Knallharte Fakten

17. Oktober 2012 15:48; Akt: 17.10.2012 16:52 Print

Alles spricht für Gavranovic

von H. Egli - 187 Minuten, 4 Tore: Joker Mario Gavranovic ist der erfolgreichste Stürmer, den die Nati je hatte. Er trifft viel öfter als Stammspieler Eren Derdiyok. Das muss Ottmar Hitzfeld zu denken geben.

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Die Zahlen sprechen für sich: Mario Gavranovic hat in fünf Länderspielen für die Schweiz viermal getroffen. Er spielte dabei lediglich 187 Minuten. Eren Derdiyok stand bisher mehr als zwölfmal länger auf dem Platz – und bringt es gerade mal auf sieben Treffer.

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Was hat dieser Mario Gavranovic doch für einen Torriecher! Zumindest in der Nationalmannschaft. Steht der bald 23-jährige Stürmer – er hat am 24. November Geburtstag – einmal auf dem Platz, geht es meist nicht lange und der Ball zappelt im Netz. Zuletzt im WM-Qualifikationsspiel gegen Island, als Gavranovic von Anfang an ran durfte, weil Eren Derdiyok gesperrt war. Gegen Norwegen schoss der schweizerisch-kroatische Doppelbürger beim 1:1 den Führungstreffer und im Testspiel gegen seine frühere Heimat Kroatien traf Gavranovic beim 4:2-Sieg im August sogar zweimal.

Hitzfeld hat nun also eine Variante im Angriff. «Schön, dass es jetzt etwas Konkurrenz gibt auf der Stürmerposition. Es ist für einen Trainer immer gut, wenn er auswählen kann», sagt Ottmar Hitzfeld. Dass sein Joker so treffsicher ist, wundert den Nati-Trainer nicht: «Gavranovic ist ein Strafraumstürmer, einer, der sich durchsetzen kann.»

Über Umweg zurück in die Heimat

Gavranovic suchte sein Glück früh im Ausland. Nach Stationen in Lugano, Yverdon und Neuenburg wechselte der 1,75 m grosse Stürmer im Februar 2010 zu Schalke. Dort machte der damals 20-Jährige in seinem ersten Champions-League-Spiel gegen Valencia gleich mit einem Traumtor auf sich aufmerksam. Danach verblasste Gavranovics Stern. Auch ein Abstecher auf Leihbasis zu Mainz während der Saison 2011/12 brachte nichts.

Im Sommer 2012 zog es den Sohn von Petar Gavranovic, der in Kroatien einst 14 800 Ballberührungen nonstop schaffte, in die Heimat zurück. Der FCZ sicherte sich die Dienste des jungen Stürmers. Für Hitzfeld ein entscheidender Faktor. Gavranovic habe mit der Rückkehr in die Schweiz den richtigen Weg gewählt. «Es ist besser, wenn sich junge Spieler zuerst in der Schweiz durchsetzen und hier die Torschützenkrone anstreben. Dann können sie gefestigt ins Ausland wechseln und bereits einen Namen vorweisen.»

Derdiyok muss sich warm anziehen

Im Normalfall wird Derdiyok auch in absehbarer Zukunft die Nummer 1 im Schweizer Sturm sein. Hitzfeld setzt bekanntlich auf Kontinuität. Aber vergleicht man Derdiyoks Zahlen mit jenen von Gavranovic, müsste eigentlich Letzterer von Beginn weg spielen. Der ehemalige Basler kam in der Nati in 43 Spielen während 2290 Minuten zum Einsatz. Dabei schoss er nur sieben Treffer. Eine magere Ausbeute und ein Stürmer wird bekanntlich an seinen Toren gemessen. Daher müsste sich Derdiyok nicht wundern, wenn im nächsten WM-Qualifi-Spiel im März 2013 gegen Zypern Gavranovic spielt und er auf der Bank Platz nehmen muss.

