Rückkehr nach 10 Jahren

28. November 2012 20:54; Akt: 28.11.2012 21:14 Print

«Wir haben unseren Wunschkandidaten»

von Eva Tedesco - Am Dienstag sagte FCZ-Ancillo Canepa noch, dass es keinen Fall Fredy Bickel gebe. Am Mittwochabend präsentierte YB seinen neuen Sportchef und der heisst - Fredy Bickel.

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Fredy Bickel verlässt nach neun Jahren den FCZ und wird bei YB Sportchef. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Fast auf den Monat genau nach 10 Jahren kehrt Bickel zu YB zurück. Es war im Dezember 2002, als er mit viel Nebengeräuschen die Berner verliess und 2003 beim FC Zürich als Sportchef anheuerte. Am Dienstag dementierte Canepa noch vollmundig. «Fredy Bickel hat einen gültigen Vertrag. Und wenn es Interesse eines Klubs an Bickel gebe, müsste das Interesse entsprechend über den FCZ laufen. Einen Tag später ist Bickel weg und wurde von Medienchef Albert Staudenmann mit den Worten «Willkommen Daheim» im Stade de Suisse begrüsst.

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Ein Tag für Verhandlungen? Und am Dienstag will Canepa nichts gewusst, kein Angebot auf dem Tisch gehabt haben? YB-Boss Werner Müller: «Als wir uns mit Fredy Bickel einig waren, das war in den letzten Tagen, haben wir Kontakt mit Präsident Ancillo Canepa aufgenommen und nach Lösungen gesucht, Fredy Bickel aus seinem laufenden Vertrag herauszulösen. Die letzten Details wurden noch am Mittwoch geregelt.» Über die «Transfersumme» wurde jedoch von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

Der Wunschkandidat in Bern

Bickel galt nach der Entlassung von Ilja Kaenzig als Wunschkandidat in Bern. Müller: «Wir hatten eine Liste von fünfzehn bis zwanzig Bewerbungen. Wir sind sehr glücklich, dass wir unseren Wunschkandidaten bekommen haben. Es ist im Dezember zehn Jahre her, dass er Bern verlassen hat. Inzwischen hatte er in Zürich eine erfolgreiche Zeit hinter sich und wir sind dankbar, dass er nun zurück ist.»

Bickel strahlte bei diesen Worten über das ganze Gesicht. Es war schwierig zu sagen, wer dankbarer war. Nach schwierigen Monaten beim FCZ sprühte der designierte Sportchef vor Energie. «Ich bin der, der dankbar ist», eröffnete Bickel seine Antrittsrede. Die Emotionen waren ihm anzusehen, als er weitersprach: «Seit ich vor zehn Jahren wegging, gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht an YB gedacht habe, deshalb mussten wir auch nicht viele Worte verlieren, als Werner Müller mit dem Angebot auf mich zukam.»

In den letzten Tagen mit dem FCZ verhandelt

Und wann war das? «Vor zehn Jahren ...», sagte Bickel und lachte über das ganze Gesicht. Auch wenn nicht seine erste Ära von 1999 bis 2002 gemeint war, bei der Frage des Journalisten. «Der Kontakt zu Werner Müller ist all die Jahre nie abgerissen, darum kann ich nicht genau sagen, wann der erste stattgefunden hat. Was ich sagen kann, ist, dass die letzten zehn bis zwölf Monate in Zürich sehr schwierig waren. Die Stimmung im Klub war nicht gut und es herrscht dicke Luft. Das habe ich mit mir herumgetragen. Ich habe geglaubt, dass wir das wieder in den Griff bekommen, aber es hat viel Energie gekostet. Als eine Zeitung geschrieben hat, dass ich angeblich beim FCZ gekündigt worden sei, kamen vier oder fünf Anrufe mit Angeboten und das gab den Anstoss.»

In Bern sei ihm praktisch der rote Teppich ausgerollt: Die Infrastruktur stimme, die Investoren seien da und eine gute Führung. Bickel: «Jetzt muss man nur noch etwas daraus machen. Ich habe mir ein Bild gemacht, aber es wäre nicht fair jetzt schon etwa dazu zu sagen.» Und der Machtkampf, den er gegen Peter Jauch verloren hat und deswegen am 21. Dezember 2002 gehen musste? «Natürlich haben wir darüber gesprochen», so Bickel, «aber das war, wie viele Leute wissen, eine Privatfehde und Vergangenheit.»

Die Zukunft heisst YB. Deshalb wird Bickel auch nicht mehr in der Trainer-Findungskommission des FCZ einsitzen, wie Canepa sagte. Aber eine Trainerpersonalie könnte Bickel auch schon bald bei YB beschäftigen.
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YB-Boss Werner Müller äussert sich über die Verpflichtung von Fredy Bickel. (Video: 20 Minuten Online)