Xhaka und Zakaria

11. November 2017 12:26; Akt: 11.11.2017 12:26 Print

Xhakaria – das neue Mittelfeld-Traumduo

von Eva Tedesco - Granit Xhaka und Denis Zakaria haben Valon Behramis Ausfall in Nordirland überzeugend kompensiert. Es könnte die Geburtsstunde eines neuen Duos sein.

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Für Vladimir Petkovic ist klar, dass er eine Entscheidung, wie den Penaltypfiff für die Nati in Belfast, akzeptieren würde. Gemeinsam mit dem Nati-Trainer stellten sich Stephan Lichtsteiner (M.) und Granit Xhaka den Fragen der Presse. Fabian Frei hat die Nati wegen eines Todesfalls in der Familie verlassen. Der Rückflug der Nati am Freitagabend aus Nordirland verzögerte sich um mehr als eine Stunde. Dies weil eine Flybe-Mschine in Belfast notlanden musste. Am Schluss landete dann die ganze Truppe gesund wenn auch etwas müde und spät auf heimischem Boden. Die Schweiz ist der WM in Russland einen grossen Schritt nähergerückt. Das Barrage-Hinspiel entschied sie dank einem verwandelten Penalty von Ricardo Rodriguez (r.) in Belfast für sich. Granit Xhaka (Nr. 10) und Denis Zakaria jubeln mit und führten im Mittelfeld eine feine Klinge. Die Szene, die zum Strafstoss führte, war allerdings sehr umstritten und wohl eher nicht elfmeterwürdig. Doch das war der Nati sowie den Fans letztendlich egal. Die Weichen fürs Rückspiel am Sonntag sind gestellt. Xherdan Shaqiri wirkt an der Pressekonferenz etwas skeptisch. Hauptsache, im Spiel am Donnerstagabend weiss er genau, was zu tun ist. Petkovic strahlt viel Ruhe aus. Und Behrami zieht sich bei ungemütlichen Temperaturen warm an. An einer Pressekonferenz in Belfast gibt der SFV kurze Zeit zuvor bekannt, dass Valon Behrami, der selber nicht an der PK teilnimmt, bei der Nati bleibt und nicht zu seinem Verein Udinese zurückkehren wird. Wenig später trainiert der Udinese-Söldner bereits wieder mit den Kollegen und ist bester Laune. Auch die anderen Nati-Spieler zeigen vollen Einsatz. Der angeschlagene Valon Behrami soll zu spät zur Nati eingerückt sein. Sein Verein Udinese verlangt nun die sofortige Freigabe seines Spielers und droht dem Schweizerischen Fussballverband SFV mit rechtlichen Konsequenzen, falls Behrami nicht zurückkehrt oder gegen Nordirland sogar eingesetzt wird. Die Nati landete am Dienstagabend in Belfast. Ein Autogrammjäger will ein Selfie mit Ricardo Rodriguez. Auf gehts nach Nordirland. Vladimir Petkovic (r.) und sein Assistent Antonio Manicone am Flughafen Basel. Steven Zuber, Remo Freuler und Haris Seferovic (v. l.) checken vor dem Abflug ihre Handys. Valon Behrami macht es sich im Flieger bequem. Zuvor gaben Behrami (M.), Seferovic (l.) und Fabian Schär den Medien Auskunft. Vladimir Petkovic, Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, zeigt sich an der Pressekonferenz entspannt. Petkovic begrüsst einige Journalisten persönlich. Druck vor dem wichtigen Spiel in Nordirland am Donnerstag scheint der 54-Jährige keinen zu verspüren. Xherdan Shaqiri (r.) und Admir Mehmedi treffen im Hotel Marriott Courtyard in Pratteln BL ein. Breel Embolo kommt mit dem Teambus. Ebenso Yann Sommer (vorne) und Nico Elvedi (links hinten). Granit Xhaka mit pfiffiger Frisur. Valon Behrami weiss noch nicht, ob er wegen seiner Oberschenkelprobleme spielen kann. Captain Stephan Lichtsteiner. Denis Zakaria sieht beinahe wie ein Tourist aus. Steven Zuber (vorne) und Remo Freuler.

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Ein starkes Kollektiv hob Nati-Trainer Vladimir Petkovic nach dem 1:0-Sieg im Barrage-Hinspiel im Windsor Park in Belfast heraus. Das Blut ins Herz dieser Mannschaft pumpte vor allem ein glänzendes Mittelfeld: Granit Xhaka als brillanter Chef und sein unermüdlich rackernder, physisch starker Adjutant Denis Zakaria. Auf einen Nenner gebracht: Xhakaria! Die Schweiz hat ein neues Traumduo.

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Xhaka war nach einem schwachen Auftritt in Lissabon (0:2) gegen Nordirland wieder die überragende Schaltzentrale im Mittelfeld. Er verteilte klug die Bälle, variierte das Tempo geschickt und schoss gefährlich auf das Tor. Zakaria hielt Xhaka dabei den
Rücken frei, gewann die Zweikämpfe. Er überzeugte mit seiner starken Physis.