Im Klubfussball kennt der 1,91-Meter-Mann die Ersatzbank seit geraumer Zeit. Nach seinem Wechsel im Sommer zu Hoffenheim ist Derdiyok schon jetzt nicht mehr erste Wahl und kommt meist nur als Auswechselspieler zum Einsatz. Das war letzte Saison bei Bayer Leverkusen ebenfalls so, nachdem er zuvor schönere Zeiten erlebt hatte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Balli am 17.10.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Ausbeute!

    Effizienz zählt! Alex Frei hat bis heute für die Nati wohl am meisten Tore erzielt, doch schoss er zuvor mindestens zehnmal daneben. Das wird oft vergessen. Gut ist er nicht mehr dabei!

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  • Duke am 18.10.2012 04:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem Torwart

    Das Problem liegt doch nicht im Sturm!!! Wir treffen ja:-) das nächste Problem ist der Torwart fürs nächste Spiel und da gibt's für mich nur Daniel Lopar, der nicht aufgeboten wird. Schade :-(

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  • El Tinho am 17.10.2012 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steven Zuber in die A-Nati

    Steven Zuber sollte unbedingt ein A-Nati Aufgebot erhalten!! Er ist ein genialer Spieler mit riesigem Talent..was meint ihr?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • romana am 18.10.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    erfolg nach 187 minuten

    Der erfolgreichste nati-spieler allerzeiten.?! ich weiss ja nicht, nur weil er eine guete phase hat ist er gleich der besste? ich will die leistungen dieses spielers ja nicht schlecht machen aber denken wir mal an frei streller huggel vogel gygax cabanas und co. die haben über mehrere jahre gute leistungen erbracht. und auch derdiyok hatte seine guten phasen und ist momentan eben nicht so toll aber warum muss man ihn gleich abschreiben?

  • Paul Gautschi am 18.10.2012 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    derdiyok ist miserabel

    derdiyok ist unbrauchbar. seine quote ist miserabel. ein wunder das er überhaupt aufgeboten wird.

  • Trainer Fuchs am 18.10.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gut, beide zu haben.

    Diese Frage muss man doch nicht abschliessend beurteilen. Es spielt, wer besser in Form ist und besser ins taktische Konzept bzw. zum Gegner passt. Da wird Hitzfeld sicher besser Bescheid wissen, als wir alle hier...

    • Jürg am 18.10.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      endlich ein Vernünftiger

      Gut, gibt es hier auch jemand, der etwas vernünftiges zu diesem Thema schreibt!!! GOttmar wird uns sicher nach Brasilien führen aber leider wird es auch dann noch Nörgeler geben, die nur negatives sehen! Hop Schwiiz!

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  • Mister Kroatien am 18.10.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gavranovic Nr. 1

    Derdiyok bringts einfach nicht mehr. In der Nati nicht und auch in der Bundesliga nicht. Hitzfeld soll Gavranovic in den nächsten Quali-Spielen die Chance geben und schauen, wie ersich entwickelt. Ich bin mir sicher, falls Gavranovic seine Chancen bekommt, wird er diese ausnützen und Tore für die Schweiz schiessen. auf diesem Wege... Hopp Schwiiz, Brasilien wartet! ;-)

  • Eddies Aura am 18.10.2012 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vorteil Derdiyok

    Die Aufgaben eines Stürmers begrenzt sich nicht nur aufs Tore schiessen! Schaut euch dich mal an, was so ein Derdiyok macht wärend seiner Einsatzzeit: Er läuft, halted die Bälle vorne, verteilt sie, oder setzt eben Mitspieler wie Xhaka oder Barnetta perfekt in Szene. Das ist ganz wichtig! Gavranovic hat zwar gegen Norwegen und Island getroffen, aber sind wir ehrlich: Diese MUSSTE er ja machen, er brauchte doch nur noch einzuschieben. Gavranovic ist Toll als Joker, aber ihn als Stammspieler anstellle von Derdiyok zu bringen, würde ich (noch) nicht befürworten...

    • bugohoss am 18.10.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Chancentot Derdiyok

      ja genau - Gavranovic hat sie souverän gemacht - Mister Chancentot Derdiyok hätte auch die versemmelt!!

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