Staatsanwaltschaft

31. August 2012 14:51; Akt: 31.08.2012 15:31 Print

«Neue Spirale der Gewalt im Fussball»

St.Gallen stellt eine Eskalation der Gewalt bei Fussballspielen fest. Beim letzten Match wurden WC-Anlagen zerstört. Zudem bestellte ein Ultra eine Gürtelschnalle mit versteckten Messern.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen registriert eine «neue Spirale der Gewalt bei radikalen Fussball-'Fans'». Dies teilte sie am Freitag mit. Sie wolle ihre Nulltoleranz-Doktrin im Vorgehen gegen das Schmuggeln von Pyrotechnik in die AFG Arena verteidigen.

Gemäss einem Schreiben von Thomas Hansjakob, Erster Staatsanwalt im Kanton St. Gallen, wirft Thomas Grander, Co-Leiter der Fanarbeit Basel, den St. Galler Behörden vor, ihre Nulltoleranz-Doktrin trage zur Eskalation bei. Demnach hält Grander Ausschreitungen bei den Eingangskontrollen für gefährlicher als das Abbrennen von Fackeln.

Hansjakob will vom restriktiven Vorgehen der St. Galler Behörden aber nicht abkommen. Er begründet das mit folgenden Worten: «Wer Pyros in die AFG Arena schmuggelt, begeht ein Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz, das von Amtes wegen verfolgt werden muss.»

Videomaterial wird gesichtet

Konkret haben vor dem Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Basel vom letzten Samstag vermummte Basel-Fans nach einer Eskalation in Zusammenhang mit der Eingangskontrolle eine WC-Anlage demoliert. Es entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Franken, so die Staatsanwaltschaft.

Drei Randalierer wurden vorübergehend festgenommen und in einem beschleunigten Verfahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Polizei beauftragt, Videoaufnahmen der WC-Zerstörung zu sichten, um allenfalls weitere Randalierer ermitteln zu können. Gelingt das, so müssen diese möglicherweise solidarisch für den Schaden haften.

Auch ein St. Galler verurteilt

In einem anderen Zusammenhang wurde ein St. Galler Fan von der Polizei kontrolliert. Im Kofferraum seines Fahrzeugs befanden sich laut Communiqué eine Wollmütze mit Skibrille, ein Pfefferspray, ein Elektroschockgerät, ein Teleskop-Schlagstock und ein Schlagring.

Ein anderer, vorbestrafter St. Galler Ultra bestellte im Ausland zwei Messer, die in Gürtelschnallen eingearbeitet sind. Die Sendung wurde am Zoll beschlagnahmt. Der Besteller wurde im Schnellverfahren zu einer Geldstrafe von 1800 Franken verurteilt.

Eine offene bedingte Geldstrafe von 4000 Franken wird ebenfalls zur Zahlung fällig. Der Entscheid ist indes noch nicht rechtskräftig.

Hinweise, Anregungen oder Informationen? Mail an: feedback@20minuten.ch

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Wanzenried am 31.08.2012 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Fc Luzern Fans

    Fans des FC Luzern haben auf der Fahrt zu einem Spiel in Genk einen Schaden von 10.000 Euro an der Raststätte Breisgau Ost hinterlassen. Was sagen Offizielle des Vereins zu den Vorfällen?

  • Stöffu am 31.08.2012 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt der Gesellschaft

    Das Problem Gewalt in Fussballstadion und sonst irgendwo kommt von unser Gesellschaft! Alles wird Verboten die jungen können sich nicht mehr richtig austoben und dazu steigd der stress und druck zu fumktionieren. Gewalt wird zunehmen wenn das so weitergeht da kann der Fussball auch nichts dafür!

    • Christian Nauer am 31.08.2012 20:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nur Gewalt und Neid

      Ein weiterer Grund die Schweiz weiterhin zu meiden.

    einklappen einklappen
  • Marc am 31.08.2012 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Logik von Studierten

    Der eine sei «ein bekannter St.Galler Fan» schreibt Thomas Hansjakob, der andere «ein bereits vorbestrafter St.Galler Ultra». Folgt man dieser Logik, lässt dies nur den Schluss zu, dass alle Delikte, die jemand als Privatperson begeht, der daneben auch noch Fussballfan ist, automatisch im Zusammenhang Fussballgewalt gesehen werden müssen.

    • pedro votefor am 31.08.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      nichts studiert logik?

      Was hat das mit studiert sein zu tun? Es ist erschreckend wie die Bevölkerung sich das Feinbild in Form eines Studierten sucht.

    einklappen einklappen
  • Marco Christen am 31.08.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Populismus

    Das Communiqué ist nichts weiter als billiger Populismus.

  • B. Müller am 31.08.2012 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fakten statt Pressegeilheit

    Liebe Leser bitte informiert euch zuerst über die Fakten bezüglich Fussball und Gewalt. Ihr werdet feststellen, dass weit weniger Menschen zu schaden kommen, als es die Berichterstattung vermuten lässt. An einem Ausgangswochenende passieren weit mehr lebensgefährliche Delikte. Das Gewaltpotential in Beziehungen (häusliche Gewalt) ist einiges höher als an Fussballspielen. Und für all diejenigen Väter, die Angst haben einen Fussballmatsch mit Brisanz zu besuchen, obwohl sie das Risiko kennen, würde ich bitten, die Kinder zuhause zu lassen. PS: Der Nachhauseweg von der Schule ist gefährlicher!