Tunesien - Schweiz

14. November 2012 14:59; Akt: 14.11.2012 20:34 Print

Shaqiri trifft zum Last-Second-Sieg

Die Schweiz gewinnt das Testspiel gegen Tunesien. Trotz numerischer Überzahl hämmert Xherdan Shaqiri den Ball erst in der 96. Minute zum 2:1-Siegestreffer in die Maschen.

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Die Schweiz gewinnt das Testspiel gegen Tunesien 2:1. Die Rot-Weissen müssen aber lange auf den erlösenden Treffer warten. Erst in der 96. Minute hämmert Shaqiri das Leder zum 2:1-Siegestreffer in die Maschen. Nicht viele Zuschauer haben den Weg ins Stadion gefunden. Im Olympiastadion von Sousse herrscht gähnende Leere auf den Rängen. «Kraftwürfel »Shaqiri ist während der ersten Halbzeit quasi inexistent. Eren Derdiyok (links) erzielt in der 40. Minute den Führungstreffer für die Rot-Weissen. Lange agieren die Eidgenossen zu harmlos, um die Tunesier in Bedrängnis zu bringen. Die Tunesier gehen von Anfang an zur Sache. Immer wieder müssen die Schweizer harte Fouls einstecken. SF-Kommentator Sascha Ruefer ist sich wohl auch andere Arbeitsbedingungen gewohnt. Gartenstühle auf der Haupttribüne. Ein Blick von der Pressetribüne aus. Ein Schmuckstück ist das Stadion in Sousse nicht. Immerhin ist die Temperatur mild und der Rasen in einem guten Zustand. Tunesische Sicherheitskräfte gönnen sich vor der Partie eine kurze Pause. Sommer (l.) und Wölfli beim Training in Sousse. Nati-Coach Ottmar Hitzfeld bekannt, dass Yann Sommer (l.) gegen Tunesien das Tor hüten wird. Marco Wölfli bleibt derweil Ersatz. Blerim Dzemaili (l.) und Admir Mehmedi tauschen sich vor der ersten Einheit aus. Die Stimmung bei der Nati ist hervorragend. Im Stade Olympique in Sousse wird das Testspiel gegen Tunesien stattfinden. Steve von Bergen (l.) und Nassim Ben Khalifa auf dem Weg zum ersten Training. Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok haben ihr Hotelzimmer bereits bezogen. Die Nati-Stars besammelten sich am Montag vor dem Abflug in Zürich-Kloten im Hotel Radisson Blu. Erstmals mit dabei ist Izet Hajrovic. In der Hotel-Lobby kommt es auch zum ersten persönlichen Gespräch zwischen Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld und dem GC-Flügel. Danach begrüsst Hajrovic seine neuen Nati-Kollegen und stellt sich bei jedem einzeln vor. «Ich kenne die meisten nicht persönlich», so der Hopper. Auch das gehört dazu: Kurz vor dem Mittagessen gibt Bayern-Söldner Xherdan Shaqiri noch Interviews. Um 13.30 Uhr geht es Richtung Gate 43, von wo aus die Nati mit dem Flug Swiss WK2012 in Richtung Tunesien abhebt. Granit Xhaka zeigt sein Flugticket, damit allen klar ist: Der Zielflughafen heisst Enfidha-Hammamet und liegt rund 130 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tunis. Flughafenangestellte packen noch schnell die Gelegenheit beim Schopf und schiessen fleissig Erinnerungsfotos mit Xherdan Shaqiri. Zwei Flugstunden später und langem Warten auf das Gepäck am Flughafen Enfidha macht sich Shaqiri auf den Weg zum Mannschaftsbus, der die Nati ins rund 35 Kilometer entfernt gelegene Sousse bringt, wo das Team logiert und am Mittwoch spielen wird. Wesentlich entspannter wie Shaqiri, dem die Mannschaftskollegen einen Streich gespielt und den Pass versteckt haben, gehen es die Routiniers Eren Derdiyok, Diego Benaglio, Tranquillo Barnetta und Marco Wölfli (vlnr) an. Bis Mittwoch ist schliesslich noch viel Zeit. Training in Sousse am Montagabend. Die Stimmung ist zumindest bei Reto Ziegler (Mitte) gut. Ein Tape für Yann Sommer im Outdoor-Massageraum.

