Trainerwechsel

28. März 2012 13:29; Akt: 28.03.2012 13:30 Print

Neue Besen kehren meist nicht viel besser

von Eva Tedesco - In der Bundesliga haben in dieser Saison schon sechs Trainer ihren Posten räumen müssen. Doch was bringt ein Trainerwechsel während einer laufenden Meisterschaft wirklich?

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Der Leipziger hat den 1. FC Köln am 9. Spieltag übernommen und führte die Geissböcke bis zum 34. Spieltag von Platz 16 auf den 4. Schlussrang. In der Schweiz war Berger Trainer des FC Basel (1997). Er erlag im Juni 2010 seinem langen Krebsleiden. Der ehemalige jugoslawische Weltklassespieler kam am 8. Spieltag zum 1. FC Köln (Platz 16) und beendete den Rettungseinsatz am letzten Spieltag auf Platz 5. In der Zeit von 1978 bis 1980 war er Trainer beim FC Zürich. Cajkovski verstarb im Juli 1998 74jährig in einem Münchner Spital. Von Platz 18 auf Platz 8 lautete die Bilanz von Thomas Doll mit dem HSV, den er in der 9. Runde von Klaus Toppmöller übernommen hat. In der Saison 2007 wurde Doll Trainer in Dortmund, in dessen Reihen damals auch Alex Frei auf Torejagd ging. Der Zürcher kam am 16. Spieltag als Feuerwehrmann zum VfB Stuttgart. Die Schwaben lagen Anfang Dezember auf dem 16. Platz. Ende Saison stand Stuttgart auf Platz 6 und qualifizierte sich für die Europa League. Heute ist der Meistertrainer Chefcoach bei den Young Boys in der Super League. Wie Christian Gross übernahm Gutendorf Schalke auch am 16. Spieltag. Nach der 34. Runde waren die Königsblauen siebte. Gutendorf gilt als der Trainer mit den meisten internationalen Engagements und steht als solcher auch im Guinness Buch der Rekorde. Darunter auch den FC Blue Stars Zürich (1955) und der FC Luzern (1955-1960). Der heutige Trainer von Diego benaglio und Ricardo Rodriguez wurde in der 9. Bundesliga-Runde zum Cheftrainer der 1. Mannschaft des HSV befördert und führte die Hanseaten vom 17. auf den 5. Tabellenplatz. Der heutige Vize-Präsident von Borussia Mönchengladbach sprang in der 13. Runde als Nothelfer beim Tabellenletzten 1. FC Nürnberg ein. Ende Saison hatten sich die Franken um 10 Ränge gesteigert: auf Platz 8. Im September wurde der «Professor» Nachfolger von Jupp Heynckes bei Schalke und wurde mit den Gelsenkirchnern Vizemeister hinter Bayern München. Der ehemalige Bremer Mittelfeldspieler wurde im August 1997 Cheftrainer bei Werder und führte die Mannschaft auf Platz 7. Sidka war der erste Trainer nach Otto Rehhagel, der mit Werder wieder im Europacup spielte. Erst im Februar 2007 wurde der Holländer Trainer des HSV. Aber er führte die Hanseaten innerhalb von 15 Spieltagen vom letzten Tabellenplatz über den UI-Cup in den Uefa-Pokal. Seit September ist Stevens Trainer bei Schalke. Am 5. Juni 2005 stellte man Fach als neuen Trainer des VfL Wolfsburg vor, das Amt übernahm er offiziell am 1. Juli 2005. Am 19. Dezember 2005 entband man ihn von seinen Aufgaben, nachdem die Wölfe von Platz 7 auf 13 abgestürzt waren. Der heutige Co-Trainer von Lucien Favre in Gladbach ersetzte 2006 Uwe Rappolder bei Bielefeld. Vom 22. bis zum 25. Spieltag verschlechterte sich die Arminia unter Geideck um sechs Ränge. Sein Einsatz als Feuerwehrmann beim BVB war nicht von Erfolg gekrönt. Unter der Führung des ehemaligen Verteidigers rutsche Dortmund innerhalb von 10 Runden um sieben Plätze ab. Nach acht Wochen ohne einen einzigen Sieg wurde Krauss entlassen. «Litti» übernahm in der 22. Runde (Platz 13) interimistisch das Amt des Cheftrainers beim VfL Wolfsburg. Nach vier Spieltagen (Platz 17) wurde er vom heutigen Chefcoach Felix Magath abgelöst und ist seither Co-Trainer bei den Wölfen. Der gelernte Maler übernahm 1860 München am 12. Spieltag und auf Platz 3. Nach der letzten und 34. Runde waren die Löwen bis auf Platz 9 abgestürzt. Im März 2011 - in der 28. Runde - trat Rangnick die Nachfolge von Felix Magath an. Es war bereits die zweite Amtsperiode des «Professors »bei den Königsblauen nach der Saison 2004/05. Die weniger erfolgreiche: Unter Rangnick verschlechterte sich Schalke bis zum 34. Spieltag von Platz 10 auf 14. Zur Mitte der Rückrunde wurde Ribbeck von Leverkusen verpflichtet, um Dragoslav Stepanovic abzulösen. Am Ende wurde Bayer Zehnter. Trotz grosser Namen wie Rudi Völler, Ulf Kirsten und Bernd Schuster kämpfte der Pillenklub während der gesamten Saison gegen den Abstieg. Ende April 1996, als sich die Mannschaft auf dem 13. Platz befand und nur drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt war, wurde auch Ribbeck entlassen. Vom 19. Dezember 2006 bis 12. März 2007 war Röber bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Obwohl das Vertragsverhältnis bis Ende der Saison galt, trat Röber wegen Erfolglosigkeit nach acht Spielen und zwei Siegen zurück. Der BVB war von Platz 9 auf 13 abgestürzt. Bekannt wurde Rutemöller unter anderem durch den später in diversen Abwandlungen zum geflügelten Wort gewordenen Spruch «Mach et, Otze!» So dachte man wohl auch bei Hansa Rostock. Daraus wurde aber nichts. Statt einer Verbesserung verschlechterte sich Rostock innerhalb von zehn Partien von Platz 13 auf 18. Am 22. Dezember 2011 stellte Hertha Berlin Skibbe als Nachfolger von Markus Babbel als Cheftrainer vor. Skibbe machte von seiner Ausstiegsklausel beim türkischen Erstligisten Eskiehirspor Gebrauch und unterschrieb in Berlin bis 2014. Aber nach fünf Spiele und fünf Niederlagen war Schluss. Seine Amtszeit hat lediglich 52 Tage gedauert.

