Heisse Begrüssung

20. November 2012 14:53; Akt: 20.11.2012 16:39 Print

Höllenempfang für die Red Devils

Manchester United tritt heute Abend in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul an. Schon beim Empfang machten die einheimischen Fans klar, was die Kicker aus England erwartet.

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Galatasaray-Fans machen aus dem Flughafen ein Tollhaus.

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Da dürfte manch ein Flughafenbenutzer leer geschluckt haben: Hunderte von fanatischen Galatasaray-Anhängern verwandelten den Atatürk-Flughafen in ein gelb-rotes Tollhaus. Mit lauten Gesängen nahmen sie die Ankunftshalle ein und warteten auf die Spieler von Manchester United.

Diese treten heute Abend im Rahmen der Champions League in der Türk Telekom Arena (Neubau anstelle des Ali Sami Yen) gegen Galatasaray an. 50'000 Fans dürften das offiziell lauteste Fussballstadion der Welt einmal mehr zu einem Hexenkessel werden lassen. Einen Vorgeschmack lieferten die Anhänger schon am Flughafen. Der Empfang in der Hölle wurde durch Petarden und Sachbeschädigungen unterstrichen. Die Polizei bekundete grosse Mühe, die Scharen in Schach zu halten.

ManU-Spieler bekommen nichts mit

Nicht viel mitbekommen vom ganzen Trubel haben allerdings die Spieler von Manchester United. Diese wurden kurzfristig in einen anderen Terminal umgeleitet und konnten «den Empfang der Fans entgehen», wie ManU-Trainer Alex Ferguson später an der Pressekonferenz erzählte.

Trotzdem weiss er genau, was ihn und sein Team erwartet. Als er vor 19 Jahren erstmals mit den Red Devils in Istanbul gegen Galatasaray antrat, wurden die Spieler Eric Cantona und Bryan Robson nach der Partie im Spielertunnel von Polizisten angegangen. Seither traf er nur noch einmal (Saison 1994/1995) auf «Gala», erklärt aber entspannt: «Wir waren schon einige Male in Istanbul und kennen die Atmosphäre in der Türkei. Die Zuschauer sind fanatisch, aber das ist kein Problem für uns.» Der alte Hase Ferguson kann dies bestimmt so sagen, doch ob das alle Fussballer in seinem Team so sehen? Da die United bereits als Gruppensieger feststeht, liess der Trainer die Topstars zu Hause (u.a. Rooney und van Persie) und hat in seiner jungen Truppe stattdessen acht Spieler dabei, die noch nie in der Königsklasse spielten.

Erinnerungen an die Schweizer Nati

Bei diesen Bildern werden bei Schweizern sofort wieder Erinnerungen an den November 2005 wach, als die Nati sich im Barrage-Rückspiel trotz der 2:4-Pleite für die WM 2006 qualifizierte. Auch damals wurde der Schweiz schon ein heisser Empfang mit einigen Schikanen am Flughafen bereitet. Kurz nach der Partie mussten die Schweizer in die Kabine flüchten, unter anderem gingen die Spieler in den Katakomben aufeinander los. Ein noch dunkleres Kapitel schrieben die türkischen Fans im Jahr 2000, als zwei Leeds-Fans im Rahmen einer Uefa-Cup-Partie mit Messerstichen getötet wurden.

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Galatasaray-Fans wüten auf dem Flughafen in Istanbul (Quelle: YouTube/deancoombesfootball)

(fox)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Renato Wyss am 20.11.2012 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Heisssporne

    Ich erinnere mich noch mit Schrecken zurück an das Spiel der CH Nati im alten Ali Sami Yen Stadion (ex Galatasary Stadion) im Jahre 1995. Die Schweiz gewann 2.:1. Wir wurden während des Spiels gezielt mit etwa 5 Fr grossen Münzen beworfen. Nach dem Spiel wurden wir von der Polizei eskortiert, die letzten Meter aber zum Bus waren Spiessrutenlaufen. Im Bus angekommen wurde das neue Fahrzeug mit Pflastersteinen beworfen. Scheiben gingen in Brüche und unser Fahrer, ein Türke, musste nachher das Spital aufsuchen. Der Bus sah aus wie nach dem Krieg. Aber wir haben's überlebt.

  • Heribert am 20.11.2012 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jep liebe schweizer Polizei und Politik

    ...die waren sicher (ganz sicher) alle betrunken...

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  • 1312 am 20.11.2012 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro

    Endlich wieder Action. Jetzt können die Engländer zeigen, was sie können..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oguz Ertok am 21.11.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz!!!

    Als erstes möchte ich als Galatasaray Fan betonen dass dieses wüten am Flughafen nicht aktzeptabel ist und das Verhalten völlig daneben ist. Typisch ist für mich das Verhalten, die Denkweise und die Absichten gewisser Medien hier in der Schweiz gegenüber der Türkei. Es werden über schlechten Nachrichten berichtet, also negative Schlagzeilen, Türken sind für die Schweizer immer Schuld! Auch 2005 beim Barrage Spiel, es sind ja die Türkischen Medien gewesen die sich gegenüber dem Gastland frech, unangemessen und teilweise rasisstisch gäussert haben, oder Ihr lieben Schweizer?

  • Alex/Heine am 20.11.2012 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unzivilisiert!

    Klar gibt es überall in Europa Fussball-Hooligans. Aber nur in der Türkei gehen sie zum Flughafen, um die anreisende Mannschaft zu brüskieren. Wie unzivilisiert muss die Mentalität solcher Menschen sein!

  • Baykal Oezbey am 20.11.2012 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vergessen

    Alle die hier behaupten sowas passiert nur in diesen Ländern usw. Sie sollen nicht vergessen FC Basel - Zürich dort gabs mehr verletzte oder vor kurzen FC Düsseldorf - Köln kommt nicht immer mit der 3 Welt manier genau die gleichen Sachen passieren vor unsere Türe.

    • Hans H am 20.11.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      na gut

      einfach nicht bei jedem Spiel... ;-)

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  • GS-Fan am 20.11.2012 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ncncn!

    als türke muss ich zugeben, das ist lächerlich ! die türken verschlechtern ihren ruf selber :(

  • Renato Wyss am 20.11.2012 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Heisssporne

    Ich erinnere mich noch mit Schrecken zurück an das Spiel der CH Nati im alten Ali Sami Yen Stadion (ex Galatasary Stadion) im Jahre 1995. Die Schweiz gewann 2.:1. Wir wurden während des Spiels gezielt mit etwa 5 Fr grossen Münzen beworfen. Nach dem Spiel wurden wir von der Polizei eskortiert, die letzten Meter aber zum Bus waren Spiessrutenlaufen. Im Bus angekommen wurde das neue Fahrzeug mit Pflastersteinen beworfen. Scheiben gingen in Brüche und unser Fahrer, ein Türke, musste nachher das Spital aufsuchen. Der Bus sah aus wie nach dem Krieg. Aber wir haben's überlebt.