Stadion Zürich

24. Oktober 2012 09:07; Akt: 24.10.2012 15:09 Print

«Wir erhoffen uns eine bessere Stimmung»

Die Stadt Zürich stellt das Stadion- und Wohnbauprojekt für den neuen «Hardturm» vor. Ancillo Canepa und André Dosé sind begeistert und erhoffen sich künftig mehr Stimmung auf den Rängen.

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Vor dem Match GC - Thun am Sonntag, 22. September 2013 wurde das künftige Stadion in Tortenform präsentiert - gut eineinhalb Stunden später stand das Nein des Stimmvolks zum Projekt fest. So hätte sich das neue Fussballstadion von der Hardturmstrasse her präsentiert. Entworfen wurde es von Burkard Meyer Architekten aus Baden. Das Büro wird nun einen überarbeiteten Vorschlag einreichen. Schon lange warten die Zürcher Fussballklubs und ihre Fans auf ein reines Fussballstadion. 19'500 bzw. 16'000 Sitzplätze wären bei internationalen Partien zu vergeben gewesen. So präsentierte sich das ursprüngliche Projekt von aussen. Unter der Tribüne hätte es so ausgesehen. Für ein Ja legten sich Politiker wie SP-Gemeinderätin Gabriela Rothenfluh, CVP-Gemeinderat Markus Hungerbühler und SP-Hochbauvorstand André Odermatt am 2. September 2013 mächtig ins Zeug. Nur zwei Tage später warben FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident André Dosé zusammen mit den Junioren beider Klubs auf einem Marsch durch die City für ein Ja an der Urne. Auch Plakate fehlten auf dem ganzen Stadtgebiet nicht - alles vergebens. Zusätzlich wäre eine gemeinnützige Wohnüberbauung geplant gewesen. Bei einem neuen Stadionprojekt werden Wohnungen erneut zum Thema - denn es braucht zur Finanzierung eine Mantelnutzung. Das Modell des an der Urne gescheiterten Stadionprojekts mit Blick Richtung Norden. Blick auf das Hardturm-Areal im Modell mit dem Stadion (l.), der Überbauung Hard-Turm-Park (Mitte) und dem Toni-Areal. So hätte sich die Halter AG das Fussballstadion vorgestellt - zwischen Autobahn und SBB-Gleise, direkt neben der geplanten ZSC-Lions-Arena (unten rechts) in Altstetten. Das Stadion wäre mit Hunderten Wohnungen auf dem Hardturmareal quersubventioniert worden. Doch die Stadt wollte davon nichts wissen - zumal die Credit Suisse als wichtige Landbesitzerin hier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat.

Das Stadion-Projekt wird vorgestellt.

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Ankick im neuen Zürcher Hardturm-Stadion, dem künftigen Stadion Zürich, ist im Juli 2017 - falls alles nach den Plänen des Stadtrats läuft. Nächstes Jahr müssen aber erst Stadtparlament und Stimmberechtigte über die nötigen Kredite befinden.

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Nach jahrelangem Gezerre nimmt das Stadion Zürich nun konkrete Formen an. Am Mittwoch präsentierte der Stadtrat das Siegerprojekt des Wettbewerbs mit dem Namen «Hypodrom». Vorgesehen ist der Bau eines Stadions für den FC Zürich und den Grasshopper Club. Das geplante Stadion bietet maximal 19 500 Plätze - einschliesslich Stehplätze. Für internationale Spiele müssen diese in Sitzplätze umgewandelt werden, was das Fassungsvermögen des Stadions auf 16 000 verringert.

Ancillo Canepa und André Dosé sind begeistert vom geplanten Stadion. «Das Projekt ist eine sehr gute Wahl. Dadurch bekommen wir mehr Zuschauer und wir werden attraktiver», so Dosé an der Medienorientierung am Mittwochmittag. Auch Canepa rechnet bei Heimspielen seines FCZ mit mehr Publikum. «In einem reinen Fussballstadion herrscht eine ganz andere Stimmung. Ich denke ein Schnitt von 15 000 Zuschauern pro Spiel ist realistisch.»

«Stadiongrösse wurde kritisiert»

Die Kapazität spielte bei der Planung keine unwichtige Rolle. «Die geringe Stadiongrösse wurde während der Projektrealisierung immer wieder kritisiert», erklärt Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements der Stadt Zürich. «Aber sehen Sie: Das Letzigrund ist grösser und es ist nicht immer ausverkauft. Es ist sinnvoller so und eine faire Grösse für Zürich», unterstreicht Lauber.

Der Stadionneubau kommt auf 150 Millionen Franken zu stehen. Dazu kommen insgesamt rund 80 Millionen zusätzlicher Kosten, etwa für das Land oder den Abbruch bestehender Bauten und dergleichen. Neben dem Stadion baut die Stadt eine Wohnsiedlung mit 154 bezahlbaren Wohnungen und verschiedenen Infrastruktureinrichtungen.

