Pfiffe gegen Alex Frei

04. September 2010 01:11; Akt: 04.09.2010 14:52 Print

Hitzfeld: «Das ist schon peinlich»Hitzfeld: «Das ist schon peinlich»

von Reto Fehr, St. Gallen - Tore gab es keine zu bejubeln beim Test der Nati gegen Australien. Dafür sorgten einmal mehr Pfiffe gegen eigene Spieler für Gesprächsstoff. Selbst Ottmar Hitzfeld fand dagegen klare Worte.

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Frei, Lichtsteiner und Inler zu den Pfiffen in St. Gallen. Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Es ist ein unsägliches Kapitel der Schweizer Fussball-Nati. Die Pfiffe in der AFG Arena gegen Spieler des eigenen Landes. Angefangen hatte es mit Marco Streller, gestern war Alex Frei an der Reihe.

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Sollen weiterhin Nati-Spiele in St. Gallen ausgetragen werden?

Ausländischen Journalisten oder Zuschauern zu erklären, wie es möglich ist, dass ein eigener Spieler im Nationaldress während einer Partie schamlos ausgepfiffen wird, ist eigentlich unmöglich. Denn so etwas dürfte es in der ganzen Welt nicht noch einmal geben. Aber das St. Galler Publikum erreichte diesen Tiefpunkt ab der 59. Minute erneut – obwohl die 14660 Fans bis dahin für eine gute Stimmung gesorgt hatten.

Kein Verständnis von Hitzfeld und Mitspielern

Auslöser war der verschossene Elfmeter von Alex Frei. Dass es vereinzelt Pfiffe geben kann, wenn ein Spieler einen Penalty übers Tor schiesst, ist noch knapp nachzuvollziehen. «Ich verstehe die Zuschauer, sie waren enttäuscht über die verpasste Chance», meinte etwa Stephan Lichtsteiner nach der Partie. Aber im Normalfall ist das dann auch wieder vergessen. Nicht so bei Alex Frei. Der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft wurde anschliessend bei jeder Ballberührung, insbesondere bei Standardsituationen gnadenlos ausgepfiffen. Die Sprechchöre für den Schweizer Captain gingen leider etwas unter. Aber immerhin: Es gab im Stadion auch Zuschauer mit Respekt gegenüber den eigenen Spielern.

«Das ist schon peinlich», erklärte Ottmar Hitzfeld nach der Partie. Deutliche Worte. Und er setzte noch einen oben drauf. «Dass ein Spieler, der so viele wichtige Tore für die Nationalmannschaft geschossen hat, ausgepfiffen wird, geht nicht.» Auch Lichtsteiner stellte klar: «Pfiffe sind nicht angebracht. Es fehlt an Respekt. Das ist schade.» Und Vize-Captain Gökhan Inler stiess ins gleiche Horn: «Das finde ich schade. Jeder kann einmal einen Penalty verschiessen.»

Auswechslung hatte nichts mit Pfiffen zu tun

Und was meinte der Stürmer selbst? «Es gibt immer solche die pfeifen. Für mich gehört sich das nicht in einer Nationalmannschaft. Man muss keinen Spieler mögen oder lieben. Aber man soll jeden respektieren.» Besser könnte man es kaum sagen. Dass Alex Frei nicht bei allen Fans gut ankommt, ist schon länger bekannt. Das ist an und für sich auch kein Problem. Aber Pfiffe im eigenen Land gegen einen Nationalspieler, das gehört sich nicht. Es war übrigens der erste verschossene Elfmeter Freis nach 13 Treffern. «Ich fühlte mich gut, aber ich wusste, dass Mark Schwarzer meine Lieblingsecke kennt, darum versuchte ich es auf der anderen Seite.» In der letzten Europa-League-Saison verwandelte Frei seinen Elfer gegen Fulham, wo Australiens Torhüter den Kasten hütet, souverän.

Hitzfeld beendete das immer wiederkehrende Pfeifkonzert in der 67. Minute und nahm Frei vom Feld. «Das hatte nichts mit den Pfiffen zu tun», so der Stürmer nach der Partie. Hitzfeld habe ihm bei der Auswechslung nichts gesagt. Der Lörracher brachte für Frei Moreno Costanzo, den ehemaligen St. Galler. Hoffen wir, dass der warme Applaus bei diesem Spielertausch dem Rückkehrer gehörte und nicht der Auswechslung von Frei. Denn schon am Dienstag sind wieder Tore gefordert. Und der Basler erkannte richtig: «Ich treffe dann lieber gegen England.»

Wieder in St. Gallen?

