Hakan Yakin

04. Dezember 2012 22:29; Akt: 04.12.2012 23:47 Print

«Wollen Sie mir wieder etwas unterstellen?»

von Eva Tedesco - Hakan Yakin sass beim letzten Spiel Bellinzonas trotz ausgestandener Knieverletzung nur auf der Bank. Kehrt «Haki» überhaupt noch auf den Rasen zurück?

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Hakan Yakins Karriere als Profi-Fussballer begann bei Concordia Basel, wo er bereits in seiner Jugend spielte. 1995 folgte er seinem Bruder zum grossen FC Basel. Als er sich dort nicht durchsetzen konnte, wechselte er zu den Grasshoppers nach Zürich. 1998 stand Hakan Yakin für ein Jahr beim FC St. Gallen unter Vertrag. Bei seinem zweiten Engagement bei den Grasshoppers schaffte der Schweizer türkischer Abstammung definitv den Durchbruch. Im Jahr 2000 erhielt Yakin sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft. 2001 kehrte der Freistosspezialist zum FC Basel zurück, wo er seine erfolgreichste Zeit erlebte. In der Champions League machte sich Yakin international einen Namen. Yakin entschied sich im Sommer 2002 für einen Transfer zu Paris Saint-Germain, wo er aber beim damaligen Trainer Vahid Halilhodzic in Ungnade fiel und kein Spiel bestritt. Der nicht gerade als trainingsfleissig geltende Yakin kehrte für sechs Spiele zum FC Basel zurück. In der Winterpause lockte aber bereits wieder das Ausland. Zusammen mit Marco Streller spielte Yakin ein Jahr beim VfB Stuttgart. Ein Jahr später und nach nur neun Bundesliga-Einsätzen wurde Yakin nach Istanbul abgeschoben. Bei Galatasaray sass der jüngere der beiden Yakin-Brüder meist auch nur auf der Bank. Im Juni 2005 kehrte Yakin in die Schweiz zurück. Bei den Berner Young Boys fand der Spielmacher wieder zu seiner alten Stärke zurück. Im Sommer 2008 konnte Hakan Yakin den finanziellen Verlockungen der katarischen Wüste nicht widerstehen. Er wechselte zum Meister Al-Gharafa. Nach knapp einem halben Jahr in der Wüste träumte Yakin von einer Rückkehr in die Heimat. Weil er mit der Schweiz als Stammspieler an die WM reisen wollte, musste er wieder auf höherem Niveau spielen. Nach dem erfoglosen Wüsten-Abstecher unterzeichnete Hakan Yakin beim FC Luzern im Juni 2009 einen Zweijahresvertrag, der später verlängert wurde. In Luzern schlug Yakin ein wie eine Bombe. Der Spielmacher hatte unter Rolf Fringer grossen Anteil am Aufschwung der Innerschweizer. Im Sommer 2011 wurde Hakans Bruder Murat Yakin neuer Trainer beim FC Luzern. Im Oktober 2011 gab Yakin schliesslich seinen Wechsel zur AC Bellinzona bekannt, wo er einen Sechsjahresvertrag erhielt. Ziel: Aufstieg in die Super League und späterer Wechsel in die Vereinsführung. Weil er in den Plänen von Ottmar Hitzfeld schon seit längerer Zeit keine Rolle mehr spielte, trat Yakin gleichzeitig auch aus der Nationalmannschaft zurück.

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Für Hakan Yakin verlief die Vorrunde der Challenge League nicht nach Wunsch. Der Star der AC Bellinzona kam wegen einer hartnäckigen Entzündung im Knie lediglich zu sieben Einsätzen (3 Tore). Der jüngere Bruder von FCB-Trainer Murat Yakin plagte sich seit August mit Schmerzen im Knie herum. Anfang September, nach dem Sieg im Direktduell gegen den FCA (2:1), war Schluss mit lustig und «Haki» fiel fast acht Wochen aus. Die letzten zwei Partien wäre der 35-Jährige fit gewesen, kam unter Trainer Francesco Gabriele aber nicht zum Einsatz. Was ist los? 20 Minuten Online fragte beim ehemaligen 87-fachen Internationalen nach.

Hakan Yakin, haben Sie bei der AC Bellinzona Ihren Platz in der Mannschaft endgültig verloren?
Hakan Yakin: Yakin hin oder her – Bellinzona hat zuletzt ohne mich zweimal in Folge gewonnen. Und es heisst ja: «Never change a winning team». Da muss auch ein Hakan Yakin hinten anstehen, sonst wäre das ja nicht professionell.

Sie sind in der Saison 2012/13 lediglich sieben Mal zum Einsatz gekommen. So haben Sie sich Ihre Zeit in der Challenge League wohl kaum vorgestellt, oder?
Ich habe mir sicher nicht vorgestellt, dass ich acht Wochen ausfalle. Ganz klar, nein. Ich war schon geraume Zeit nicht mehr so lange verletzt und die Rehabilitation hat länger gedauert, als angenommen.

Aufgrund der Art Ihrer Verletzung oder des Alters?
Ich hatte eine Entzündung im Knie, die später auch noch das Innenband angegriffen hat. Und man weiss, dass es bei Entzündungen halt länger gehen kann und man viel Geduld braucht. Das richtige Timing ist nach ausgestandenen Verletzungen oft schwierig. Hinzu kommt, dass die Mannschaft während meiner Absenz wichtige Punkte gesammelt hat. Deshalb verstehe ich den Trainer, dass er lieber wenig verändern wollte.

Und das Ganze hat nichts mit einem angespannten Verhältnis zu Trainer Gabriele oder Sportchef Giuseppe Bifulco zu tun?
Wollen Sie mir wieder einmal unterstellen, dass ich mit einer möglichen Entlassung eines Trainers oder Sportchefs zu tun habe?