Dank Zakaria genügend Raum für Xhaka

Die Abstimmung stimmt. Xhaka bewahrt die Übersicht, bringt Ruhe ins Spiel. Er wirkt immer cool und abgebrüht. Neben ihm erobert der bewegliche Zakaria die Bälle und schafft für Xhaka wichtige Räume. Er ist der Wirbelwind, der den temperamentvollen Part des Duos übernimmt. Xhaka und Zakaria – das passt.

Auf Clubebene ist Gladbach der gemeinsame Nenner. Der 21-jährige Zakaria wechselte im Sommer für geschätzte 12 Millionen Euro von YB nach Gladbach – jenem Bundesligisten, der Xhaka im Sommer 2016 für 45 Millionen Euro an Arsenal abgab. Wie Xhaka damals als Captain soll auch Zakaria in Zukunft das defensive Mittelfeld der Fohlen prägen.

Das Duo Xhakaria harmoniert im defensiven Mittelfeld und versteht sich auch neben dem Platz gut. Der Austausch vor dem Wechsel des ehemaligen YB-Spielers nach Deutschland hat sie enger zusammengeführt. Xhaka stand dem Genfer mit Rat und Tat zur Seite, Zakaria nahm die Worte des Gunners an. Aber er fühlt sich nicht unter Druck, wenn es gilt, aus Xhakas Schatten zu treten. Er nennt den ehemaligen Basler ein Vorbild. Regelmässigen Kontakt ausserhalb der Nati haben die beiden aber nicht.

Erst der Anfang grosser Karrieren

Für das neue Traumduo spricht die spielerische Qualität der beiden. Xhakaria führen eine feine Klinge, sind technisch stark und robust. Beide sind noch jung, haben viel Luft nach oben. Beiden wird von Experten eine grosse Karriere vorhergesagt: Xhaka ist 25 Jahre alt und bei Arsenal unter Vertrag. Zakaria ist
21 Jahre jung und gerade erst in der Bundesliga angekommen. Der Basler hat dem jungen Genfer (8 Länderspiele) zudem schon einiges an Länderspiel-Erfahrung (58 Länderspiele/8 Tore) und den Titel eines U17-Weltmeisters voraus und auf Clubebene schon fünf Pokale gewonnen.

Sprengt Vladimir Petkovic sein Traumduo der Zukunft am Sonntag in Basel? Noch darf man Vorkämpfer Behrami im Nati-Mittelfeld nicht abschreiben. Der 32-jährige Tessiner hat sich sogar mit seinem Club Udinese Calcio angelegt, um der Mannschaft zu helfen, die WM in Russland klarzumachen. Aber auch wenn er am Sonntag nichts riskiert – das neue Traumduo steht bereit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 11.11.2017 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gemacht

    Zakaria, ist wirklich ein echtes Talent mit grosser Zukunft. Er hat auch den richtigen Schritt getan, als er zu Mönchengladbach gewechselt hat, besser als zu einem Top Club ind dort auf der Bank sitzen.

  • biertrinker am 11.11.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top duo

    Hammer, die beiden! V.a. wie sich ihre jeweiligen Stärken ergänzen. Unbedingt am Sonntag wieder bringen.

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  • S.Berger am 11.11.2017 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Petkovic gelang der Umbau perfekt

    Stimmt zu 100%! Die Beiden harmonieren auf und neben dem Feld.Nicht vergessen, auch zwei andere fielen in Belfast sehr positiv auf: Akanji als ballsicherer Verteidiger und Zuber als Puncher und Flankengeber im Angriff der Nati.Petkovic gelang der Umbau der Nati perfekt! Es kommt alles gut.Jetzt fehlen bloss noch ein/zwei Vollblutstürmer. Claudio Sulser von GC war der Letzte Weltklasse-Mann, vor über 20 Jahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 12.11.2017 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    So so, neues Traumduo

    Schakaria? Der eine kam knapp um Gelb-Rot rum, der andere verschuldete kurz vor Schluss fast das 1:1... Zakaria ist unkonstant und Schaka spielt mehr Querpässe als Johann Vogel in seiner besten Zeit.. Lobt doch nicht immer nach einer (schwachen) Leistung in einem Spiel einzelne Spieler! Fussball ist ein Mannschaftssport und keiner in der Schweizer Nati hat Weltklasseformat.

  • Divico am 12.11.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir sind Spieler wie Zakaria..

    ...100mal lieber als diese Alba-Profiteure.

  • Divico am 12.11.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumduo?...

    ...es geht noch besser, dann, wenn wir anstatt Xhaka einen 2. Zakaria hätten.

    • Tina am 12.11.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Divico

      Wir? Welche Nation soll das sein? In dieser Elf spielen gerademal 3 Eidgenossen. Weder Sprache noch Herkunft sind Schweizerisch. Ein Trikot macht noch keinen Eidgenossen!

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  • Er Cla am 12.11.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Ja top schweizer mit tiefliegenden wurzeln in der schweiz....die echten schweizer können eben nicht fussballspielen

  • Ruedi Schneider am 12.11.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xhaka und Zakaria

    Ja, wir hätten da auch noch ein paar Schweizer, die auch Fussball spielen können, oder

    • Tinu am 12.11.2017 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi Schneider

      Ich dachte immer, beide seien Schweizer, ist das nicht so?

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