WM 2018

15. Juni 2017 10:03; Akt: 15.06.2017 14:06 Print

Schatten über Putins Prestige-Projekt

Mit dem Start des Confed-Cups, des Probelaufs für die WM 2018, rückt das Thema Hooliganismus wieder ins Zentrum. Und es gibt weitere Probleme.

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Marseille kommt wieder näher. Ein Jahr ist es her, dass russische Hooligans am zweiten Tag der Fussball-EM in der südfranzösischen Hafenstadt wüteten. Nach brutalen Zusammenstössen mit britischen Schlägern im Laufe des Tages stürmten sie am Abend während der Partie Russland gegen England einen gegnerischen Fanblock. Die schockierenden Szenen warfen Fragen auf. Auch diese: Wird die WM 2018 in Russland zum Festival der Gewalt, wie russische Hooligans im Frühjahr ankündigten?

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Werden die Hooligans an der WM zum Problem?
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Noch sind es zwölf Monate bis zur Endrunde, der Probelauf folgt jedoch schon ab Samstag in St. Petersburg, Moskau, Sotschi und Kasan. Der Gastgeber empfängt Weltmeister Deutschland und die sechs kontinentalen Titelhalter Australien, Chile, Mexiko, Neuseeland, Portugal und Kamerun zum Confederations-Cup. Mit den Erinnerungen an Marseille wird vor dem Turnierstart zwangsläufig die Fangewalt zum Thema. WM-Cheforganisator Andrei Sorokin wiegelt ab. «Was in Marseille passierte, hat uns sehr gewundert. Solche Szenen werden sich bei uns nicht wiederholen», sagt er in der «Sport Bild». Auffällige Hooligans würden sofort nach russischem Gesetz bestraft. Der 45-Jährige findet ohnehin, das Thema Hooligan-Aufstände werde «völlig übertrieben».


WM-Cheforganisator Sorokin zu den Problemen während der Vorbereitung. (Video: SID)

«In Marseille war die Polizei nicht da»

Obwohl einheimische Schlägertrupps dem russischen Fussball nach wie vor Probleme bereiten, glaubt der frühere Hooligan-Chef Alexander Schprygin – er war während der EM festgenommen und aus Frankreich verwiesen worden – an zwei ruhige Turniere: «In Marseille konntest du machen, was du wolltest, die Polizei war nicht da. Aber in Russland wird im Juni 2017 und 2018 nicht einmal eine Fliege einfach so durchkommen. Es wird unmöglich sein, aus der Reihe zu fallen.»


Ex-Hooligan-Boss Alexander Schprygin zum Unterschied zwischen Marseille und Russland. (Video: SID)

Da ist aber auch die Angst vor Terroranschlägen, wie es im April in St. Petersburg einen gab. Sorokin verspricht: «Es sind alle Vorkehrungen getroffen worden, damit die Sicherheit gewährleistet ist.»

Das grösste Sorge des WM-Chefs

Es gibt jedoch weitere Negativschlagzeilen rund um die WM und Russland. Da sind die explodierenden Kosten, die auch wegen der ausufernden Korruption im Bausektor von den geplanten zehn Milliarden Euro auf deren dreissig gestiegen sind. Da sind die unhaltbaren Zustände auf den Stadion-Baustellen, auf denen schon mindestes 17 Menschen ihr Leben gelassen haben sollen. Dazu kommen die anhaltenden Unruhen im Land, die sich vor wenigen Tagen in Protesten gegen das Regime von Wladimir Putin entluden.

WM-Chef Sorokin blendet solcherlei aus. Er sagt: «Unser grösstes Problem während der Vorbereitungen auf den Confederations-Cup und die WM sind die ständigen Gerüchte, von denen wir überrascht werden und die wir unentwegt erklären müssen.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pietro am 15.06.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten

    Statt endlich wirkliche Missstände anzuprangern verliert man sich im täglichen Schienbein treten gegen Trump und Putin. Als hätten wir in Europa nicht genügend eigene, wichtigere Probleme. Und wo ist eigentlich Schmiergeld-Kaiser Franz untergetaucht? Da wurde doch auch Russland angeprangert die WM gekauft zu haben und nun wo man weiß, dass Deutschlands Sommermärchen gekauft war will niemand mehr etwas berichten. Korruption scheint für diese Aufrichtigen also bloß in Russland ein Problem zu sein. Irgendwie ist das höchst unglaubwürdig.

