Alex Frei zum Rücktritt

15. November 2012 12:32; Akt: 15.11.2012 16:14 Print

«Murat hat nichts mit meinem Entscheid zu tun»

Alex Frei äussert sich an einer Medienkonferenz zu seinem Rücktritt. Er habe gemerkt, dass es Wichtigeres gibt als Siege und Niederlagen. Künftig will er beim FCB im Juniorenbereich tätig sein.

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Alex Frei gab am Sonntag FCB-Präsident Bernhard Heusler seinen Entscheid bekannt. Sein Vertrag beim FC Basel wäre im kommenden Juni ohnehin ausgelaufen. Er wolle aber weiterhin für den FC Basel tätig bleiben - und zwar in einer Funktion im Junioren-Bereich. Für den Stürmer war von Beginn weg klar: «Ich werde für keinen anderen Verein spielen.»

Bei der Pressekonferenz in Basel gab Frei unumwunden zu, dass sich für ihn seit der Geburt seiner Tochter im Sommer die Prioritäten geändert hätten. «Ich habe gespürt, dass es Wichtigeres gibt als Siege oder Niederlagen», so Frei. Zudem bereitet ihm eine Verletzung, die er sich im Sommer zugezogen hat, Mühe. Damals hiess es, er leide an einer Beckenprellung. Laut Frei handelt es sich dabei um zwei Knochenbrüche an zwei Querfortsätzen am Rücken. «Ich bin noch nicht 100-prozentig fit», gesteht Frei.

Mit dem erst kürzlich vollzogenen Trainerwechsel beim FC Basel hat der Rücktritt des Torgaranten nichts zu tun. «Nullkommanix!», gibt Frei zu verstehen und legt gleich nach: «Alles Quatsch.» Er habe auch schon mit Heiko Vogel und in letzter Zeit vermehrt mit Präsident Bernhard Heusler über seine Zukunft gesprochen. Und auch mit Murat Yakin. Ein Schlüsselereignis gab es zwischen Frei und Yakin dennoch: «Als ich Muri sagen musste, dass ich nicht mehr zweimal pro Tag trainieren kann, wusste ich: Langsam ist es so weit», so der 33-Jährige über seinen geschundenen Körper.

Bilderbuch-Karriere

Frei kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Der Stürmer gab 1997 sein NLA-Debüt beim FCB, spielte in der Schweiz für Thun, Luzern und Servette. 2003 folgte der Gang ins Ausland. Bei Stade Rennes erzielte er in drei Jahren 47 Treffer in 100 Ligue-1-Spielen und wurde in der Saison 2004/05 mit 20 Toren Torschützenkönig Frankreichs. 2006 folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund, seiner letzten Station vor der Rückkehr zum FCB.

Der 33-jährige blickt voller Stolz zurück. «Ich würde nichts anders machen», so Frei. Dabei ist dem Rekordtorschützen der Nationalmannschaft wichtig, dass er sich selbst nicht als Überfussballer sieht. «Für mich, mit dem Talent, welches mir Gott geschenkt hat, glaube ich, dass meine Karriere als eine der besten in der Schweiz vorangehen kann.» Er habe viele Junioren gesehen, welche den falschen Weg eingeschlagen hätten. «Und die hatten weiss Gott, mehr Talent als ich», hält Frei fest.

«Es war ein Bauchentscheid»

Den Entschluss, Ende Saison zurückzutreten, nennt Frei einen «Bauchentscheid». So wie er es während seiner Karriere immer gehandhabt hat. «Bei jedem Wechsel, der die Klubs betraf, habe ich stets aus dem Bauch heraus entschieden. Das ging immer gut.» Versuche, ihn umzustimmen, gab es keine - weder von Mitspielern noch von Freunden, Familie oder dem Verein. «Wer mich kennt, der weiss, dass es hierbei nichts zu rütteln gibt.» Er fühle sich nun befreit, der «Ballast» sei endlich weg.