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Die Schweizer Nationalmannschaft beendet das Jahr 2012 mit einem Sieg. In Sousse gewinnt sie gegen Tunesien dank Toren von Derdiyok und Shaqiri 2:1.

Das Gastspiel in der drittgrössten Stadt Tunesiens wird zumindest bei den Fans schnell wieder vergessen sein. Die letzte Partie des Jahres bot wenig Spektakuläres. Es war ein typisches Testspiel in einem unwürdigen Rahmen vor weniger als 1000 Zuschauern.

Ziegler stark, Sommer unglücklich

Vielleicht konnte Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld Erkenntnisse gewinnen. Die zuletzt nicht zur Stammformation gehörenden Yann Sommer, Timm Klose, Reto Ziegler und Blerim Dzemaili erhielten eine Bewährungsprobe. Sie durften von Beginn weg spielen. Später kam dann Izet Hajrovic noch zu seinem Länderspieldebüt.

Ziegler machte als Ersatz von Ricardo Rodriguez eine gute Figur und auch Sommer spielte stark. Seine Interventionen waren stilsicher, er strahlte Sicherheit aus. Kurz vor der Pause wehrte er einen Schuss von Chadi Hammami ab, als seine Vorderleute die Orientierung verloren hatten.

Sommers Pech war, dass er beim Gegentreffer in der 59. Minute unglücklich aussah. Der nur scheinbar harmlose Schuss von Dhaouadi aus rund 25 Metern flog an Freund und Feind vorbei und landete zur Überraschung aller zum 1:1 im Netz.

Fehlende Konsequenz in der Vorwärtsbewegung

In der Vorwärtsbewegung fehlte bei beiden Mannschaften oftmals die letzte Konsequenz. Doch die Schweizer zeigten einige Male ihr Potenzial. Das 1:0 fiel in der 40. Minute. Eren Derdiyok köpfelte einen Freistoss von Tranquillo Barnetta ein. Für den bei Hoffenheim zum Ersatzspieler degradierten Derdiyok war der 8. Treffer im 44. Länderspiel ein willkommenes Erfolgserlebnis. Und auf das 1:1 reagierte die Schweiz in der 96. Minute durch einen Schuss von Xherdan Shaqiri, der noch den nicht mehr erwarteten, aber verdienten Sieg einbrachte.

Tunesien zeigte Einsatz und war ohne Zweifel motiviert. Ab und zu kämpften die Nordafrikaner am Rande der Legalität. Vor dem Tor von Sommer stellten sie sich aber ungeschickt an. Die Schweizer waren abgeklärter und in ihren Angriffen strukturierter. Kurz vor dem 1:0 schoss Stephan Lichtsteiner nach einem Doppelpass mit Shaqiri aus guter Position daneben.

Inler verschiesst Elfmeter

Die beste Möglichkeit zu einem zweiten Treffer in der ersten Halbzeit verpasste aber Gökhan Inler. Der Captain wurde nach 17 Minuten am Strafraumrand - oder vielleicht sogar leicht ausserhalb - gefoult. Der nicht immer richtig liegende Schiedsrichter Fleischer aus Ghana entschied auf Penalty. Tunesiens Keeper Mathlouthi hielt den Elfmeter von Inler aber stark.

Die Schweiz schloss auch ohne Penaltyglück das Jahr standesgemäss ab. Die Bilanz 2012 ist mit sechs Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen hervorragend. Und insbesondere in der WM-Qualifikation schnitt die Mannschaft stark ab. Das Jahr 2013 kann kommen.

