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Schweiz - England
05. September 2010 22:29; Akt: 05.09.2010 22:30 Print
Streller – das Mittel gegen Tor-Impotenz?
von Andy Huber - Will die Schweizer Nati morgen gegen England positiv in die EM-Kampagne starten, muss zumindest ein Tor her. Nur, wer soll dieses schiessen?

Bei den gestrigen Trainingsübungen musste David Degen (l.) alle Kraft aufwenden, um Marco Streller etwas zurückhalten zu können. (Bild: Keystone)
Man gibt sich momentan als Fan der Nati mit wenig zufrieden. Artig wurde gestern auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach jede gelungene Aktion beklatscht. Und fiel im internen Trainingsmatch gar ein Treffer, gab es lauten Applaus der annähernd 150 Fans. Viele davon fielen allerdings nicht. Und das Sturmduo Alex Frei/Eren Derdiyok mühte sich zwar wie schon bei der Nullnummer gegen Australien vom Freitag ab, doch keiner der beiden hinterliess einen bestechenden Eindruck. Pfiffe wie in St. Gallen gegen die Aussies musste sich der Captain jedoch keine anhören.
Degen steht für Fernandes bereitViele Gewinner gab es bei der Nati im Test gegen Australien nicht. Wenn man denn schon einen hervorheben müsste, könnte die Wahl auf David Degen fallen. Der YB-Star zeigte beim 0:0 eine solide Leistung und drängte sich somit für höhere Aufgaben auf. Dessen scheint sich auch Degen bewusst zu sein. Der Zwillingsbruder des erkrankten Stuttgart-Söldners Philipp gab sich gestern in seinen Statements jedenfalls ungewohnt wortkarg. «Ich will jetzt eigentlich nicht gross reden. Gegen Australien lief es ganz gut», sagte er.
Leidtragender dieser neuen Situation könnte Gelson Fernandes sein. Der WM-Held – er schoss beim 1:0-Sieg gegen Spanien das Tor in Südafrika – spielte gestern bei den taktischen Übungen von Naticoach Ottmar Hitzfeld nur eine Nebenrolle. Unklar ist auch noch, wer die rechte Seite im Mittelfeld abdecken wird. Zu favorisieren ist momentan Xavier Margairaz, der am Freitag einige Male in den Abschluss ging und beinahe das 1:0 erzielte. (ahu/SI)
Stellt sich dennoch die Frage, ob Naticoach Ottmar Hitzfeld im Knüller gegen England nicht doch eine gewichtige Rochade vornehmen und Rückkehrer Marco Streller für den sichtlich verunsicherten Derdiyok ins Stammteam nehmen wird.
Eine Rochade, die Sinn machen würde. Der Basel-Stürmer, der gestern «nur» im B-Team kickte, hinterlässt nach seiner auskurierten Verhärtung im Oberschenkel einen frischen Eindruck. Ihm wäre zuzutrauen, dass er die Tor-Impotenz im Team – die Schweizer schossen in den letzten zehn Partien gerade mal vier Tore – mit seiner Lust und Vitalität beheben könnte. «Ich gehe eher davon aus, dass ich zu Beginn auf der Bank sitzen werde», gibt sich Streller diplomatisch. Muss er ja sagen. Doch sollte morgen ausgerechnet der 32-fache Internationale (11 Tore) zum Matchwinner avancieren, wäre dies ein traumhaftes Comeback für ihn, der in den letzten Jahren wegen seiner Verletzungen so unglückliche Zeiten in der Nati erleben musste.


























