Champions League

06. August 2009 14:10; Akt: 07.08.2009 13:26 Print

Zürich gegen Lettlands Meister VentspilsZürich gegen Lettlands Meister Ventspils

Losglück für den FC Zürich: Statt Red Bull Salzburg wartet Ventspils auf den Schweizer Meister. Doch Achtung: An den Letten ist auch schon der FC Lugano gescheitert.

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Der FC Zürich trifft in den Playoffs der Champions League auf den dreifachen lettischen Meister Ventspils. Dies ergab die Auslosung am Freitag in Nyon.

Ventspils kam dank Erfolgen über den luxemburgischen (Düdelingen) und weissrussischen Meister (BATE Borisow) in die Playoffs. Die Letten, die zuletzt drei Meisterschaften in Folge gewannen, sind für den FC Zürich ein guter, schlagbarer Gegner. Der FCZ wird als Favorit in die Partien gehen, zunächst am 18./19. August auswärts und eine Woche darauf daheim in St. Gallen. Als Gegner kamen vor der Auslosung neben Ventspils auch Salzburg, APOEL Nikosia, Debrecen (Un) und Sheriff Tiraspol (Mol) in Frage; bis auf Tiraspol alles höher eingeschätzte Mannschaften als Ventspils.

Der Vorteil des 1997 gegründeten FK Ventspils ist allerdings, dass er sich bereits seit Monaten im Meisterschaftsbetrieb befindet. Derzeit liegt er nach 20 Runden auf Rang zwei. Zudem haben die im Europacup mit zehn Teilnahmen relativ unerfahrenen Letten gute Erinnerungen an die Schweiz. 2002 eliminierten sie in der UEFA-Cup-Qualifikation Lugano. Die Tessiner spielten damals in der Nationalliga B.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa gab nach der Auslosung unumwunden zu, er wisse nichts über die letzte Hürde auf dem Weg zu den Champions-League-Millionen, doch "die Tür ist weit offen". Dass der Schweizer Meister wegen des Leichtathletik-Meetings "Weltklasse Zürich" sein Heimspiel in St. Gallen austragen muss, dürfte kein entscheidender Nachteil sein. Für Verärgerung sorgte dieser Umstand aber dennoch. "Es ist unglaublich, dass wir das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte nicht im Letzigrund austragen können", so Canepa.

Während die Partien im Meister-Pool relativ unspektakuläre Affichen sind, kommt es im Rennen um einen Champions-League-Platz der Nicht-Meister zu einem brisanten britischen Duell zwischen Celtic Glasgow und Arsenal (Johann Djourou, Philippe Senderos).


Die Playoff-Paarungen
(18./19. und 25./26. August)

Sheriff Tiraspol - Olympiakos
Red Bull Salzburg - Maccabi Haifa
FK Ventspils - FC Zürich
FC Kopenhagen - Apoel Nikosia
Levski Sofia - VSC Debrecen

Lyon - RSC Anderlecht
Celtic Glasgow - Arsenal
FC Timisoara (Rom) - Stuttgart
Sporting Lissabon - Fiorentina
Panathinaikos - Atlético Madrid

Die Sieger stehen in der Champions-League-Gruppenphase, die Verlierer in der Europa League.


LIVE-TICKER
mit Monika Brand

- Die Auslosung ist dabei. Schweizer Meister FCZ trifft zuerst auswärts auf den lettischen Meister Ventspils.

- Magnin trifft mit Stuttgart auf die rumänische Überraschungsmannschaft Timisoara.

- Für Djourou gibt es ein Top-Duell mit Arsenal gegen Celtic Glasgow.

- Es folgen die Nicht-Meister-Teams. Darunter auch Stuttgart mit Magnin und Arsenal mit Djourou.

- Der FC Zürich trifft auf den lettischen Meister Ventspils.

- Zuerst wird die Meister-Route ausgelost. Mit dabei der FC Zürich.

- Es gibt zwei Gruppen: die Nicht-Meister der grossen Ligen sowie die Meister der kleineren Ligen. Die beiden Gruppen werden bei der Auslosung nicht gemischt, will heissen: Nicht-Meister trifft auf Nicht-Meister, Meister auf Meister. Die Meister der grossen Ligen sind bereits direkt für die Gruppenphase qualfiziert.

- David Taylor, Generalsekretär der Uefa, begrüsst die Anwesenden und erklärt das Prozedere.

- In Kürze geht es los. 20 Minuten Online berichtet live von der Auslosung der Playoff-Paarungen in der Champions League. Mit dabei: Schweizer Meister FC Zürich.


Vor der Auslosung

Der FC Zürich steht der Champions-League-Gruppenphase so nahe wie noch nie. Die letzte Hürde des Schweizer Meisters wird aus einem Quintett mit Serienmeistern, einem möglichen dubiosen Mafia-Klub und millionenschweren Bullen kommen. Schlagbare Teams – mit teilweise schrägen Geschichten.

