Oeri über «ihren» FCB

25. November 2012 13:53; Akt: 25.11.2012 18:11 Print

«Der Zusammenhalt ist am Zerbrechen»

Lange hatte sie geschwiegen, doch nach der Rücktrittserklärung von Alex Frei kann Gigi Oeri nicht mehr anders. Ungewohnt scharf kritisiert die Ex-Präsidentin des FC Basel die aktuelle Klubführung.

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1999 stieg Gisela «Gigi» Oeri beim FC Basel als Mäzenin und Vorstandsmitglied ein. Dieses Bild zeigt sie drei Jahre später vor den leeren Rängen des St. Jakob-Park. Oeri befand sich stets am Puls des Geschehens - hier mit Hakan Yakin im Cabrio bei der Meisterfeier 2002. Auffällige Outfits - auch das gehört zu Gigi Oeri. Von Kopf bis Fuss auf Fussball eingestellt und strahlend wie ein Maikäfer zeigte sie sich bei der Champions-League-Partie gegen den FC Liverpool am 12. November 2002, als die «Bebbi» ein 3:3-Unentschieden realisierten. Cup-Sieg 2003 - auch Gigi Oeri stemmte den Pokal. Der Milliardärin machte es nichts aus, auch selber einmal Hand anzulegen. Hier beim Prominentenrennen auf der Trabrennbahn in Basel im Juli 2003. Eine Horde kräftiger, gutaussehender Männer - und Gigi Oeri mittendrin. Die Mäzenin und spätere FCB-Präsidentin liess es sich auch beim Meistertitel 2004 nicht nehmen, mit den Spielern in der Kabine zu feiern. Als Stern verkleidet tauchte sie damals bei der Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz auf. Unvergessen ist auch ihr Auftritt im Superman-Kostüm zwei Jahre zuvor, in dem sie sich zu den Spielern in den Whirlpool setzte. Auftritt in der «Königsklasse»: Oeri im Juli 2005 bei der Auslosung der dritten Qualifikationsrunde in der Champions Leauge. Grosser Rummel am 9. Mai 2006: Gigi Oeri ist neue Präsidentin des FC Basel. Die Milliardärsgattin zeigte ein grosses Herz für die Spieler - hier bei der Verabschiedung von Pascal Zuberbühler vor dessen Abgang zu West Bromwich Albion. Auch tröstete sie Ivan Rakitic gemeinsam mit dem damaligen Ersatzgoalie Louis Crayton nach dem verpassten Meistertitel 2007. Wenig später konnten Oeri & Co. schon wieder lachen: Der FCB holte sich den Cup 2007. Gigi Oeri: immer Vollgas! Beim Meistertitel 2008 genoss Oeri einmal mehr das Bad in der Mitte der Spieler. Zum Scherzen aufgelegt: Oeri bei der Präsentation des neuen Spielerdresses im Juli 2008, gemeinsam mit Neuzugang David Abraham. Einen grossen Fisch an der Angel hatten die FCB-Präsidentin und ihr Vize Bernhard Heusler (r.) im Juni 2009: Sie präsentierten den Deutschen Thorsten Fink als neuen Trainer. Zwar war dieser als Coach zu diesem Zeitpunkt noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, doch die Verpflichtung stellte sich als wahren Glücksgriff heraus. Kaum da, schon Meister: Gigi Oeri feierte mit Thorsten Fink bereits nach dessen erster Saison den Titel. Am 12. August 2011 gab Oeri ihren Rücktritt als FCB-Präsidentin per Ende Jahr bekannt. Fünf Jahre lang hatte sie das Amt inne, zwölf Jahre lang war sie insgesamt in irgendeiner Funktion beim FCB tätig. Oeri gibt ihr Amt an Vizepräsident Bernhard Heusler ab. Der letzte grosse Auftritt als FCB-Präsidentin: Oeri mit Helm und Helikopter beim Spatenstich des Nachwuchs-Campus auf dem Trainingsgeländer der St. Jakob-Sportanlagen am 12. August 2011. Der Nachwuchs liegt der ehemaligen FCB-Präsidentin am Herzen. Sie bleibt deshalb auch nach ihrem Rücktritt Vorsitzende der «Stiftung Nachwuchs-Campus Basel». Deshalb falle sie nun auch nicht in ein grosses, schwarzes Loch, so Oeri. «Mit dem Campus habe ich ja weiterhin eine grosse Aufgabe.»

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Am 16. Januar 2012 übergab Gisela «Gigi» Oeri das Präsidentenamt beim FC Basel an Bernhard Heusler. Mit ihren letzten Worten als Amtsträgerin fordert die langjährige Geldgeberin die Mitglieder an der ausserordentlichen Generalversammlung auf: «Stehen Sie hinter Bernhard Heusler. Er ist einer der besten Männer, die es je beim FCB gegeben hat.»

Zehn Monate später tönt es bereits ganz anders. Im Interview mit dem «Sonntag» äussert sich die 57-Jährige nicht nur zu ihrem Filmprojekt «Cloud Atlas», sondern auch zum FC Basel. Und ihre Aussagen bergen Zündstoff.

Zum angekündigten Rücktritt von Stürmer Alex Frei sagt Oeri: «Es entscheiden jetzt andere. Der jetzige Präsident ist verantwortlich und das muss man akzeptieren. Ich kenne die genauen Beweggründe nicht, deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob die jüngsten Entscheide gut oder schlecht sind. Ich kann nur sagen: Ich hätte einiges anders gemacht.»

