Türkei – Schweiz

09. November 2017 10:54; Akt: 09.11.2017 10:54 Print

Die Mutter aller Barrage-Spiele

Zwölf Jahre nach der Schande von Istanbul muss die Schweiz wieder den Gang in die Barrage antreten. Ein Rückblick.

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Hat jemals ein Spiel der Schweizer Nationalmannschaft mehr aufgewühlt als jenes vom 16. November 2005? Wohl kaum. Im Hinspiel um das WM-Ticket 2006 hatte man 2:0 vorgelegt. Freude über das Ergebnis in Istanbul, ein 2:4, das der Nati aufgrund der Auswärtstorregel das Ticket für Deutschland bescherte, stellte sich aber erst Stunden später ein. Weil der Schock über wüste Szenen nach dem Schlusspfiff tief sass.

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Bereits in Bern war die Stimmung aufgeheizt gewesen. Das Rückspiel in der Türkei wurde zum Spiessrutenlauf, der mit Pfiffen, Beleidigungen und einer Geduldsprobe am Flughafen begann und mit extremen Szenen endete. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stürmten die Schweizer los. Ihr Ziel: der Spielertunnel.

Schikane in Istanbul

Auf dem Weg dorthin kam es im Gerangel zu Fusstritten und Beleidigungen, Wurfgeschosse flogen aufs Feld. Auf dem Weg in die Kabine wurde Valon Behrami von einem türkischen Betreuer unsanft gebremst. Benjamin Huggel rächte sich am Türken und versetzte ihm einen Tritt in den Hintern. Dieser verfolgte den Schweizer und sprang ihm mit gestrecktem Bein in den Rücken.

Daneben gerieten Marco Streller und Alpay aneinander. Wiederum Huggel knöpfte sich Alpay vor, im Spielertunnel kam es zur Massenschlägerei. Am schlimmsten erwischte es Stéphane Grichting. Er erlitt einen Tritt in den Unterleib und spürt die Folgen davon teilweise auch heute noch.

Behrami als einziger aktueller Spieler dabei

Behrami kennt also Barrage-Tumulte. Der ewige Kämpfer, der für das Barrage-Hinspiel in Nordirland ziemlich sicher passen muss und mit seinem Club Udinese im Clinch liegt, gab im Oktober 2005 in der Quali gegen Frankreich (1:1) sein Debüt im Schweizer A-Team. Im Hinspiel in Bern hatte er kurz nach seiner Einwechslung getroffen, in Istanbul wechselte der damalige Nati-Trainer Köbi Kuhn den damals 20-Jährigen zur Pause für Philipp Degen ein.

Zwölf Jahre danach muss die Schweiz wiederum auf die ungemütliche Ehrenrunde. Man darf hoffen, dass die Nati den Umweg erneut erfolgreich nimmt.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny Schmidt am 09.11.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Team weiss, was zu tun ist

    Und als Fan tut man gut daran, ihnen die Daumen zu drücken. Nebenbei: Ich möchte kein 'sind ja keine Schweizer' hören - Behrami riskiert grad seinen Job für die Nati... auch kein 'singen ja nicht' - es ist kein Songcontest.

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  • Brian am 09.11.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Es war ein unschöner Abend und generell ein unglückliches Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Die Zwischenfälle im Hinspiel in Bern (welche in den Medien nur wenig Platz gefunden haben) wurden leider mit den sehr unschönen Vorfällen in Istanbul abgerundet. Finde es jedoch unnötig, diesen Vorfall jedes mal aus dem Archiv zu holen. An der Euro 08 gab es ein Wiedersehen beider Mannschaften, wo beide Seiten ihren Teil zur Wiedergutmachung beigetragen und Fair Play vom feinsten geboten haben. Aber Fairness und ein friedliches Spiel bringt vermutlich weniger Seitenaufrufe, als ein Skandal.

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  • Volkan S. am 09.11.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwamm drüber

    Was in Istanbul passiert ist, war sicher keiner unserer rühmlichsten Momente, ganz klar. Andererseits würde ich mir wünschen wenn sich einige Schweizer auch an der eigenen Nase nehmen und zugeben würden, dass die ersten groben Provokationen damals schon beim Hinspiel vor allem vom Blick aus gegangen sind. Was der Blick schrieb wurde von den türkischen Medien aufgenommen und verzehnfacht, was dann zu den wüsten Szenen geführt hat. Ich wünsche der Schweizer Nati jedenfalls viel Glück gegen Irland.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweiz am 09.11.2017 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2005

    Auch nach 12 Jahren wollen wir Schweizer nicht wahrhaben, dass wir die Türken in Bern aufs Übelste empfangen haben und unserer Pflicht als Gastgeber nicht gerecht wurden. Das Auspfeifen ihrer Nationalhymne hat doch gezeigt, was wir von ihnen halten. Die Quittung haben wir zurecht in Istanbul erhalten.

  • Lieber B. am 09.11.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Anständig

    Einfach anständig bleiben und nicht pfeiffffen.

  • RicBellini am 09.11.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte wiederholt sich

    Na das war ein Spiel. Bravo Jungs und heute das Gleiche in grün...äh mein rot. Dennoch aufgepasst auf die Ir(r)en!

  • Peter Naumann am 09.11.2017 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzige Kinderspiele

    Wie einfach doch die durchschnittlichen Gemüter sind, dass sie sich für solches interessieren. 22 erwachsene (?) Männer springen einer Balle nach und meinen darum dreht sich die Welt. Das ist so etwas von oberdämlich.

    • Andi Fire am 09.11.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Naumann

      Schön,wenn man als erwachsener noch ein wenig Kind sein kann. Das fehlt vielen Menschen.

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  • Nikinio am 09.11.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Tja mein Bild der Türken hat sich damals eingebrannt. Und leider muss ich sagen habe ich bis jetzt noch nichts mit Türken erlebt, welches diese extreme Negative Bild widerlegt. Aber zum Glück kommen die ja seit ewig an kein Turnier mehr. Somit alles gut. Hopp Schwiiz

    • Rocky Balboa am 09.11.2017 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nikinio

      Wieso leider?

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