Wieder in Freiheit

29. Februar 2016 07:46; Akt: 29.02.2016 12:19 Print

Eine Blaskapelle für entlassenen Uli Hoeness

Uli Hoeness ist kein Häftling mehr. Exakt nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe wurde der 64-Jährige heute vorzeitig entlassen.

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Zurück im Geschäft: Am 25. November 2016 wird Uli Hoeness auf der Jahreshauptversammlung von Bayern München wieder zum Präsidenten gewählt. Am 29. Februar 2016 darf Uli Hoeness das Gefängnis frühzeitig verlassen. Der ehemalige Bayern-Präsident hat die Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe abgesessen. Uli Hoeness kehrt am 26. Dezember 2014 ins Gefängnis zurück. Der ehemalige Bayern-Präsident durfte über Weihnachten zwei Tage zu seinen Liebsten in die Freiheit. Im September 2014 wurde bekannt, dass Uli Hoeness noch vor seinem Haftantritt all seine Steuerschulden an seine Wohngemeinde Miesbach beglichen hat. Laut Sueddeutsche.de ist die Rede von rund 40 Millionen inklusive Verzugszinsen. Uli Hoeness (l.) galt als robuster Fussballer. Mit Bayern gewann er in den 1970er-Jahren praktisch alle wichtigen Titel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Hoeness 1972 Europameister und zwei Jahre später Weltmeister. Wegen eines Knorpelschadens musste er seine Karriere im Alter von 27 Jahren bereits beenden. Hoeness wurde nach seiner aktiven Karriere Manager bei Bayern München. Neben seiner Managerkarriere baute sich Hoeness ein zweites Standbein mit einer Wurstfirma auf. Im Februar 1982 überlebte Hoeness als Einziger von vier Insassen einen Flugzeugabsturz in der Nähe von Hannover. Ende 2009 wurde Hoeness neuer Präsident bei Bayern. Im November 2013 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt, worauf er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Unter Honess gewannen die Bayern unzählige Titel. Anfang 2013 machte Hoeness eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung. Es war die Rede von 3,5 Millionen Euro, die er am Fiskus vorbeischleuste und auf einem Schweizer Bankkonto bunkerte. Am 10. März begann in München der Prozess gegen den Bayern-Präsidenten. Die Steuerschuld erhöht sich plötzlich auf 28,5 Millionen Euro. Immer an Ulis Seite: seine Frau Susanne. Hoeness wird am 13. März 2014 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Einen Tag später akzeptiert Hoeness das Urteil und verzichtet darauf, in Revision zu gehen. Er muss damit ins Gefängnis und sagt: «Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens.» Die Ämter bei Bayern legt Hoeness nieder.

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Das bestätigte das bayerische Justizministerium. Einzelheiten zum genauen Zeitpunkt und zum Ort der Entlassung von Uli Hoeness nannte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht. Gemäss welt.de sei der ehemalige Bayern-Präsident in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Gefängnis entlassen worden.

Wie welt.de weiter berichtet, hat ihm das Dorf Bad Wiessee einen herzlichen Empfang bereitet. Die örtliche Blaskapelle hat aufgespielt, und vor der Villa des wieder frei gelassenen ehemaligen Funktionärs sind drei Kisten Bier aus einem Wagen geliefert worden. Man habe laute Musik aus dem Haus gehört, unter anderem Songs von Rod Stewart.

Eine Ausnahmefall

Das Münchner Landgericht hatte Hoeness am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat er seine Strafe an.

Bereits Anfang 2015 wurde er Freigänger. Seitdem arbeitete Hoeness tagsüber in der Jugendabteilung des deutschen Fussball-Rekordmeisters FC Bayern, dessen Präsident er bis zu seiner Verurteilung war. Die meisten Wochenenden verbrachte er in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee.

Hoeness kam aufgrund der selten angewandten Halbstrafenregelung bereits nach 21 Monaten frei. Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt. Das Strafgesetzbuch erlaubt aber in Ausnahmefällen auch die Aussetzung der Strafe nach der Hälfte der Zeit.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blödsinn am 29.02.2016 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft statt Neid

    Finde ich als Dortmund-Fan und normaler Bürger gut, denn jeder andere hätte bei guter Haft dasselbe erwarten dürfen...

  • max62 am 29.02.2016 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Zum Glück gibts in De keine 2 Klassenjustiz.

  • ueli am 29.02.2016 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    "Gefängnisstrafe"...er war Freigänger und hatte praktisch keine Haftstrafe. Einfach nur lachhaft

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • beatle61 am 29.02.2016 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Justitia richtets schon

    Vor dem Gesetz sind Alle gleich.Ein paar ein bisschen "Gleicher"

  • Kamikatze am 29.02.2016 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es waren Abstimmungen

    Wenn er hier in der CH eingesessen hätte, dann müsste er nun das PFEFFERSCHARFE Gesetz in seiner ganzen Stärke über sich ergehen lassen. :-)

  • Peter am 29.02.2016 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdiger Rechtsstaat

    Das ist der Deutsche Rechtsstaat, man wollte an Hoeness ein exempel setzten. Die Strafe war etwas hoch angesetzt, aber er hat sich ja vorbildlich gehalten und wurde darum zu Recht frühzeitig entlassen. Aber was ist mit allen anderen betrügern die nicht berühmt sind? Müssen die nicht in den Knast, weil es kein Medienspektakel gibt?

  • H.F. am 29.02.2016 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freier Uli Hoeneß

    Ich wünsche Herrn Uli Hoeneß zu seiner frühzeitigen Entlassung alles Gute. Er ist in meinen Augen kein Verbrecher, Steuerhinterziehungen gab und gibt's bei reichen Leuten ja immer wieder und dass man bei ihm solch ein Geschrei gemacht hat liegt oft leider nicht wegen diesem Vergehen sondern sehr oft findet man diesbezüglich viele Neider. Er hat niemandem Geld geklaut er hat's einfach "sehr gut anlegen wolllen"

  • Al_Maestro95 am 29.02.2016 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Jawohl endlich!!! Uli Hoeness ist der beste!!!