GC-Captain Salatic

11. Juli 2012 22:46; Akt: 11.07.2012 22:53 Print

«Wir wollen vor dem FCZ sein!»

von Sandro Compagno - Der Chef kehrt zurück: Vero Salatic (26) soll GC wieder an die nationale Spitze führen. Der GC-Captain spricht im Interview über die Erwartungen an die neue Saison.

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Vero Salatic kam im Jahr 2000 als Junior zu GC und erhielt 2003 seinen ersten Profivertrag. Nach acht Jahren beim Rekordmeister verabschiedete sich der Routinier am 22. Mai 2011 von den Fans und wechselte zu Omonia Nikosia. Mit Omonia spielte der defensive Mittelfeldspieler in der Europa League. Hier im Zweikampf mit Ramon Leeuwin (Den Haag). Mit Omonia gewann Salatic den zyprischen Cup und verhinderte damit den Double-Gewinn von AEL Limassol. Für Nikosia war es der 14 Pokalsieg in der Vereinsgeschichte. Guter Laune und frohen Mutes präsentiert GC-Trainer Uli Forte seine Neuzugänge Milan Vilotic (l.), Vero Salatic und Shkelzen Gashi (ganz rechts.) Nach einem Jahr auf Zypern kehrte Salatic im Juni 2012 zu GC zurück und übernahm das Amt des Captains. Vero Salatic (Nummer 6) und Shkelzen Gashi (r.) beim ersten Training der Grasshoppers am 11. Juni 2012. Mittelfeldspieler Salatic und Stürmer Gashi sind zwei der bisher drei Verstärkungen für die kommende Saison. Der dritte Neuzugang ist der neue Abwehrchef und Nachfolger von Boris Smiljanic in der GC-Innenverteidigung und heisst Milan Vilutic. Der 26-jährige Serbe kommt von Roter Stern Belgrad, ist beidfüssig und kopfballstark. VR-Präsident André Dosé verspricht sich von seinem Leader ein Vorbild für die jungen Spieler und stattete Salatic mit einem 5-Jahres-Vertrag aus. Salatic kam 1999 von Zug 94 zu GC. 2003 debütierte er in der Profi-Mannschaft und absolvierte bis zu seinem Wechsel zu Omonia Nikosia vor einem Jahr 217 Super-League-Partien. Seit Montag ist er wieder zurück bei GC. Trainingsstart am Montag bei GC. Als neuer Captain führt Salatic die junge Truppe beim Auslaufen an. Crashkurs für richtiges Dehnen. Nach einem zweistündigen Training dehnten die GC-Stars ihre Muskeln an der Stange. Als Captain führte Salatic das junge Team von Uli Forte am 1. Oktober 2012 (Sieg gegen St. Gallen) an die Tabellenspitze der Super League. GC wurde erst am 17. März 2013 vom FCB als Leader abgelöst.

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Vero Salatic, Hand aufs Herz: Wussten Sie zum Zeitpunkt, als Sie bei GC unterschrieben, dass Sie auswärts in einem pink-farbenen Strampelanzug Fussball spielen werden?
Vero Salatic:
(lacht) Das wusste ich nicht, nein. Aber bislang habe ich das neue Auswärtsdress auch noch nie getragen. Wegen eines Muskelfaserrisses habe ich nur die letzten beiden Testspiele gegen 1860 München und Standard Lüttich bestritten – und das in den traditionellen GC-Farben Blau und Weiss. Aber für meine Unterschrift hat die Trikotfarbe keine Rolle gespielt.

Ihnen lag ein langfristiger Vertrag von Omonia Nikosia vor. Trotzdem haben Sie sich nach nur einem Jahr zur Rückkehr zu den Grasshoppers entschieden. Warum?
Es hat sich so ergeben. Zuerst war da die Anfrage von GC, als Leader zurückzukehren. Andererseits ist meine Frau wieder schwanger und möchte in der Schweiz gebären. Mein Sohn Mateja ist jetzt acht Monate alt, meine Frau wäre mit ihm in der Schweiz geblieben – aber so lange wollte ich nicht ohne meine Familie in Zypern sein. Also haben wir versucht, den noch ein Jahr laufenden Vertrag mit Omonia aufzulösen.

Es heisst, Sie hätten Ihre eigene Ablöse bezahlt?
Ich hatte eine fixe Ablöse im Vertrag. GC konnte diesen Betrag nicht stemmen und Omonia wollte mich zuerst nicht gehen lassen. Der Trainer hatte eigentlich geplant, die neue Mannschaft um mich aufzubauen. Es gab ein ziemliches Hin und Her und am Schluss haben wir uns darauf geeinigt, dass ich gehen darf, wenn ich auf zwei Monatslöhne und die Prämie für den Cup-Sieg verzichte. Glauben Sie mir, das ist nicht wenig Geld.

