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Meisterschaft wieder offen
07. Februar 2010 13:25; Akt: 07.02.2010 18:42 Print
Basel zerzaust YB, 19 Treffer in 3 Spielen
Die Schweizer Fussball-Meisterschaft hat an Spannung gewonnen, weil Leader YB zum Auftakt der Rückrunde beim ersten Verfolger Basel 0:4 verloren hat. Ein Penalty brachte die Vorentscheidung. In den beiden Spielen in Aarau und Luzern kam es zu 15 Treffern.
Der Partie im St.-Jakob-Park war in der Winterpause vorentscheidenden Charakter zugeschrieben worden. Hätten die Berner gesiegt, würde ihr Vorsprung auf die Konkurrenz zehn Punkte und mehr betragen. Eine Lücke, die nur schwer zu schliessen gewesen wäre, obwohl noch 17 Runden ausstehen. Da es anders gekommen ist, beträgt die Differenz zwischen den beiden Spitzenteams nur noch vier Zähler. Es kündigt sich eine spannende zweite Saisonhälfte an, die am 16. Mai mit der «Finalissima» und dem Wiedersehen zwischen YB und FCB endet. Spätestens dann wird entschieden sein, ob die Gelb-Schwarzen doch noch Titel holen können oder ob ihre Durststrecke (keine wichtige Trophäe seit dem Cup-Sieg 1987) eine Fortsetzung findet.
Im ersten und letzten Spiel der Rückrunde trifft YB auf Basel.
Die vorentscheidenden Aktionen hatten sich Mitte der zweiten Halbzeit ereignet. FCB-Talent Xherdan Shaqiri zog Richtung gegnerisches Gehäuse, wurde zu spät gestört, seinen Weitschuss konnte YB-Goalie Marco Wölfli nicht festhalten, Marco Streller setzte nach und fiel über das ausgestreckte linke Bein von Wölfli, was WM-Schiedsrichter Busacca ohne zu zögern mit einem Foulpenalty ahndete. Den Strafstoss verwertete Alex Frei mühelos.
Aus Sicht der «Bebbi» war der Bann gebrochen, bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die gefährlicheren Angriffe gezeigt, ohne jedoch daraus Profit zu ziehen. Zu ungenau waren die Abschlüsse gewesen. Das 1:0 wirkte befreiend. Streller beseitigte nach einer Flanke von Valentin Stocker mit seinem Kopf-Tor in der 81. Minute alle Zweifel. Auf ähnliche Weise fiel das 3:0. Der Assistgeber hiess diesmal Alex Frei, der Vollstrecker Marcos Gelabert. Die viel gepriesene YB-Offensive enttäuschte. Bis auf einen Kopfball von Seydou Doumbia nach rund 20 Minuten hatte sie wenig zu bieten.
Überragender Yakin und GC-Abwehrfehler
Die Offensivkräfte Hakan Yakin, Davide Chiumiento und Cristian Ianu führten Luzern zum 4:2-Sieg gegen GC. Yakin erzielte eine Doublette und leistete einen Assist.
Zwei Tore zu Beginn der jeweiligen Halbzeit brachten Luzern auf die Siegesstrasse. Die Grasshoppers fanden nur auf das 0:1 aus der 2. Minute (Hakan Yakin) eine Antwort, indem Davide Callà postwendend ausglich. Nach den Toren von Chiumiento (35.) und Ianu (48.) hatten die Zürcher Pech, als Afonso nur den Pfosten traf (58.), und Yakin kurz darauf mit seinem zweiten Treffer die Entscheidung herbeiführte (61.).
Die feingliedrigen Yakin, Ianu und Chiumiento waren auf dem tiefen und äusserst schwer bespielbaren Terrain im Gersag-Stadion die besten Akteure auf dem Platz.
Die Grasshoppers glaubten bis zuletzt an eine Wende. Am Ende brachten sie sich mit drei Abwehrfehlern aber um ein besseres Resultat. Beim 1:2 offenbarte Menezes Defizite im Stellungsspiel, beim dritten Gegentor liess Vallori Hakan Yakin, der den Pfosten traf, ziehen, und beim 1:4 hoben Smiljanic und Voser das Offside auf und begünstigten den Torschuss des ungedeckten Yakin. Die erste Niederlage nach drei Siegen zum Abschluss der Vorrunde liess sich so nicht verhindern.
Tor, Tor, Tor: Aaraus unbekannte Seite
11 Tore erzielte Aarau in der gesamten Vorrunde. Zum Start der Rückrunde waren es nun gegen Bellinzona mehr als die Hälfte davon. 6:3 siegte der Tabellenletzte. Nach dem erst zweiten Saisonsieg hoffen sie in Aarau wieder auf den Ligaerhalt. Bellinzona ist nur noch fünf Punkte vor dem FCA klassiert. Sechs verschiedene Torschützen trafen für Aarau.
Als hätte es die fürchterliche Vorrunde nie gegeben, stürmte Aarau von Beginn weg ohne Komplexe los. Schon nach vier Minuten konnte Verteidiger Aquaro nach einem Pass von Burki zum 1:0 einschieben. Für ihn war es wie für die nachfolgenden Aarauer Torschützen Lang (4:2), Bastida (5:2) und Mustafi (6:2) der erste Saisontreffer. Die weiteren Tore schossen Stoll (2:1) und Bengondo (3:2).
