«Auswärts»

14. Dezember 2009 07:54; Akt: 14.12.2009 10:02 Print

Die Ehrfurcht vor dem Mythos BernabéuDie Ehrfurcht vor dem Mythos Bernabéu

von Herbie Egli - Das Santiago-Bernabéu-Stadion von Real Madrid gilt als eines der schönsten Stadien auf der Welt. Dazu gehört auch die spezielle Lage und die Bauweise des Fussball-Tempels.

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Frontansicht des imposanten Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid am 24. November 2009. Von der Seite betrachtet stechen vor allem die Ecktürme hervor. Wer sich nicht zurecht findet, kann sich an allen vier Ecktürmen an einer Tafel orientieren. Der Ticket-Vorverkauf läuft auch am Vortag des Spiels noch. Das Schaufenster des dreistöckigen Fanshops. Drinnen filmen und fotografieren ist aus Sicherheitsgründen strengstens verboten. Von innen ist das Stadion noch grösser. Der Grund: Der Rasen, auf dem die FCZ-Spieler das Abschlusstraining absolvieren, ist gegenüber der Strasse ausserhalb abgesenkt. Ein Blick nach links ... ... ein Blick nach rechts - einfach imposant dieses Bernabéu. Am Spieltag werden ausserhalb des Stadions die Souvenirs an die Fans gebracht. Auch in Seitenstrassen haben die Stände ihre festen Plätze. Am Abend um 20.45 Uhr der grosse Augenblick. Die Mannschaften stehen bereit - die Champions-League-Hymne wird abgespielt. Anpfiff zur 1. Halbzeit. Der FCZ spielt in den orangen Auswärtstenüs von rechts nach links. Die Zürcher kommen schnell unter Druck, kassieren in der 21. Minute durch Higuaín den einzigen Treffer der Partie. Die zweite Halbzeit beginnt. In der 70. Minute verursachen 75 000 Zuschauer ohrenbetäubener Lärm. Cristiano Ronaldo kommt nach seiner Verletzungpause für Captain Raúl ins Spiel. Die Pressetribüne kann sich sehen lassen. An jedem Platz hat es sogar einen kleinen Bildschirm. Das stille Örtchen ist dafür eher bescheiden gehalten. Lustiges Bild nach dem Spiel. In Seitenstrassen stehen parkierte Autos auf doppelt ausgezogenen Sicherheitslinien. In der Schweiz wäre ein solcher Wagen schon längst abgeschleppt worden.

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Der Name Bernabéu kann bei einem Fussballfan - vermutlich auch bei einem Spieler - locker die Haare auf den Armen zu Berge stehen lassen. So imposant ist Reals Fussballstadion. Die englische «Times» wählte es im August 2009 auf Rang 6 der schönsten Stadien der Welt. Das Zuhause der Königlichen erstreckt sich über vier Ränge und fasst 80 000 Zuschauer. Beim Champions-League-Spiel gegen den FC Zürich Ende November waren 75 000 Zuschauer im Stadion.

Mitten in der Stadt

Das Santiago-Bernabéu liegt praktisch mitten im Zentrum von Madrid. Im Viertel Chamartín, am Paseo de la Castellana - einer sechsspurigen Hauptstrasse der spanischen Hauptstadt. Diese ohne eine grüne Fussgänger-Ampel zu überqueren ist nicht ratsam. So dicht reiht sich Auto an Auto. Am Spieltag lohnt es sich jedoch nicht mit dem Privatwagen zu kommen - die Parkplätze sind rar. Mit der Metro oder Bussen ist das Stadion locker erreichbar.

Spielfeld nach unten versenkt

Betrachtet man das Stadion von aussen, erscheint es nicht wie ein Riesenklotz. Ist man aber einmal drin, ist das Volumen viel grösser. Im Vergleich mit der Strasse ausserhalb ist der Rasen nämlich massiv abgesenkt. Daher kommt man sich im leeren Stadion ganz klein und verloren vor. Wenn es voll ist, herrscht natürlich ein anderes Bild. 80 000 Zuschauer verwandeln das Bernabéu in einen Fussballtempel. Für «Hardcore»-Stimmung sorgen jedoch nur rund 1000 Fans hinter einem Goal. Sonst ist das Publikum relativ still. Ausser Superstar Ronaldo wärmt sich gerade an der Seitenlinie für einen Einsatz auf. Bieten die Stars den Zuschauern nicht viel, machen sich diese mit Piffen jedoch klar bemerkbar.

Diverse Renovierungen

Gebaut wurde das Stadion gegen Ende des zweiten Weltkrieges. Am 14. Dezember 1947 wurde es als Nuevo-Chamartín-Stadion eröffnet. 1955 bei der Vereinsversammlung stimmten die meisten Mitglieder für die Umbenennung Santiago Bernabéu - dem Namen des damaligen Vereinspräsidenten. Zwei Jahre zuvor wurde das Stadion zum ersten Mal renoviert und auf eine Kapazität von 125 000 Zuschauern erweitert. Für die WM 1982 musste das Bernabéu jedoch auf die Kapazität von 90 000 Fans «schrumpfen». 1992 fand eine weitere Renovierung statt. Die letzte war vor fünf Jahren.

Personal, so weit das Auge reicht

Real Madrid ist auch ein bedeutender Arbeitgeber in der spanischen Hauptstadt. Rund 2500 Personen stehen an einem Spieltag im Einsatz. Viele davon natürlich auch ehrenamtlich. Alleine die Presseabteilung zählt heutzutage 28 Mitarbeiter. Auch ein Blick in den dreistöckigen Fanshop belegt, mit wieviel Herzblut die Angestellten für ihr Real arbeiten. Unzählige Mitarbeiter schwirren umher. Alle paar Meter steht auch jemand vom Sicherheitspersonal.

Der Mythos lebt

Das Santiago-Bernabéu-Stadion ist dank seinen vielen Geschichten längst ein Mythos. Einer, der einen auch lähmen kann. Der FCZ erlebte dies am eigenen Leib, als er während dem Spiel nach vorne nicht viel zu Stande brachte. Die Ehrfurcht spielt in diesem Stadion eben doch auch eine gewisse Rolle.

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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