Haben Sie mit der Ambition, im Ausland Fussball zu spielen, definitiv abgeschlossen?
Warum sollte ich? Fussball ist so schnelllebig. Schauen Sie sich das Beispiel Christoph Spycher an: Er wechselte auch erst spät in die Bundesliga und wurde spät Schweizer Nationalspieler. Aber jetzt bin ich bei GC und das zählt. Wir wollen hier etwas aufbauen. Ich stehe am Anfang von fünf Jahren Vertragsdauer und möchte nicht über ein allfälliges Vertragsende denken.

Stichwort Nati: Sie haben sich vor einiger Zeit um den serbischen Pass bemüht.
Den habe ich mittlerweile. Ich bin jetzt Doppelbürger.

Läuft da etwas?
Im Grunde das Gleiche wie mit der Schweiz. Man hat mich im Auge, ohne konkret zu werden. Aber am Ende hängt alles von meiner Leistung mit GC ab. Wenn ich hier Erfolg habe und guten Fussball spiele, steigen die Chancen auf ein Aufgebot.

Sprechen wir jetzt von der Schweiz oder von Serbien?
Für die Schweizer Nati spielen zu dürfen, wäre sicher eine tolle Sache.

GC war letzte Saison miserabel. Sie haben den Klub aus der Ferne beobachtet. Was ging in Ihnen vor?
Ich fand es schade. In den letzten Jahren ist bei GC vieles kaputt gegangen. Man hat immer wieder Leistungsträger abgeben müssen und durch Junge ersetzt. Aber nur mit Jungen geht es nicht, man braucht auch Erfahrung in einer Mannschaft. Das hat man jetzt auch eingesehen. Man hat mit Grichting und Vilotic erfahrene Innenverteidiger geholt, ich zähle auch zu den erfahrenen Spielern.

Grichting, Salatic, Ben Khalifa, dazu Vilotic und Gashi – gehen Sie mit mir einig, wenn ich sage, die aktuelle Mannschaft sei das beste GC seit Jahren?
Man muss aufpassen! Wir stehen jetzt am Anfang der Saison. Gute Namen allein bedeuten noch gar nichts. Wir müssen uns alles erarbeiten. Wir müssen richtig schwitzen – im Training und in den Spielen. Ob wir jetzt das beste GC seit Jahren sind? Fragen Sie mich das in einem halben Jahr wieder.

Wie definieren Sie die Saisonziele?
Ich habe schon vom «Transfersieger GC» gelesen. Aber ich warne davor, den Mund zu voll zu nehmen. In unserer Situation müssen wir von Spiel zu Spiel schauen. Was ich sagen kann, ist dies: Wir wollen vor dem FCZ sein!

Ist die am Wochenende startende Super League für Sie eine Übergangssaison oder will das neue GC auf Anhieb vorne mitspielen?
Blicken wir den Tatsachen ins Auge: Wir beginnen bei null. Wir haben viele neue Spieler im Kader. Da ist es schwierig zu sagen, wir wollen vorne angreifen. GC hat schwere Jahre hinter sich. Das Ziel ist sicher, wieder einmal vorne mitzuspielen. Aber ich lasse mich hier nicht auf die Äste hinaus. Ich erinnere mich an 3-Jahres-Pläne, die dann über den Haufen geworfen wurden, weil man wichtige Spieler nicht halten konnte. Solche Erfahrungen haben mich vorsichtig gemacht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Stieger am 13.07.2012 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Vero,

    Vero, einer dieser Spieler, die ich so schätze. Verzichtet auf Geld, um für seinen Herzensklub zu spielen. Vielen Dank, und ein Denkmal nach deinem Rücktritt sei dir sicher! Hopp Vero! Hopp GC!

  • Hugo Maurer am 12.07.2012 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Meister

    Dann müsst ihr CH Meister werden.

  • Thomas am 12.07.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nu GC isch Züri!

    Das kommt gut, sinnvolle Transfers, eine vorwärtsgerichtete Strategie, ein Präsident welcher Bezug zu Geldgebern hat, ein Marketingleiter der sein Metier versteht und eine hungrige Mannschaft. Dazu viele treue Fans, die nach Erfolgen lechzen. GC forever.

  • FCL Fan am 12.07.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    alles klar

    in diesem Falle. Sorry dann seit ihr halt 2. wenn man die Tabelle von hinten an sehen wird.

  • Peter Enis am 12.07.2012 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Neider?

    GC hat sehr gut gearbeitet seit dem Saisonende. Das Potenzial der jungen Spieler war schon immer sehr gross, jedoch konnten sie nicht geführt werden. Grichting, Vilotic und Salatic werden diesen Part jetzt übernehmen. Es wird aufwärts gehen mit GC! Auch mit Salatic? Inler/Salatic als 6er in der Nati, ich hätte nichts dagegen!