Noch bleibt dem Stürmer etwas Zeit, ehe er seine Fussballschuhe an den Nagel hängt. «Erst wenn ich Jacques Zoua meine Schuhe mit nach Kamerun gebe - dort rennen schon viele Kinder mit meinen Schuhen herum, höre ich auf.» Bis dahin hat Frei ein ganz besonderes Ziel - nebst dem Double-Gewinn. «Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass Marco Streller Torschützenkönig wird. Da ist meine Position auf dem linken Flügel gar nicht einmal so schlecht», schmunzelte Frei. Er selber will die Torschützenkrone nach 2010 und 2011 kein weiteres Mal holen. «Das brauche ich nicht.»

Und wie wird sein letztes Spiel im Trikot des FCB sein? «Emotional. Auch wenn ich heute meine Gefühle kontrollieren kann und auch will: Wenn ich zum letzten Mal spielen werde, dann wird es sicherlich Tränen geben.»

(als/si)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich war nie sein grösster Fan, tatsächlich ging mir seine Art auf die Nerven. Trotzdem gehört er zu den grössten Schweizer Fussballern und das sollte respektiert werden. Ist denn Ibrahimovic oder Ronaldo sympathisch, waren Gascoigne und Pippo Charmeure? Sie alle machen den Fussball aber erst sehenswert..... – René

finde ich eine richtige entscheidung, alex. jetzt wo du selber ne familie hast, solltest du mehr zeit für deine frau und dein kind haben. es ist schade, wenn mann die eigenen kinder nicht wachsen sieht, weil die zeit schnell vorbei geht und du bestimmt genug geld jetzt hast für deine familie. es gibt nichts schöneres als die eigenen kinder wachsen zusehen :) Gruss veysel - bin selber zwillingsvater – veysel top

Alex Frei war und ist ein toller Spieler. All denen, die andauernd auf ihm rumhacken, sei gesagt, dass ihn die Kinder in den Fussballcamps jeweils als nettesten Profi empfinden... – Victor

Die neusten Leser-Kommentare

  • Torres9 am 19.11.2012 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt Alex

    Ich bin kein Frei-Fan aber was er für unsere Nationalmannschaft gemacht hat, Respekt. Wahrscheinlich sind wir das einzige Land, welches seine "Star-Spieler" hasst. Und dass es ein Schweizer so weit bringt, ist auch nicht selbstverständlich. Aber eben, wenn man sich an Spanien, Deutschland oder Argentinien orientiert und nicht einmal Tunesien bzw. Luxemburg schlägt.......

    • Torres9 am 19.11.2012 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      Tunesien

      Sorry, natürlich habe sie ja dort "überlegen" gewonnen...

    einklappen einklappen
  • nixxi am 19.11.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    I liebe Alex...seine Art ...sein Fussball...sein strahlen...sein Mensch sein...danke für deine super Leistung!!!!!!!!!!Ein Grund für mich Fussball zzu schauen!!!!!!!!!!!!!!!

  • M.H. am 19.11.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ungehobelter Klotz?

    Ihr armen Journalisten: Ihr klagt über Unanständigkeit? Da seid ihr doch selber schuld. Die Fragen die ihr manchmal stellt sind teilweise ungeholbelter als die "netten" Bemerkungen die ihr von Alex Frei erhalten habt. Denkt mal nach: Wie man in den Wald schreit, so hallt es zurück! Kurz um: Selber schuld!

  • Marco Widi am 18.11.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nur in der Schweiz

    Das gibts echt nur in der Schweiz, dass der Rekordtorschütze ausgepfiffen und aus der Nati geekelt wird. Genau wegen solchen charakterlosen Leuten interessiert mich Fussball eigentlich nicht die Bohne. Für mich ist Frei immernoch der grösste Schweizer Fussballer aller Zeiten in einer Nati, mit der ich mich noch identifizieren und mitfiebern konnte. Hach war das Spiel in Istanbul tödlcih für meine Nerven:D

  • Sepp Meichtri am 18.11.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Geschichte zu Alex Frei...

    Bei einem Besuch des Nati-trainings liess ich mir einen Fussball von den Spielern signieren. Sämtliche Spieler und Trainer haben unterschrieben nur eine Person ziehrte sich und wollte nicht. Dank Huggels:"chum Alex, jetzt tue ned so blöd" gabs dann auch noch die Frei unterschrift. Charakter kann man nicht lernen.