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El-Hadary-Hickhack
05. März 2009 13:02; Akt: 05.03.2009 14:16 Print
Constantin akzeptiert Transferverbot nicht
von Herbie Egli - Der FC Sion hat wieder einmal Ärger am Hals. Wegen der unklaren Sachlage des El-Hadary-Transfers im Februar 2008 droht den Wallisern ein einjähriges Transferverbot. CC lässt die Drohung aber kalt - er gibt sich wie immer kämpferisch.
Im Fall einer Verurteilung würden Sanktionen gegen den FC Sion auf gar keinen Fall akzeptiert werden. Sion-Boss Constantin erklärt: «Wir waren von Anfang an bereit, eine Ablöse für El-Hadary zu bezahlen und dazu sind wir nach wie vor bereit. Wir haben in dieser ganzen Sache alles richtig gemacht und hatten die Einwilligung zur Vertragsunterschrift.» Der Fall ist komplex und zieht sich immer mehr in die Länge.
Christian Constantin. Der Sion-Boss akzeptiert keine Transfersperre gegen seinen Verein.(Bild: Keystone)
Präzedenzfall Mexes
Die Statuten der FIFA sind klar: Wenn ein Spieler seinen Vertrag bei einem Verein ohne Zustimmung kündigt, wird er sanktioniert. Wenn ein anderer Verein einen solchen Spieler unter Vertrag nimmt, wird er ebenfalls sanktioniert. Auch im Jahre 2004 galt dies schon und die AS Roma bekam es zu spüren, weil sie Innenverteidiger Philippe Mexes aus Auxerre holte, obwohl der Blondschopf dort noch einen gültigen Vertrag besass. Die Konsequenzen waren hart, denn Mexes wurde für knapp zwei Monate gesperrt und die Römer durften eine Transferperiode lang keine Spielerwechsel vornehmen. Dabei war das erste Urteil der FIFA gegen die Roma sogar noch härter.
Der Fall El-Hadary
Im Fall des ägyptischen Torhüters Essam El-Hadary gibt es auf den ersten Blick erstaunlich viele Parallelen – doch nur auf den ersten Blick. Die Faktenlage ist bei genauerem Recherchieren jedoch eine differenzierte: So waren der Spieler und Präsident Constantin mit seinem Geschäftsführer auf Einladung von Al Ahly persönlich in Kairo, um Verhandlungen zu führen. Dabei kam es in den Räumlichkeiten des Vereins zu einer Einigung und dem Einverständnis des Clubs, dass der FC Sion mit El-Hadary einen Vertrag schliessen darf. Noch im Sitzungssaal des Vereinsbüros kam es dann zum erfolgreichen Abschluss und der Vertragsunterschrift zwischen dem Torhüter und dem Walliser Super Ligisten. Erst als Sion dann von zuhause aus die notwendigen Transferdokumente von Al Ahly einforderte, wollte man in der Nil-Metropole nichts mehr von einer Einigung wissen.
Der «schwarze Peter» wandert
Auch wenn das entscheidende Schriftstück fehlt, trägt El-Hadary seit einem Jahr das Goaliedress der Walliser. Folglich qualifizierte der Schweizer Fussball Verband den Spieler für den FC Sion. Beim SFV bzw. der Swiss Football League sieht man sich in dieser Affaire (für einmal) als unbeteiligt, denn die FIFA gab die Freigabe für eine Qualifikation des Spielers für den FC Sion. Der «schwarze Peter» wandert also von Bern nach Zürich. Bei der FIFA hat man aber auch keine Verwendung dafür und erklärt die eigene Position und die erteilte Freigabe für El-Hadary mit der aktuellen Rechtslage der gültigen Gesetze in der Schweiz und Europa. Sie hat schlicht keine gesetzliche Handhabe, einen Transfer zu verbieten, sondern kann lediglich im Rahmen der Statuten und Reglemente entsprechende Massnahmen gegen Spieler und Vereine ergreifen. Dies war im Fall Mexes so und dies droht auch dem FC Sion.
Transferverbot käme zur Unzeit
Nun steht also das Transferverbot im Raum. Einen passenden Zeitpunkt dafür gibt es nicht, doch für die Zukunft des FC Sion wäre es jetzt wirklich der dümmste Moment. Seit Constantin im Herbst mehrere Wochen am Puls der Mannschaft fühlen konnte, bekam er viele neue Eindrücke, anhand derer die Mannschaft nun ein völlig neues Gesicht bekommen soll. Im Winter ging dies aufgrund der fehlenden Kontingentsplätze (noch) nicht, doch im Sommer erfolgt eine Kurskorrektur. Ausländische Spieler, die dem Team nicht weiterhelfen, werden gehen müssen. Darunter sind Kandidaten wie Saborio, Nwaneri, Brellier, Kali, Obradovic, Reset und andere. Vermehrt sollen jetzt die jungen Spieler aus der Region oder der Schweiz ihre Chance bekommen. CC: «Zuvor war dies gar nicht möglich, nachdem im Jahr 2003 der Schweizer Fussball Verband uns alle U-Mannschaften gestrichen hatte und die Talente weggingen. Und in den ersten Jahren des Neuaufbaus muss ich dort erst einmal schauen, dass die Profimannschaft funktioniert. Aber jetzt sollen sich die investierten 12 Millionen Franken in das Nachwuchszentrum schrittweise rentieren».



