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Eine Woche ist Krassimir Balakow Trainer in Kaiserslautern. Sein Debüt (0:2 gegen Freiburg) ging in die Hose. Der Abstieg scheint unvermeidlich. Der ehemalige GC- und St. Gallen-Trainer hat sein Amt bei Kaiserslautern erst am letzten Donnerstag angetreten, nachdem er am Mittwoch noch Hajduk Split gecoacht hatte. Balakov übernahm den Job von Marco Kurz, der mit den Pfälzern zuvor 16 Spiele ohne Sieg geblieben war. Kurz ist bereits der sechste Bundesliga-Trainer, der in der laufenden Saison seinen Stuhl räumen musste.

Den Auftakt der Trainerentlassungen in der Saison 2011/12 machte der HSV. Am 19. September 2011 trennten sich die damals auf einem Abstiegsplatz liegenden Hamburger von Michael Oenning. Seinen Nachfolger fanden die Hanseaten in der Schweiz: FCB-Meistertrainer Thorsten Fink wechselte am 13. Oktober vom Rhein an die Alster. Nach einem Zwischenhoch befindet sich der HSV aber wieder im Sturzflug und auf dem Relegationsplatz.

Premiere beim SC Freiburg

Zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte entliess der SC Freiburg in der aktuellen Saison einen Cheftrainer. Auf einem Abstiegsplatz liegend «entsorgten» die Breisgauer am 29. Dezember 2011 Trainer Marcus Sorg. Seine Nachfolge übernahm Christian Streich. Freiburg belegt derzeit Platz 13 mit einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Besonders munter drehte sich das Trainer-Karussell in Berlin. Los ging es mit der Entlassung von Markus Babbel Ende Dezember, nachdem sich der Ex-Bayern-Star mit der Vereinsleitung von Hertha überworfen hatte. Als Wunschkandidaten lotsten die Hauptstädter Michael Skibbe für eine hohe Ablöse aus der Türkei in die Bundesliga. Nach fünf Spielen und fünf Niederlagen war aber auch für Skibbe Schluss. Der nächste Feuerwehrmann heisst Otto Rehhagel, der die Hertha (derzeit Platz 17) vor dem Abstieg nach nur einem Jahr in der Bundesliga retten soll. Babbel unterschrieb nur zwei Wochen nach seiner Entlassung in Berlin bei Hoffenheim, wo er Holger Stanislawski ablöste.

Trainerwechsel ohne sportliche Not

Einen Trainerwechsel ohne sportliche Not musste Schalke 04 im September 2011 vollziehen, nachdem Trainer Ralf Rangnick wegen eines Burn-out-Syndroms zurückgetreten war. Mit Huub Stevens verpflichteten die Königsblauen einen alten Bekannten. Der Holländer ist mit Schalke derzeit auf Platz 3 (hinter dem BVB und Bayern München) zu finden und befindet sich auf Champions-League-Kurs.

