Wenig fehlt zum Titel

03. April 2011 10:57; Akt: 03.04.2011 10:57 Print

Ein Samstag der Vorentscheidungen

In Europas Top-Ligen sind Manchester United, Barcelona, Dortmund, Lille und die AC Milan dem Meistertitel einen grossen Schritt näher gekommen.

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Jürgen Klopp - zum Meistertitel fehlt nicht mehr viel.

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«Würde ich in schwarz-gelben Unterhosen schlafen, wäre ich langsam unruhig», feixte Bayerns Uli Hoeness mit subtiler Väkalsprache gegen Borussia Dortmund, nachdem der einstmalige 12-Punkte-Vorsprung des Leaders in den letzten Runden auf sieben zusammengeschmolzen war. Und nicht nur er sah das Nervenkostüm von Klopps Jungmannschaft bereits angeschlagen: Zahlreiche Medien hofften auf ein spannendes Saisonfinale, nachdem die Westfalen bereits nach der Hälfte des Programms wie der sichere Meister aussahen. Damit wird nun vermutlich doch nichts.

Zwar beträgt der Dortmunder Vorsprung auf das zweitplatzierte Leverkusen auch nach dem 4:1-Sieg gegen Hannover weiterhin sieben Punkte (Leverkusen gewann gegen Kaiserslautern mit 1:0), trotzdem titelte die Bild «Das war’s». Dortmund darf sich in den restlichen sechs Partien gegen Hamburg, Freiburg, Mönchengladbach, Nürnberg, Bremen und Frankfurt zwei Ausrutscher leisten, um trotzdem sicher Meister zu werden.

England: Chelsea und Arsenal bremsen sich selber aus

Im Mutterland des Fussballs deutet vieles auf Manchester United als erneuter Meister hin. Verfolger Arsenal weist nach Verlustpunkten fünf, Chelsea acht Zähler Rückstand auf. Das bei sieben ausbleibenden Partien.

Wayne Rooney drehte einen 0:2-Rückstand gegen West Ham mit einem Hattrick für die «Red Devils», derweil die «Gunners» (beim 0:0 gegen Blackburn) und die «Blues» (1:1 gegen Stoke City) Ladehemmungen zeigten. Manchester United könnte mit dem gewinn der Meisterschaft zum alleinigen englischen Rekordmeister avancieren. Momentan wird dieser Titel mit Liverpool geteilt. Der Erzrivale verlor gegen West Bromwich Albion mit 1:2.

Spanien: Mourinhos historische Pleite

150 Heimspiele lang, konnte José Mourinho eine Heimniederlage vermeiden. Dann kam das abstiegsgefährdete Gijon und zermürbte die Königlichen mit 0:1. Gut möglich, dass Mourinho sich nicht mehr an seine letzte Heimniederlage erinner kann – es war mit Porto gegen Beira Mar. Der heutige Silberfuchs war damals noch ein Trainer-Jungspund mit kaum grauen Haaren.

Die historische Pleite könnte den Portugiesen nun im Titelrennen entscheidend zurückwerfen. Dank dem Sieg gegen Villareal beträgt der Vorsprung von Barça acht Punkte – dies acht Runden vor Schluss bei einem happigen Restprogramm für Real und einem etwas leichteren für Barça.

Lille lässt sich nicht aufhalten

In Frankreich steuert Lille dem ersten Meistertitel seit 1954 immer geradliniger entgegen. Das 3:1 gegen Caen war der vierte Sieg in Folge – und mit Eden Hazard, dem «belgischen Messi», hat man einen Spieler in den Reihen, der in jeder Partie den Unterschied machen kann. Bei neun ausstehenden Runden führen die Nordfranzosen vier Verlustpunkte vor Marseille, das am Sonntag gegen Lyon spielen muss und unter Umständen Punkte liegen lässt.

Milan zerzaust Inter

Im Mailänder Derby besiegte Milan Erzrivale Inter gleich mit 3:0 und setzt sich an der Spitze der Serie A wieder mit fünf Punkten ab. Den Grundstein legte Pato mit dem 1:0 in der ersten Minute.

Wenige Stunden vor der Partie wurde ein Milan-Hooligan mit einer selbst gebastelten, aber «potentiell tödlichen» Bombe festgenommen. In seinem Auto befanden sich zusätzlich vier Messer und ein Baseballschläger. Inter hat nur noch sieben Spiele Zeit, den Rückstand aufzuholen.

(tog)