eine Chance verpasst, einen Schritt vorwärts zu machen. Es ist nicht dramatisch, aber ich bin enttäuscht. Schliesslich träumt man von mehr und will immer mehr. Ich bin ein Trainer der fordert und sich nicht mit dem Ligaerhalt zufrieden gibt. Das ist natürlich unser primäres Ziel, aber man muss doch Fortschritte machen und das haben wir bisher noch nicht geschafft. Ich hoffe auf eine neue Heldentat nächste Woche – vielleicht dann gegen Leader GC. Ich glaube die Mannschaft ist eher bereit gegen Gegner wie YB oder ein GC zu spielen, als auswärts gegen eine Mannschaft die das Messer am Hals hat wie Luzern.»
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Thun-Stürmer Marco Schneuwly äussert sich nach der Niederlage in Luzern (Video: 20 Minuten Online)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D. D am 02.10.2012 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Laut Schreien und Fallenlassen:

    Dies scheint zur Zeit eine erfolgreiche Taktik zu sein... verstehe Challandes, dass er sicht darüber aufregt, mich nervt es auch, diese Saumode ist kaum mitanzusehen. Gebe Challandes bei allem Recht, ausser bei der Aussage, dass diese Sachen in England nicht gemacht werden oder verpönt sind...die Traurige Wahrheit ist, dass dies nicht mehr so ist. Um International mithalten zu können mit den Italiener und Spanier mussten sich die Engländer das Schreien und Fallenlassen angewöhnen und sind nun keinen Dreck besser.

  • bob am 01.10.2012 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    guter mann

    bernhard challandes ist ein grossartiger trainer. zeigt emotionen,ist leidenschaftlich. solche leute brauchen wir und wo er recht hat,hat er recht. viele spieler wälzen sich,als wäre ihnen ein bein weggeschossen worden.

  • Pedro am 01.10.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Challandes hat Recht

    Wenn man die Regeln richtig anwenden wuerde, muesste man auch pfeifen wenn ein Spieler nicht faellt. Allerdings hat die Sache den Haken, dass viel mehr gepfiffen werden muesste, da eigentlich viele Aktionen geschehen die ein Foul waeren gemaess Regelbuch, aber heutzutage nicht mehr so taxiert werden. Grundsaetzlich liegt es aber an den Spielern die keinen Ehrenkodex kennen und an uns Zuschauern! Es ginge auch anderst wie es England zeigt.

  • newbie am 01.10.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich Schiri wäre...

    Wenn jemand "spektakulärer" umfällt, als es sich gehört, würde ich konsequent Schwalbe pfeifen, selbst wenn es eine Berührung gegeben haben sollte. Wenn sich ein Spieler am Boden windet, kommt sofort die Bahre und dann geht er auch vom Platz. Ob er wider rein will/kann, schau ich frühstens 2 min später. Nicht mal aus Trotz - denn mal ehrlich, wenn jemand eine solche Szene macht, dann muss er schwer verletzt sein?! Schon aus Sicherheitsgründen darf ich ihn, ohne vorherige, ausgiebige Erholungszeit, nicht wider aufs Feld lassen...

  • Heribert am 01.10.2012 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    und fertig ist. Rote Karte für grob unsportliches Verhalten und die "Schlaganfälle" wären ganz schnell Vergangenheit.