Debrecen (Ung), Sheriff Tiraspol (Mold), Ventspils (Lett), Apoel Nikosia (Zyp) und Red Bull Salzburg. Eines dieser Teams wird am Freitag ab 12 Uhr (20 Minuten Online berichtet live) dem FC Zürich als letzte Hürde auf dem Weg in die Champions League zugelost. Das sind keine grosse Namen. Bei allen Gegnern stehen die Chancen des FCZ mindestens bei 50:50. Ausser Red Bull Salzburg sind die Teams in der Schweiz praktisch unbekannt. 20 Minuten Online hat sich über die möglichen Gegner des Schweizer Meisters informiert und dabei erstaunliches festgestellt.

Red Bull Salzburg (Österreich)
Stadion: Red Bull Arena, 31895 Plätze
Uefa-Ranking: 173 (drei Punkte aus den letzten fünf Jahren)
Bisherige Qualifikation: 2. Runde: FC Bohemian (1:1 und 1:0 auswärts), 3. Runde: Dinamo Zagreb (1:1 und 2:1 auswärts)
Grösste Erfolge: Meister 2007 und 2009, Cupsieger 2006 und 2008
Bekannteste Spieler: Marc Janko, Alexander Zickler, René Aufhauser, Huub Stevens (Trainer)
Kurzporträt: 2005 übernahm Red Bull Austria Salzburg. Der Getränkehersteller wollte mit seiner Investition dem neuen Team Flügel verleihen und zu einer guten Adresse Europas werden. Doch der Plan lief bisher noch nicht zur vollsten Zufriedenheit. Trotz immer wieder Top-Trainern und diversen Stars im Team hat es noch nie für die Champions-League-Qualifikation gereicht und selbst die österreichische Bundesliga wird vom Dosen-Klub nicht nach Belieben dominiert. 2006 traf Red Bull schon einmal auf den FCZ. Obwohl die Zürcher im Hinspiel 2:1 siegten, verloren sie das Rückspiel in Salzburg 0:2 und schieden aus. In dieser Qualifikations-Saison standen die Österreicher schon zweimal vor dem Aus: Gegen das sehr bescheidende Bohemian fiel der entscheidende Treffer erst vier Minuten vor Schluss, zuletzt gelang in Zagreb das nötige 2:1 ebenfalls erst kurz vor Ablauf der Spielzeit. Trotzdem: Mit Bomber Marc Janko, Altstar Alexander Zickler oder dem Holländer Robin Nelisse haben die Bullen geballte Offensivpower. Zudem ist Trainer Huub Stevens ein Meister seines Fachs und könnte die Partie von der Seitenlinie aus entscheiden. Zweifellos: Salzburg wäre für den FCZ die schwierigste Hürde.

Apoel Nikosia (Zypern)
Stadion: Neo GSP Stadion, 23000 Plätze
Uefa-Ranking: 191 (Null Punkte aus den letzten fünf Jahren)
Bisherige Qualifikation: 2. Runde: EB/Steymur (2:0 und 3:0), 3. Runde: Partizan Belgrad (2:0 und 0:1 auswärts)
Grösste Erfolge: 20-mal Meister, 19-mal Cupsieger
Bekannteste Spieler: Michalis Morfis, Marios Elia, Andreas Charalambous, Chrysostomous Michail, Andreas Papathanasiou (alles zypriotische Nationalspieler).
Kurzporträt: Apoel Nikosia ist einer der erfolgreichsten Klubs der Mittelmeerinsel. Der Athlitikos Podosfairikos Omilos Ellinon Lefkosias (Griechischer Athletik-Fussballklub Nikosia) ist gespickt mit Spielern aus verschiedensten Ländern. Fussballer aus der Slowakei, Portugal, Polen, Griechenland oder Albanien wollen Anothorsis Famagusta nacheifern und als zweites Team Zyperns die Königsklasse erobern. Dabei hat Apoel mit dem Erfolg über Partizan schon bewiesen, dass sie höher eingestufte Teams bezwingen können. Bemerkenswert ist auch, dass die Zyprioten in Belgrad vor 25000 euphorischen Fans standhielten und trotz frühem 0:1 kein weiteres Tor mehr zuliessen.