Tunesien - Schweiz 1:2 (0:1)
Stade Olympique, Sousse. - 1500 Zuschauer. - SR Fleisher (Ghana).
Tore: 40. Derdiyok (Freistoss Barnetta) 0:1. 59. Zouheir Dhaouadi 1:1. 96. Shaqiri 1:2.
Tunesien: Mathlouthi; Bédoui, Chams, Abdennour (58. Souissi), Gharbi; Ben Yahia, Hammami (70. Belaid); Oueslati, Darragi, Jemâa (54. Zouheir Dhaouadi); Harbaoui (68. Ben Youssef).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (46. Rodriguez), Djourou, Klose (68. Von Bergen), Ziegler; Dzemaili (46. Behrami), Inler (46. Fernandes); Shaqiri, Xhaka (72. Ben Khalifa), Barnetta (84. Hajrovic); Derdiyok.
Bemerkungen: Tunesien ohne Chikhaoui und Chermiti (Zürich/beide nicht im Aufgebot), Schweiz ohne Gavranovic und Stocker (beide verletzt). Schweizer Ersatzbank: Wölfli, Mehmedi. 18. Mathlouthi wehrt Foulpenalty von Inler ab. Verwarnungen: 23. Bédoui (Foul). 63. Xhaka (Foul).

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fussball Fan am 14.11.2012 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fc Sion?

    Bei Bild 3 hat wohl jemand den falschen Schaal eingepackt, nicht?

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  • Seb Hulliger am 14.11.2012 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technische Fehler am Laufmeter

    Es ist unglaublich wie viele sog. Stockfehler unsere Fussballer in der SN begehen! So zum Beispiel beim Zuckerpass von Barnetta auf Shakiri auf den Fünfer. Sollte ein sicheres Tor sein. Aber er traf den Ball nicht sondern schlug ein Luftloch. Wurde Offside gepfiffen, krasser Fehlentscheid!! Was ist bloss aus Rodruigez geworden?? Vom frischen wendigen, furchtlosen, jungen spritzigen hoffnungsvolllen Fussballer zum schwerfälligen, mutlosen, ideenlosen 2 Liga-Schüblig-Tschutter mutiert. Von den völlig überschätzten Fähigkeiten von Shaka sollte Hitzfeld auch endlich Kenntnis nehmen.

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  • Lina am 14.11.2012 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Fussball

    Weshalb so stänkerisch? Hauptsache Fussball. OMG Gartenstühle. Sie sehen sauber aus. Punkt. Ich freu mich dennoch aufs Spiel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Soccer Love am 15.11.2012 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    blablabla

    Ich weiss nicht was alle hier haben?! Die Schweiz hat eine Mannschaft die sie seit Jahren nicht hatte. Immer auf den Spielern mecker wenn es mal nicht so läuft bei Ihnen..Obwohl man den Meisten viel zu verdanken hat. Und zu Shaqiri - ob glück oder nicht,er trifft - und zwar immer öfters von diesen positionen.....

  • R!SET am 15.11.2012 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schiri

    Also der Schiri kommt ja wohl mit denen aus der Superlig gleich..

  • Hitzi am 15.11.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gut...

    Jaja, wir haben gewonnen. So leid es mir tut, es war wieder ein grottenkick unserer Nati. Wir können froh sein so eine Gruppe zu haben. Lange geht dass nicht mehr gut. Denkt mal nach, Island müsste gegen uns in führung gehen, dass sind alles anzeichen. Wenn wir wieder so weiterspielen geht dass vielleciht ein bis zweimal nicht gut und wir verlieren gegen Norwegen, Island etc. Übrigens, wenn ich Hairovic wäre, würde ich sofort meinen Rücktritt aus der Nati bekanntgeben, 6 Minuten in einem Testspiel, jetzt bereuts er dass er für uns gespielt hat

  • Fussball Fan am 14.11.2012 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fc Sion?

    Bei Bild 3 hat wohl jemand den falschen Schaal eingepackt, nicht?

    • Constantin am 15.11.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt schon

      Darragi (aus Tunesien) spielt beim FC Sion.

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  • Pele am 14.11.2012 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gegentor

    Möchte nicht wissen, was hier los wäre, wenn wölfli das 1:1 bekommen hätte!

    • hat was... am 15.11.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      hat was...

      hat was...

    • Paulo am 16.11.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      das ist so...

      hat schon was, da würde wieder Häme über ihn hereinbrechen.....aber eben, wenn 2 dasselbe tun, ist es halt doch nicht dasselbe !

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