«Rückblickend lag ich immer richtig»

Dann kommt Oeri auf Thorsten Fink zu sprechen, den ehemaligen FCB-Trainer, der im Oktober 2011 mitten in der Saison in die Bundesliga zum Hamburger SV wechselte. «Schon bei Thorsten Fink hätte ich anders gehandelt. Ob es mir gelungen wäre, ihn in Basel zu halten, weiss ich natürlich nicht, aber ich hätte es zumindest versucht», sagt Oeri.

«Vielleicht wäre es noch falscher herausgekommen, ich weiss es nicht. Ich bin eine Frau mit Emotionen. Ich hatte viel Ärger, aber auch verdammt viel Glück. Denn ich habe meine Entscheide immer aus dem Bauch gemacht. Viele sagten: Die Alte spinnt, doch rückblickend lag ich immer richtig.»

50 Millionen in den Klub gesteckt

Die Ehrenpräsidentin des FCB spricht mit dem «Sonntag» auch über die Finanzen. «In zehn Jahren habe ich rund 50 Millionen zurückgegeben», sagt sie. Und weiter: «Jetzt entscheiden andere, das muss man akzeptieren. Ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt, aber ich sehe, dass die Kontinuität und der Zusammenhalt im Klub im Moment am Zerbrechen sind.» Ihr Fazit: «Wenn das so weitergeht, ist der FCB wie jeder andere Fussballklub auch.»

(pre)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 1893 am 26.11.2012 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Gigi Oeri?

    Bin sehr froh, dass diese Dame nicht mehr beim Fc Basel ist. Sie hatte immer ein Problem mit der Polemik nun was soll das?! Wir brauchen Sie nicht. Es gibt genügende die in den Fc Basel investieren möchten und es auch tun.

    • Mike am 26.11.2012 14:38 Report Diesen Beitrag melden

      @1893

      Wer denn? Habe ich was verpasst? Haben Sie Namen? Meinen Sie Herr Ospel? Eine zweite Gigi Oeri wird es nicht geben. Für sie war der FCB einen Herzensangelegenheit.

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  • Paulo am 25.11.2012 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Gigi Oeri

    Auch wenn sie nicht mehr Präsidentin ist hat sie immer noch das Recht sich zu äussern. Die Stadt Basel (nicht nur der FCB) hat ihr viel zu verdanken. Man merkt am Gespräch dass ihr der FCB immer noch am Herzen liegt. Wer behauptet sie hätte keine Ahnung vom Fussball sollte sich lieber mal die anderen Präsidenten der Super League unter die Lupe nehmen. Spätestens beim FCZ und bei YB finden wir ein paar die noch weniger Ahnung haben.

  • FCB Fan am 25.11.2012 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als alle

    Basel ist auch ohne oeri kohle immer noch um welten besser als die konkurenz!

    • FCB-Realist am 25.11.2012 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Man vergisst schnell...

      ...Da vergessen wohl einige, dass vor nicht langer Zeit sogar Fans Geld sammeln gingen, damit der FCB weiterleben konnte. Ohne Oeri kein neues Stadion, keine teueren Spieler und damit auch keine Modefans...

    • Peter/Lienhardt am 25.11.2012 21:53 Report Diesen Beitrag melden

      Man vergisst vorallem René Jaeggi

      1996 wurde Jaeggi Präsident und bewahrte den FCB vor dem sportlichen und finanziellen Ruin. Dann gab's ein neues Stadion....und erst dann kam G. Oeri langsam ins Spiel und vielleicht die eine oder andere Million.

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  • Peter Schweizer am 25.11.2012 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    statement Gigi Oeri

    was will sie denn konkret aussagen?

  • Basler am 25.11.2012 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Volles Haus = toller Fussball

    Der FCB hatte in der näheren Vergangenheit nicht wegen Frau Oeri Erfolg, sondern wegen dem vollen Joggeli. Frau Oeri ist zur richtigen Zeit auf den fahrenden Zug aufgesprungen und hat ihn noch mehr beschleunigt. Ich fands cool mit einer Frau an der Spitze, was sie kritisiert kann ich nicht beurteilen. Minderwertigkeitskomplex gegenüber Zürich? Gemessen an der Grösse von Zürich sind die Zuschauerzahlen in Zürich einfach nur beschämend. So wird das nichts mit dem Schweizer Fussball, wir brauchen die Zürcher!

    • GC züri am 25.11.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      Was?

      Genau, sie hat ja nur 50 mio rein gesteckt! Das volle haus kam dann mit dem erfolg...!

    • Zürcher - Basler am 25.11.2012 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch, gute Fuehrung = toller Fussball

      Stimmt nicht. Der FCB hatte auch in der NLB volles Haus und doch keinen Erfolg. Ich kann mich an ein Spiel vor 40'000 Zuschauern gegen GC in der Auf- Abstiegsrunde erinnern, das absolut chancenlos verloren ging. Gigi Oeri und ihr Team haben den FCB zurück zum Erfolg geführt.

    • james bond am 25.11.2012 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      fans

      basel hat ja leider nichts vorzuweisen ausser dem fcb.was man von anderen städten wie bern ,st.gallen ,zürich etc nicht behaupten kann.ist ja dann nur normal dass diese dann alle in den st.jakob gehen.und mit dem erfolg kommen natürlich auch sehr viele "modefans".

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