Ventspils (Lettland)
Stadion: Ventspils Olimiskais Stadion, 3200 Plätze
Uefa-Ranking: 217 (1 Punkt aus den letzten fünf Jahren)
Bisherig Qualifikation: 2. Runde: F91 Dudelange (3:0 und 3:1), BATE Borisov (1:0 und 1:2 auswärts)
Grösste Erfolge: Meister 2006, 2007, 2008, 2009 und Cupsieger 2003, 2004, 2005
Bekannteste Spieler: Igors Savčenkovs, Deniss Kačanovs, Vitālijs Astafjevs, Andrejs Butriks (alles lettische Nationalspieler, bis auf Butriks alle im Einsatz gegen die Schweiz im letzten Herbst)
Kurzporträt: Der Verein aus der Hafenstadt an der Ostsee ging 1997 aus der Fusion der beiden Zweitligisten Nafta und Venta Ventspils hervor. Der neue Klub FK Ventspils übernahm von Vacriga Riga die Lizenz für die höchste Liga. Nach drei Cuptiteln in Folge ab 2003 ist der Klub seit 2006 Serienmeister in Lettland. Auch Lugano hat Erinnerungen an die Letten – allerdings schlechte. Die Tessiner scheiterten in der Qualifikation für den Uefa-Cup 2002/2003 mit 1:0 und 0:3 gegen Ventspils. Aus Zürichs Team kennt Johan Vonlanthen den Verein. Er spielte 2007 mit Red Bull gegen die Letten. Der Klub aus der Stadt mit dem wichtigsten Umschlagplatz für russisches Öl und Kohle an der Ostsee und einem Mini-Stadion mit 3200 Plätzen schaltete in der letzten Runde Bate Borisov dank der Auswärtstorregel aus. Die Weissrussen waren in der letzten Saison immerhin in der CL-Gruppenphase mit dabei.

Debrecen (Ungarn)
Stadion: Olah Gabor Ut, 10200 Plätze
Uefa-Ranking: 249 (Null Punkte aus den letzten fünf Jahren)
Bisherige Qualifikation: 2. Runde: Kalmar FF (2:0 und 3:1), Levadia Tallinn (zweimal 1:0)
Grösste Erfolge: 2005, 2006, 2007, 2009 Meister, 1999, 2001 und 2008 Cupsieger
Bekannteste Spieler: Vukašin Poleksić (Nati-Goalie Montenegro), Gergely Rudolf (aktueller ungarischer Natispieler), Ádám Komlósi, Leandro, Zoltán Kiss (Spieler mit ungarischer Nati-Erfahrung)
Kurzporträt: Der Vasutas SC (Eisenbahner Sportverein) ist seit 1993 in Ungarns höchster Liga vertreten. Die Erfolge stellten sich seit 1999 ein. Seither ist der Klub die Grosse Nummer in Ungarn und wurde zuletzt viermal Meister in fünf Jahren. «Loki» wie das Team aufgrund des früheren Namens Lokomotiv Debrecen genannt wird, stand der Champions League noch nie so nahe wie jetzt. Angeführt von Nati-Stürmer Gergely Rudolf soll das grosse Ziel jetzt erstmals erreicht werden.

Sheriff Tiraspol (Moldawien)
Stadion: Sheriff Stadion, 14300 Plätze
Uefa-Ranking: 256 (Null Punkte aus den letzten fünf Jahren)
Bisherige Qualifikation: 2. Runde: International Turku (zweimal 1:0), 3. Runde: Slavia Prag (0:0 und 1:1 auswärts)
Grösste Erfolge: Seit 2001 Meister, 1999, 2001, 2002 und 2006 Cupsieger
Bekannteste Spieler: Stanislav Namasco, Vitalie Bulat (spielten im Herbst mit Moldawien gegen die Schweiz)
Kurzporträt: Sheriff ist seit 2001 nicht nur das Mass aller Dinge in Moldawien, sondern auch ein Klub mit vielen Gegensätzen. Zum einen steht in einem der ärmsten Länder Europas seit 2002 ein topmodernes 200-Millionen-Dollar-Stadion, zum anderen ist der Stolz Moldawiens gespickt mit Spielern aus der halben Welt: Brasilianer, Weissrussen, Ukrainer, Georgier oder Argentinier kicken im Team. Der 1996 gegründete Verein marschierte direkt in die höchste Liga und wird vom Monopolkonzern Sheriff mit Geld versorgt. Der Hauptsponsor besitzt Tankstellen, Supermärkte, ein Telekomunternehmen, einen TV-Sender und eine Kognak-Fabrik. Allerdings bleibt auch das Gerücht hartnäckig, dass es sich beim Verein um eine illegalen Schmuggel- und Geldwaschanlage handelt. Die Regierung und der Konzern Sheriff sollen zur russischen Mafia gehören. Das das Team auch Fussball spielen kann, bewiesen die Spieler in der Qualifikation gegen Slavia Prag – immerhin tschechischer Meister. Dieser wurde dank der Auswärtstorregel ausgeschaltet. Das entscheidende 1:1 gelang Jose Nadson erst in der 93. Minute.

(si/fox/mon)

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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