Klubs erhoffen sich mehr Einnahmen

Nicht nur in der Anzahl der Zuschauer sieht Canepa eine zusätzliche Einnahmequelle. «Mit dem neuen Stadion können wir auch sonst mehr Geld einnehmen. Etwa mit dem Catering oder den VIP-Plätzen.» Gespart werden kann ebenfalls: «Wir müssten nicht mehr so viel für die Sicherheit ausgeben.» Derzeit bezahlen die beiden Klubs im Letzigrund jährlich rund 840 000 Franken für Sicherheitskosten.

Auch Dosé zeigt sich über die Sicherheitsvorkehrungen in einem reinen Fussballstadion erfreut. «Es muss das Ziel sein, dass Familien ungestört und mit einem grossen Sicherheitsgefühl ins Stadion können, um Fussball zu schauen. Das ist und war nicht immer so. Wir werden das Projekt sehr, sehr unterstützen.»

«Die Bagger können morgen noch nicht auffahren»

Doch vorerst ist das vorgestellte Projekt «nur der Wettbewerbssieger», unterstreicht Stadtrat André Odermatt, Vorstehender des Hochbaudepartements, und tritt damit auf die Euphoriebremse. «Die Bagger können morgen noch nicht auffahren.» Will heissen: Der wichtigste Schritt - die Annahme des Stadionprojektes mit einem JA der Zürcherinnen und Zürcher an der Urne - erfolgt in rund einem Jahr am 23. September 2013.

Nicht nur der Fussball kehrt ins Hardturm-Areal zurück. Das ganze Gebiet Zürich-West wird durch die beiden Projekte belebter: 154 Wohnungen, einen Doppelkindergarten und einen Hort sowie Gemeinschafts- und Gewerberäume will die Stadt neben dem Stadion erstellen. «Die Wohnsiedlung ist aber nur möglich, wenn das Stadionprojekt angenommen wird», unterstreicht Martin Vollenwyder vom Finanzdepartement.

(als/si)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Sehr schönes Stadion! Besonders gut gefällt mir, dass man auf dem Boden geblieben ist und die Kapazität vernünftig berechnet hat. Das Stadion in Basel zum Beispiel ist viel zu protzig. Lieber ein kleineres, dafür volles Stadion, als leere Ränge wie in Basel, jetzt wo der Hype um den FCB (endlich!) vorbei ist.. – Marc Berger

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zlottl am 24.10.2012 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hässliche Architektur

    Ein steriler Betonklotz, den man auf den Bildern in Neonfarben überbelichten muss, damit er auch nur ein bisschen einladend aussieht. Liebe Architekten, es gibt einen Grund weswegen die Gebäude der 70er heute fast allesamt als Bausünden bezeichnet werden!

    einklappen einklappen
  • Ronnie Reusse am 24.10.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wer brauch das?

    Ein schöner Spielplatz auf den Gelände wäre weniger Geld sinnvoller angelegt.

  • toine us züri am 24.10.2012 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    wieso erst 2013?

    Wieder mal eine Abstimmung. Ich nehme an, dass das Projekt angenommen wird. Nachher muss der VCS einmal über seinen Schatten springen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • GC-Zürich am 24.10.2012 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber klein als leer

    Lieber ein volles Stadion mit einer riesen stimmung als in einem halb leeren stadion ohne stimmung !! Das ist doch das einzig was für mich zählt

  • Martin Andry am 24.10.2012 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mammi kann ich mit den Klötzchen Spielen

    Die grösse stört mich ja nicht aber von aussen sieht dieses Stadion aus als ob man einem fünfjährigen ein par Klötzchen in die Hand gegeben hat und ihm gesagt hat er soll daraus ein ein muster bauen. Diese Herren konzentrieren sich besser wieder auf Einfamilienhäuser.

    • FAdhjuu am 24.10.2012 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Riesenstadion!!!

      Copypaste vom FCL Stadion.

    einklappen einklappen
  • Peter Imholz am 24.10.2012 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Alle die GEGEN das Stadion sind...

    ... sollen sich bewusst sein, dass das Eigentum des Hardturm-Gebietes wieder an die Credit Suisse zurück geht, sofern das Stadion bis ins Jahr 2017 keinen bestimmten Fortschritt erreicht hat. Was danach für ein riesen Stadion mit Mantelnutzung etc. kommt, übersteigt das heute Projekt um Längen... mal nachdenken! (von vertraulicher Quelle bestätigt)

  • Ernst H. am 24.10.2012 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Noch ein Station braucht es nicht

    Ich werde nein stimmen. Das Letzigrund reicht doch völlig aus.Ich möchte meine Steuergelder für wichtigere Projekte als ein neues Fussballstadion eingesetzt wissen.

  • Gallus am 24.10.2012 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Träumereien

    Herr Canepa will seinen Zuschauerschnitt mit dem neuen Stadion verdoppeln? Ich lach mich schlapp.... die treuen Fans würden auch ins Letzi (...halt mit Feldstecher ;-)), aber wenn es halt an denen fehlt, wirds schwer.