Leider muss auch wieder die Frage gestellt werden, ob die Nati weiterhin in der Ostschweiz spielen sollte. «Aber», schob der aufgebrachte Hitzfeld nach, «Wir müssen uns gut überlegen, wo wir künftig unsere Heimspiele austragen werden», erklärte Hitzfeld. Und auch Frei - der eigentlich gerne in der schönen AFG Arena spielt - meinte: «Irgendwann muss man von gewissen Dingen lernen. Und vielleicht liegt es auch an uns, dass wir diese verändern.»

Was halten Sie von den Pfiffen gegen den eigenen Nati-Spieler? Sollten weiterhin Spiele in St. Gallen ausgetragen werden?


Die Pfiffe gegen Alex Frei
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(Video: Leser-Reporter)

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  • Hans Müller am 06.09.2010 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    AFG Arena

    St. Gallen hat nicht nur ein Pfeiff-Problem sondern auch ein Karten-Problem! Mehr als die Pfiffe im Stadion habe ich mich an der Organisation an den Verpflegungsständen genervt. Musste doch jeder Besucher der sich ein Getränk oder einen Imbiss gönnen wollte ein AFG-Arena Karte kaufen! Wirklich Kinden freundlich! Anstehen, an der Theke vernehmen, dass nicht mit Bargeld bezahlt werden kann, dann zurück, Karte kaufen und nochmals anstehen. 1x St. Gallen nie mehr St. Gallen!!

    • schmitter am 06.09.2010 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      aufregung

      wie regen sich die leute auf das ist bei bayern so in schalke so. willkommen in der zukunft. oder gibst du noch rauchzeichen anstelle hanyanrufe

    • Hans Müller am 07.09.2010 07:28 Report Diesen Beitrag melden

      @schmitter

      Danke für die Aufklärung! Aber mit diesem System kann auch ein maroder Verein wie der FC SG nicht gerettet werden!

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  • schmitter am 06.09.2010 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz endent nach Zürich

    wie naive muss man sein, wenn man bei einem Länderspiel wo sich Leute aus dem ganzel Land friedlich treffen als SG abstempelt. War auch im Stadion und musste feststellen, dass auch Zürcher, basler usw. die neben mir sassen gepfiffen haben. Frei hat keine Stricke zerrissen, ohne Kampf und Einsatz! Er fällt auf mit jammer und Hände verwerfen. Kein wunder wird er ausgepfiffen. Seine Hose sind noch genau gleich sauber nach dem Spiel wie vor dem Spiel. Frei hätte man auch in Zürich ausgepfiffen. Im Club top in der Nati ein möchte gerne Star.

    • kudi am 06.09.2010 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Pfiffe gegen Frei

      Die Pfiffe gegen Frei kommen nicht nur von St.Galler-Fan, sondern aus allen Landesteilen angereiste Fans sind mit der Leistung des arroganten Spielers nicht einverstanden, weshalb auch Zürcher, Berner etc. pfeifen. Hitzfeld hat kein Verständnis für die Pfiffe und ich und noch viele haben kein Verständnis, dass er den Spucker weiterhin als Kapitän auflaufen lässt. Frei muss einmal vom hohen Ross hinunter kommen und sich so verhalten, wie man sich als Kapitän zu verhalten hat.

    • ralf am 06.09.2010 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      chapi war noch ein spieler

      100 punkte kudi für mich als käpten nicht tragbar. er mag nie an einen chapi ran. das war ein stürmer mit klasse. der 150% gegeben hat. ohne zu jammern wie ein altes brauerpferd.

    einklappen einklappen
  • Anwesender am 06.09.2010 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    füfevierzg stutz

    Ja ist denn das die Möglichkeit? Da bezahlt man 45.-, bekommt einen müden Kick vorgesetzt und darf nur klatschen wenns gut ist, aber keine andere Wertung abgeben im negativen Sinne? Lustigerweise sind nicht mal die Fussballer die zu Mimosen mutieren, sondern der Staff und die Medien. Sorry... dann macht doch Gratiseintritte für Natispiele, dann werden die (nicht)zahlenden Fans auch etwas toleranter sein in der Beurteilung. Gute Güte.. Wattebäuschchen-Mentalität hier!

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
04.02.12  Luzern - Zürich 1:1 (1:0)
05.02.12  Basel - Sion 0:0
05.02.12  Grasshoppers - Thun 0:1 (0:1)
05.02.12  Young Boys - Servette 3:1 (3:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 19 11 6 2 38 : 17 39

2. Luzern 19 9 5 5 26 : 16 32
3. Young Boys 19 8 6 5 29 : 18 30

4. Thun 19 7 5 7 22 : 21 26
5. Servette 19 7 3 9 26 : 32 24
6. Zürich 19 6 4 9 27 : 27 22
7. Grasshoppers 19 6 1 12 19 : 37 19
8. Lausanne-Sport 18 3 2 13 16 : 44 11

9. Sion 19 9 5 5 26 : 17 -4 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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