Haben Sie? Steht einer der beiden vor dem Abschuss?
Ich kann die Gedanken des Präsidenten nicht lesen, aber das unschöne Transparent gegen den Sportchef im Stadion im Spiel gegen Wohlen haben alle gesehen. Klar ist da die Sprachbarriere, weil ich immer noch wenig italienisch spreche und es der Sportchef mit der deutschen Sprache nicht so hat, aber da ist gesunder gegenseitiger Respekt.

Sie haben aber gesagt, dass Sie italienisch lernen wollen. Hat sich das erledigt?
Ich gehe wöchentlich in den Sprachkurs, aber in der Mannschaft wird hauptsächlich deutsch gesprochen. Und ich bin ja bekannt dafür, dass ich den Weg des geringsten Widerstands gehe ... (lacht)

Dann wäre es auch einfacher mit 35 Jahren aufzuhören, anstatt auf der Ersatzbank die Zeit totzuschlagen. Rechen Sie in der Rückrunde mit mehr Einsätzen?
Ich hatte während meiner Verletzung viel Zeit, darüber nachzudenken. Aber solange ich Spass habe und mein Enthusiasmus ungebrochen ist, will ich weitermachen, zumal die heisse Phase in der Meisterschaft erst noch kommt und glaube, dass man mich dann braucht. Ich denke, dass Aarau, Winterthur und Wil im Winter noch investieren werden und der Aufstieg hart umkämpft bleibt. Man darf nicht vergessen, dass es in dieser Saison nur einen Aufsteiger gibt.

Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Leader Aarau hat Bellinzona eine gute Ausgangslage, den Aufstieg im zweiten Anlauf zu schaffen. Es wäre Ihre letzte Chance wieder in der höchsten Spielklasse zu spielen, oder?
Die Chancen der ersten Vier in der Tabelle sind mehr oder weniger gleich gut, mit dem Unterschied, dass Winti und Wil nicht zwingend aufsteigen müssen, bei Aarau und bei uns sieht es da schon anders aus.

Die Tessiner haben Sie aber nicht nur als Spieler geholt, sondern auch als Funktionär, genauer als Botschafter für das Stadionprojekt, das seit Jahren in der Schublade liegt. Wie sieht es mit diesen Aufgaben aus?
Genau, ich bin bei der AC auch VR-Mitglied und Botschafter für das neue Stadion. Das Projekt ist auf gutem Weg und hat eine weitere Hürde genommen. Aber ich bin nicht der Verantwortliche, der die Baupläne zu kommentieren hat. Ich bin glaubwürdiger, wenn ich mein Talent als Fussballer sprechen lasse und glaube, dass ich meine Aufgabe als Botschafter so am besten erfüllen kann. Ich habe grossen Respekt vor diesen Aufgaben als VR-Mitglied und Botschafter, aber Politik betreiben liegt mir nicht so wie Fussball spielen (lacht).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ACB am 05.12.2012 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bellinzona

    Schon klar macht er weiter bis es spass macht, er verdient 30'000 franken pro monat um auf der bank den anderen zusehen wie sie spielen. Würde mir auch spass machen!

  • Hansi am 05.12.2012 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielentscheiden

    Yakin kann heute noch spiele entscheiden! Ich bin überzeugt das er bald wieder zur startformation der ACB sein wird! Obwohl ich mir ziemlich sicher bin das Aarau dar rennen um den aufstieg machen wird!! Sehr starke mannschaft!!

  • Lars Lunde am 05.12.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    YBLegende

    Yakin war einer der besten Spieler die YB je hatte! ein Jahr länger und es hätte mit dem Meistertitel geklappt! Bei Bellinzona ist ein solcher Spielmacher sicher noch ein- zwei Saisons(vor allem in der Super League) von Nutzen! Da bin ich mir sicher!

  • Manu am 05.12.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr könnt sagen was ihr wollt...

    ... aber ich finde Hakan Yakin ist einer der besten Fussballer, die wir in der Schweiz je gesehen haben und ich bin dankbar für alles, was er beim FCL geleistet hat. Wie man sieht, fehlt er uns bis heute...

    • Rafael am 05.12.2012 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Manu

      Der fehlt nicht, der FC L war einfach lange überbewertet und diese Zeit fällt nunmal mit der Zeit, welche Hakan Y. beim FC L verbracht hat.

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  • Ein Stein am 04.12.2012 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Surprise

    Wusste gar nicht dass der noch Fussball spielt, dachte er sei ins Management gewechselt.

    • Zwei Stein am 05.12.2012 00:29 Report Diesen Beitrag melden

      Aber...

      nein - Haki wird viel zu unrecht belächelt. Für Luzern war er der "Regisseur", ein Spielemacher, der die Mannschaft anspornen und viele gute Pass-Spiele hervorbringen konnte, die dann genutzt wurden. Der FCL fiel fast in ein Loch, als er ging. Seine Klasse hatte er schon. Aber dies war früher. Ich glaube, dass ihm heute nicht der Mumm dazu fehlt, sondern einfach seine körperliche Vefassung - er ist ja auch nicht meht 20ig. Ein Luzerner

    • Petri am 05.12.2012 02:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      was

      was soll er dort machen? de autos der anderen mitglieder zählen? yaki hat nie was ausser fussball gelern...

    • FCB Fan am 05.12.2012 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Als Pressesprecher

      @surprise Abwarten sein Brüderchen holt hin "leider" sicherlich wieder zu uns (FCB) zurück, als was auch immer. Idealerweise als Pressesprecher des FCB, dann hätte man immer Grund zum Lachen egal ob der FCB gewinnt oder nicht.

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