Turnier-Bilanz

30. Juni 2012 15:37; Akt: 30.06.2012 16:10 Print

Platini mit revolutionärer Idee

von Eva Tedesco, Kiew - Uefa-Präsident Michel Platini überrascht mit einer revolutionären Idee: Der Franzose schlägt vor, das Turnier in mehreren statt nur in einem oder zwei Ländern auszutragen.

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Uefa-Präsident Michel Platini präsentiert eine neue Idee für eine Turnierform. (Bild: Keystone/AP)

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«Ich könnte mir die Euro in ganz Europa vorstellen», so der Boss der Uefa. Ein Turnier in zwölf oder dreizehn Städten wie zum Beispiel Paris, Berlin oder London», sagt Platini und überraschte die rund 200 Medienvertreter an der Abschlusskonferenz der EM in Polen und der Ukraine mit seiner revolutionären Idee. Raunen im Saal. Tuscheln mit dem Kollegen nebenan. Wie soll das funktionieren, fragte ein Journalist? «Es ist nur eine Idee von mir, aber ich habe grossen Gefallen daran gefunden», so Platini weiter.

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Natürlich müsse die Idee noch durchdacht werden und diskutiert. Platini: «Aber das Exekutivkomitee hat mir erlaubt, meinen Vorschlag den Verbänden zu unterbreiten.» Das Uefa-Gremium will im Dezember darüber beraten und frühestens im Januar 2013 entscheiden, in welche Richtung es gehen kann. In Betracht käme die Umsetzung frühestens für die Euro 2020. Bislang gibt es drei offizielle Bewerber für die Ausrichtung dieser Europameisterschaft: Wales/Schottland/Irland, Georgien Aserbeidschan und die Türkei.

EM hat wichtiges Erbe hinterlassen

Der Uefa-Boss wirkt einen Tag vor dem Final zwischen Spanien und Italien gelöst und guter Laune. «In den letzten Wochen hat grosser Druck auf meinen Schultern gelastet. Heute bin ich entspannter und ruhiger, aber auch etwas müde», so Platini. Aber er ist in seiner folgenden Turnierbilanz voll des Lobes für die Gastgeber Polen und Ukraine. «Ich habe viele Bilder in meinem Kopf und gute Gefühle. Dieses Turnier wird in Erinnerung bleiben. Polen und die Ukraine können stolz sein. Noch nie hat eine EM ein so wichtiges Erbe hinterlassen. Und ich kann auch mit Sicherheit sagen, dass wir eine gute Zukunft vor uns haben.»

Wiederholt positiv äusserte sich Platini zur Aufstockung der EM-Endrundenteilnehmerfeldes auf 24 Teams. Ich bin überzeugt, dass es in Europa genug Länder gibt, wo guter Fussball gespielt wird und eine Endrunde auch mit 24 Mannschaften nicht an Qualität verlieren wird.» Platini zählte dabei Länder wie Schottland, Norwegen, Serbien und auch Belgien auf. Auf der Suche ist man auch nach dem optimalen Turnierformat. Denkbar wären etwas sechs Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Die jeweils besten zwei und die vier besten Gruppendritten würden sich für die nächste Runde qualifizieren. Das Turnier umfasst dann 51 Spiele. Von der Idee eines Medienschaffenden die EM gar auf 32 Teams auszudehnen, hält Platini indes nichts. «Zweiunddreissig Teams sind denke ich zu viel. Vierundzwanzig sind optimal.»

Platini gegen Tortechnologie

Noch vor der Medienkonferenz hat sich die Exekutive einstimmig dafür ausgesprochen, auch künftig das System mit einem Referee, zwei Assistenten und zwei Torrichtern weiter zu führen und geht damit auf Konfrontationskurs mit dem Weltfussballverband. Fifa-Präsident Sepp Blatter hat sich zuletzt vehement für die neue Tortechnologie ausgesprochen. Platini: «Ich bin absolut gegen diese Technologie. Was ist, wenn es auf der Linie ein Handspiel gibt? Das sieht keine noch so gute Maschine. Auch das Tor gegen die Ukraine wäre deshalb nicht korrekter gewesen, zumal eine vorangegangene Offsideposition nicht erkannt worden war.»