Am Ende hatte Aarau also sechs Tore erzielt - so viele wie seit sieben Jahren nicht mehr in der Meisterschaft. Im Frühjahr 2003, damals noch in der Auf-/Abstiegsrunde, hatte Aarau ein Spiel in Vaduz 6:3 gewonnen.
Bellinzona schaffte durch Edusei und Lima zweimal den Ausgleich, doch dann kassierten die Tessiner zwischen der 36. und 46. Minute drei Gegentore zum 2:5-Zwischenresultat. Im Herbst hatte Bellinzona in Aarau noch 2:1 gewonnen; seither resultierten in sechs Partien fünf Niederlagen - und 29 Gegentore.
Axpo Super League, 19. Runde.
FC Basel - Young Boys Bern 4:0
Luzern - Grasshoppers Zürich 4:2
Aarau - Bellinzona 6:3
Basel - Young Boys 4:0 (0:0)
St.-Jakob-Park. - 26 054 Zuschauer. - SR Busacca.
Tore: 68. Frei (Foulpenalty) 1:0. 81. Streller 2:0. 86. Gelabert 3:0. 93. Safari 4:0.
Basel: Colomba; Inkoom, Abraham, Cagdas (89. Ferati), Safari; Shaqiri, Huggel, Gelabert (90. Cabral), Stocker; Frei, Streller (85. Almerares).
Young Boys: Wölfli; Lingani, Dudar, Affolter; Sutter, Hochstrasser (82. Morello), Doubai, Degen (78. Raimondi); Regazzoni, Doumbia, Coly (72. Bienvenu).
Bemerkungen: Basel ohne Costanzo, Chipperfield, Da Silva, Zanni, Carlitos und Zoua (alle verletzt). Young Boys ohne Marco Schneuwly, Schneider, Yapi (alle verletzt) und Christian Schneuwly (gesperrt). Vor dem Anpfiff Trauerminute für den verstorbenen Ex-Basel-Spieler Detlev Lauscher. 92. Wölfli lenkt Schuss von Cabral an die Latte
Verwarnungen: 14. Gelabert (Foul). 33. Affolter (Foul). 43. Cagdas (Foul). 65. Doubai (Foul). 67. Wölfli (Foul). 80. Hochstrasser (Foul). 84. Morello (Foul).
Aarau - Bellinzona 6:3 (4:2)
Brügglifeld. - 3900 Zuschauer. - SR Circhetta
Tore: 4. Aquaro 1:0. 14. Edusei 1:1. 24. Stoll 2:1. 34. Lima 2:2. 36. Bengondo 3:2. 43. Lang 4:2. 46. Bastida 5:2. 52. Ciarrocchi 5:3. 87. Mustafi 6:3.
Aarau: Benito; Lampi, Aquaro, Stoll, Elmer; Lang, Burki (55. Polverino), Bastida, Pejcic; Stojkov (90. Lehtinen), Bengondo (76. Mustafi).
Bellinzona: Zotti; Siqueira-Barras, Lima, Mangiarratti, Thiesson (43. Raso); Mehmeti (33. La Rocca), Edusei, Hima; Frank Feltscher, Conti (71. Sermeter); Ciarrocchi.
Bemerkungen: Aarau ohne Baykal (gesperrt) sowie Iomita und Marazzi (beide verletzt), Bellinzona ohne Diarra, Kasami und Rossini (alle nicht spielberechtigt).
Verwarnungen: 28. Hima (Foul). 44. La Rocca (Foul). 67. Stojkov (Reklamieren) 76. Polverino (Foul). 77. Lima (Reklamieren). 86. Feltscher (Foul).
Luzern - Grasshoppers 4:2 (2:1)
Gersag, Emmenbrücke. - 6277 Zuschauer. - SR Studer. - Tore: 2. Hakan Yakin 1:0. 6. Callà 1:1. 35. Chiumiento 2:1. 48. Ianu 3:1. 61. Hakan Yakin 4:1. 84. Cabanas 4:2.
Luzern: Zibung; Zverotic, Seoane, Veskovac, Claudio Lustenberger; Renggli (20. Wiss), Kukeli; Frimpong (83. Siegrist), Hakan Yakin (75. Ferreira), Chiumiento; Ianu.
Grasshoppers: Sommer; Menezes, Vallori, Smiljanic, Voser; Salatic; Zarate, D'Angelo (69. Zuber), Cabanas, Callà; Afonso (66. Rennella).
Bemerkungen: Luzern ohne Diarra und Etter (beide verletzt), Grasshoppers ohne Ben Khalifa, Lulic, Schultz und Lalombongo (alle verletzt) sowie Rolf Feltscher (nicht im Aufgebot). 58. Pfostenschuss von Afonso. 81. Lattenschuss von Zarate.
Verwarnungen: 9. Smiljanic (Unsportlichkeit). 29. Hakan Yakin (Reklamieren). 62. Callà (Foul). 76. Veskovac (Foul).
(si)

