Mit Sorge beobachtet Matthias Sammer die «Trainer-wechsel-dich»-Vorgänge. «Es macht keinen guten Eindruck auf die Liga», so der Sportdirektor des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) in der Sendung Sky90. Man sollte darüber nachdenken, ob man nicht eine Klausel einführen sollte, nach der Trainer, die während einer Saison entlassen worden sind, in der gleichen Saison nicht mehr in der Liga eingesetzt werden könnten.

Wann Trainerwechsel in einer laufenden Meisterschaft den erwarteten Erfolg gebracht haben und wann nicht, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frozen am 28.03.2012 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Spieler entscheiden eben die Mannschaft

    Dass Fink beim HSV derzeit Probleme hat erstaunt mich nicht. Erstens kann er es sich nicht erlauben, schwächelnde Stars mit den höchsten Gehältern rauszunehmen - sonst ist er ja schuld. Zweitens werden diese Stars mit Stammplatzgarantien natürlich nicht mehr laufen, daher hat der HSV auch den zweitschlechtesten Laufschnitt, weniger als 10km pro Spieler. So ist es halt, dass Petric, Westermann, Aogo etc. schwach spielen, trotzdem spielen dürfen und schuld sind - Fink setzt einfach auf die stärksten / bestbezahltesten, die dann die Leistung nicht bringen. Schade um Fink und den HSV...

  • peter burgermeister am 28.03.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Halt !!

    stimmt doch nicht - absolut genial was Streich mit meinem ScF leistet !

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  • Gomez am 28.03.2012 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Favre??

    Das Lucien Favres in der Bildstrecke nicht erwähnt wird ist mehr als fragwürdig... Ich glaube der vollbrachte die grösste Leistung aller

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Die neusten Leser-Kommentare

  • peter burgermeister am 28.03.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Halt !!

    stimmt doch nicht - absolut genial was Streich mit meinem ScF leistet !

    • Livio am 28.03.2012 17:21 Report Diesen Beitrag melden

      Stopp !!

      Absolut richtig! Der SC sollte hier nicht erwähnt werden. Die Entwicklung dieser Jungen Mannschaft zeigt nur in eine Richtung, auch wenn nicht immer Punkte geschossen werden. Die Arbeit scheint Nachhaltig zu sein und ausserdem besitzt Streich das Potential zur lokalen Legende

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  • Frozen am 28.03.2012 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Spieler entscheiden eben die Mannschaft

    Dass Fink beim HSV derzeit Probleme hat erstaunt mich nicht. Erstens kann er es sich nicht erlauben, schwächelnde Stars mit den höchsten Gehältern rauszunehmen - sonst ist er ja schuld. Zweitens werden diese Stars mit Stammplatzgarantien natürlich nicht mehr laufen, daher hat der HSV auch den zweitschlechtesten Laufschnitt, weniger als 10km pro Spieler. So ist es halt, dass Petric, Westermann, Aogo etc. schwach spielen, trotzdem spielen dürfen und schuld sind - Fink setzt einfach auf die stärksten / bestbezahltesten, die dann die Leistung nicht bringen. Schade um Fink und den HSV...

  • Simon Gerber am 28.03.2012 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Denkfehler von Sammer

    Na dann suchen sich die Klubs halt Trainer ausserhalb Deutschlands, welche nicht vorher bei einem anderen Klub der Bundesliga waren. Problem wird so nicht gelöst.

  • Gomez am 28.03.2012 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Favre??

    Das Lucien Favres in der Bildstrecke nicht erwähnt wird ist mehr als fragwürdig... Ich glaube der vollbrachte die grösste Leistung aller

    • F.M. am 28.03.2012 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht gewechselt

      Soweit ich weiss, hat Favre nicht während der laufenden Saison gewechselt. Der ist doch schon seit Saisonstart Trainer bei Gladbach

    • drago am 28.03.2012 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      während der Saison gewechselt

      Doch, er hat sie vor dem Abstieg bewahrt und spielt nun um die CL, Chapeau Monsieur Favre!

    • farnerud am 28.03.2012 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      saison 10/11

      falsch drago, das war in der vergangenen saison.

    • Gj.K am 28.03.2012 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Du hast ja Ahnung

      Er hat Mönchengladbach als Tabellenletzten übernommen und sie vor dem Abstieg gerettet, mittlerweile ist er mit der gleichen Mannschaft auf dem 4ten Platz.

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