03. Mai 2008 07:18; Akt: 03.05.2008 21:38 Print

Eskalation in Basel: Feuerbälle auf FCB-FansEskalation in Basel: Feuerbälle auf FCB-Fans

1000 Grad heisse Petarden auf Fussball-Fans, wüste Strassenschlachten: Bei Randalen während und nach dem Fussballspiel Basel gegen den FC Zürich musste die Polizei in Basel massiv durchgreifen. 45 Personen wurden verletzt, zwölf Randalierer festgenommen. Ein Augenzeuge kritisierte den Polizeieinsatz in Basel im Hinblick auf die Euro 08 aufs Schärfste.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

In Basel kam es beim Match des FC Basel gegen den FC Zürich nach Angaben der Behörden zu wüsten Szenen. Nach dem Spiel konnte die Polizei nach eigenen Angaben nur mit massivem Mitteleinsatz einen Teil der Zürcher Fans unter Kontrolle halten und zu dem bereitstehenden Extrazug zwingen.

Feuerwerkskörper geworfen

Eine direkte Konfrontation mit ebenfalls gewaltbereiten Basler Fans konnte die Polizei dabei verhindern. 45 Personen erlitten bei den Auseinandersetzungen meist leichte Verletzungen, 16 von ihnen durch Gewalteinwirkung. Drei Personen, unter ihnen ein Polizist, mussten in ein Spital eingewiesen werden.

Schon während des Spiels, das Basel mit 4:0 gewonnen hatte, war es zu Übergriffen gekommen, wie das folgende, auf YouTube veröffentlichte Video zeigt. Zürcher warfen ins Stadion geschmuggelte Fackeln und Feuerwerkskörper auf Basler Zuschauer. Zwei Personen wurden verletzt.

Nach dem Match kam es zu grossen Sachbeschädigungen und Schlägereien unter den verschiedenen Zürcher Gruppierungen. Auch das zeigt ein Video, das auf YouTube publiziert wurde.


Wie ein Polizeisprecher am Samstag auf Anfrage sagte, konnten die ins Spital gebrachten Verletzten dieses später wieder verlassen. Auch die 12 festgenommenen Personen seien wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Je nach Sachlage hätten sie mit einem Verfahren zu rechnen.

Massive Kritik an Basler Polizeieinsatz

Das Sicherheitsdispositiv der Sicherkeitskräfte und der Polizei in Basel hätten kläglich versagt, meinte ein Augenzeuge und Zuschauer gegenüber 20minuten.ch. Nach Spielschluss hätte man als FCZ-Fan 15 Minuten lang im Stadion warten müssen. Als man dann auf den Extrazug wollte, versperrte die Polizei einem den Weg und man war schutzlos dem Tränengas und Gummischrothagel ausgeliefert. «Panik kam auf, Leute schrien, weil sie Gummigeschosse an den Kopf kriegten», beschreibt der Augenzeuge die wüsten Szenen gegenüber 20minuten.ch.

Wie der Informationschef des Basler Sicherheitsdepartements, Klaus Mannhart, gegenüber Radio DRS sagte, waren die Tumulte auf den Rängen des Basler «Joggeli» insofern eine Premiere in den Schweizer Stadien, als bewusst so genannte «Bengalen» auf Zuschauer geworfen worden seien. Ein schlechtes Omen für das Verhalten der Zuschauer an der Euro 08 sei dies aber nicht. Das Publikum, das sich die Spiele der Europameisterschaft anschauen werde, habe viel Geld bezahlt für ihre Tickets und sei allein schon deshalb nicht an Schlägereien und Krawallen interessiert. Zudem gebe es während der Euro 08 keinen Alkohol in den Stadien, was ebenfalls präventiv wirke

Gummischrot und Reizgas in Bern

In Bern musste die Polizei am Freitag nach dem Spiel der Young Boys gegen Neuenburg Xamax Gummischrot und Reizgas einsetzen, um ausser Rand und Band geratene Fans beider Clubs zur Ruhe zu bringen. Zu den Ausschreitungen kam es ausserhalb des Stadions. Ein Polizist wurde verletzt und musste sich in Spitalpflege begeben.

Mehrere Personen wurden angehalten und ihre Personalien kontrolliert. Sie müssen laut Kantonspolizei mit einer Anzeige rechnen. Bei den Ausschreitungen wurde auch ein Car aus Neuenburg beschädigt. Das Spiel hatten die Westschweizer Gäste mit 3:1 gewonnen.

Kein Handlungsbedarf

Trotz der Fussball-Krawalle sieht Martin Jäggi, Schweizer Sicherheitschef der Euro 2008, keinen Handlungsbedarf: «Wir ändern nichts an unserem Konzept. Unser Konzept ist sicher», sagte er am Samstag gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen SF.

Er sei sicher, dass solche Bilder an der Fussball-EM nicht zu sehen sein würden - schon darum nicht, weil ein anderes Publikum an die Spiele der Nationalmannschaft komme als an die Klubturniere.

Skeptischer zeigte sich der Schweizer Turnierdirektor Christian Mutschler: «Es gibt Optimierungsbedarf», sagte er. Es sei an der Zeit, dass man dies anpacke. Mutschler kündigte an, bei den EM- Spielen würden die Stadien schon drei Stunden vor Spielbeginn geöffnet, «damit genug Zeit für die Kontrollen bleibt».


FCB - FCZ // 02.05.2008 // - MyVideo Schweiz

kub/SDA/AP

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
Clubsuche Schweiz

Finden Sie blitzschnell Resultate von mehr als 1400 Schweizer Fussballclubs mit über 7000 Mannschaften.

Schweizer Fussballresultate