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  • Tim am 15.06.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Putins Macht

    Wer glaubt das Putin diese Hooligans nicht unter Kontrolle bringen kann, soll die Kremlkritiker Fragen. Diese sind auch von heute auf morgen verschwunden

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  • M huber am 15.06.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Staatlich gefördert

    Die staatlichen fernsehsender sollen endlich aufhören so viel geld für die übertragungsrechte auszugeben! Russland, deutschland und katar sind erwiesenermasse gekauft und wir unterstützend das ungefragt mit der billag !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Petar am 16.06.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Boykott

    Man will etwas ändern? Solange die Menschen die WM-Spiele besuchen, bei Fanmeilen oder zuhause vor dem TV schauen und der FIFA inkl. aller beteiligten Parteien Milliarden an Gelder einbringt, solange werden diese Missstände, welche aufgrund JEDER WM stattfinden/-gefunden haben, weitergehen. So war es auch zuletzt in Brasilien, Südafrika oder Deutschland. Wenn man ehrlich ist, hilft hier nur eins. Boykott, damit sich diese Korruption und Ausbeutung nicht mehr lohnt und es beim Fussball wieder mehr um das Spiel geht!

  • Ironiker am 15.06.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst den Ball rollen

    Immer diese Negativpresse gegen Russland und dem Fussball. Probleme auf Baustellen gibt es auch in der Schweiz. Sobald der Ball rollt ist Alles vergessen. Genauso wie in Südafrika und Brasilien

  • Enerver am 15.06.2017 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Welt

    Ein friedlich protestierender Russe kommt für 2 Jahre ins Gefängnis. Ein Hooligan aus Russland der fast einen Menschen tötet kommst straffrei davon, wird von höchster Stufe geschützt, da ja der Sportminister Russlands selber ein Hooligan ist. Darum streiten die Russen dieses Thema permanent ab, gehört halt zum Alltag und nur wir im Westen sehen den als Hooligan an.

    • Didi am 15.06.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Enerver

      Wie sind denn die Schweizer Fans drauf? Super Leage, FCL,FCZ und.......... Was Massen sich hier einige an über andere zu richten,wenn es vor der eigenen stinkt?

    • Bruno am 16.06.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      Fakten

      @ Didi: Unsere CH-"Fans" mit russischen zu vergleichen ist ein guter Witz! Unsere etwas schwierigen CH-Fans besuchen keine Nati-Spiele. Die Hools in Russland sind von ganz oben orchestriert. Dazu kommen Kampfausbildungen, Militärische Erziehung etc.. Deshalb konnte man auch die Engländer so überrumpeln. Informiere Dich ein wenig über die Szene und Hintergründe von Marseille, dann wirst Du deine Meinung ändern ;-)

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  • Potti am 15.06.2017 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Null-Toleranz...

    ... wird in Russland herrschen. Als ob die es zulassen würden, dass das Land in einem schlechten Licht erscheint! Wenn (nicht falls) etwas passiert, wird rigoros durchgegriffen. So à la "Schaut, wir Russen kriegen das in den Griff. Die Ausschreitungen in Marseille sind auf die Sicherheitskräfte zurückzuführen"

  • marko 32 am 15.06.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Putin

    Putin ist ein Witz

    • ursus bernensis am 15.06.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      etwas unpräzise

      zudem hier leicht zu sagen. in russland könnte die pointe schmerzhaft ausfallen.

    • Echt Jetzt am 15.06.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Trump ist ein Witz, fehlt nur noch die rote Nase....Putin ist auch nicht der beste, aber wesentlich sympathischer als der S.Duck, der noch Gelder einsammelt für Krebskranke Kinder....Lausige Fam. Trump

    • marko 32 am 15.06.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Echt Jetzt

      Genau

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