Das Dauerthema, das zuletzt etwas eingeschlafen war, ist aufgrund dieses einen Fehlers an der EM wieder aufgebrochen. Der ungarische Ref Viktor Kassai hat einen Treffer des Ukrainers Marko Devic gegen England annulliert. Wo sollen wir eine Grenze ziehen? Wer garantiert mir, dass die Technologie während neunzig Minuten einwandfrei arbeitet? Ich bin klar dagegen. Und ich bin nicht nur gegen die Tortechnologie, sondern gegen Technologie an sich. Sepp Blatter weiss genau, wie ich darüber denke.» Die Fifa und seine Regelhüter vom International Board (IFAB) entscheidet am 5. Juli über die Torlinientechnik.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S. Streun am 30.06.2012 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nur eins...

    Videobeweis...

  • Pedro am 01.07.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht jede 5.

    EM so in verschiedenen Laendern abhalten, welche sonst zu klein sind um eine EM auszurichten? Aber dann nix mit Paris, London, Rom oder Berlin etc., sondern Laender beruecksichtigen in denen es nur moeglich ist, wenigstens 1 "grosses Stadion" zu errichten.

  • Rolly Hess Mexico am 30.06.2012 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer System

    Mir schwebt schon länger die Idee im Kopf herum, warum man eine EM nicht im sogenannten Schweizer System, bekannt vom Schach austrägt. Da wird die erste Runde ausgelöst und ab der zweiten Runde spielt der 1. Gegen den 2. und der 3. gegen den 4. u.s.w. in der Rangliste. In den weiteren Runden genau so, ausser, man darf nicht gegen einen Gegner 2x spielen. Nach wenigen Runden steht der Sieger fest. Nach zu lesen bei Wikipedia.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pedro am 01.07.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht jede 5.

    EM so in verschiedenen Laendern abhalten, welche sonst zu klein sind um eine EM auszurichten? Aber dann nix mit Paris, London, Rom oder Berlin etc., sondern Laender beruecksichtigen in denen es nur moeglich ist, wenigstens 1 "grosses Stadion" zu errichten.

  • DiDi am 30.06.2012 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versagt

    "Ich habe viele Bilder in meinem Kopf und gute Gefühle. Dieses Turnier wird in Erinnerung bleiben. Polen und die Ukraine können stolz sein. Noch nie hat eine EM ein so wichtiges Erbe hinterlassen." Hat der gute Mann vergessen, dass für dieses Event in der Ukraine 100000e von Hunden erschlagen wurden? Sorry, aber ich habe nur diese Erinnerungen im Kopf! Es wurde von seiner Seite nichts gegen diese Tierquälerei unternommen, er hat versagt!!!!!

  • S. Streun am 30.06.2012 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nur eins...

    Videobeweis...

  • Manfred F. am 30.06.2012 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fans

    Herr Platini sollte man an die Fans denken, wenn ich doch alle Spiele sehen will, reise ich nicht von Istanbul, dann nach London und am Schluss nach Lissabon. Schlechte Idee gleich verwerfen. Er will einfach das über das diskutiert wird und nicht über die Torbildkamera.

  • Rolly Hess Mexico am 30.06.2012 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer System

    Mir schwebt schon länger die Idee im Kopf herum, warum man eine EM nicht im sogenannten Schweizer System, bekannt vom Schach austrägt. Da wird die erste Runde ausgelöst und ab der zweiten Runde spielt der 1. Gegen den 2. und der 3. gegen den 4. u.s.w. in der Rangliste. In den weiteren Runden genau so, ausser, man darf nicht gegen einen Gegner 2x spielen. Nach wenigen Runden steht der Sieger fest. Nach zu lesen bei Wikipedia.