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Unklarheiten und Widersprüche
03. Juni 2009 19:14; Akt: 03.06.2009 21:07 Print
Die FIFA gerät in immer grösseres Zwielicht
So langsam werden immer neue Hintergründe aus dem Urteil im «Transfer-Fall Sion» bekannt. Die FIFA gerät ins Zwielicht und auch der Schweizer Fussball-Verband hat um diverse Präzisierungen gebeten. 20 Minuten Online kennt die bedenklichen Hintergründe.

Das vieldiskutierte Urteil gegen den FC Sion / Olympique des Alpes wirft auch seitens des Schweizer Fussball Verbandes einige Fragen auf. Auch in Bern möchte man das Urteil verstehen. Kritisch sind vor allem zwei Punkte:
FC Sion oder Olympique des Alpes SA?
Das Urteil der FIFA sieht klar eine Bestrafung des FC Sion vor, nicht aber der Olympique des Alpes. So zumindest sieht dies auch der SFV, denn sie fragen nun bei der FIFA nach. Gegenüber der Presse wird man in der schweizer Schaltzentrale des Fussballs in Muri solange keinerlei Auskünfte und Kommentare abgeben.
Die Problematik der Fristen
Die offizielle Einspruchsfrist gegen das von der FIFA gefällte Urteil dauert 21 Tage, doch das Transferfenster öffnet bereits am 10. Juli. De facto bedeutet dies, dass Christian Constantin für seinen Club vom 10.06. bis 19.06. auf jeden Fall Transfers tätigen kann. Auch hier möchte der SFV wissen, wie er sich nun zu verhalten hat.
Chaos bei der FIFA
Grundsätzlich ist nur schwer vorstellbar, warum sich die FIFA selbst in solche Schwierigkeiten manövriert. Nach 15 Monaten der Ermittlungen, Verhandlungen und unzähligen Briefwechseln wird das Urteil zur absoluten Unzeit offiziell verkündert. Ein weiterer Punkt ist der Wortlaut des Urteils selbst. Constantins Rechtsanwalt Alexandre Zen-Ruffinen hat seit der Verfahrenseröffnung immer wieder darauf hingewiesen, dass er nicht den FC Sion sondern die Olympique des Alpes SA vertritt. "Am Ende ist sogar im Urteilstext explizit festgehalten, dass die Olympique des Alpes SA mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun hat", so der Anwalt. Warum also diese dilletantischen Widersprüche seitens der FIFA?
Al-Ahly kannte das Urteil schon im März
Besonders verwerflich und beinahe skandalös ist, dass Al-Ahly Kairo, der Stammverein von El-Hadary, bereits am 18. April auf seiner Homepage die Details des Urteils kannte und diese auch publizierte. Wie kann das sein, wenn das offizielle Urteil erst am 29.05. zugestellt wurde? (20 Minuten Online berichtete) Geht da alles mit rechten Dingen zu oder lief es doch eher wie auf einem arabischen Basar ab?
Seilschaften bei der FIFA?
An einen Zufall kann mnan nicht glauben, sondern vielmehr sind es wohl Seilschaften und ein dicker Filz innerhalb der FIFA. Wie Recherchen von 20 Minuten Online ergaben, spielt der von Al-Ahly engagierte Rechtsvertreter eine entscheidende Rolle. Gianpaolo Monteneri, so der Name des Anwalts, war vor seiner Mandatschaft für den ägyptischen Kultverein bei der FIFA beschäftigt: Von 1997 bis 2005 arbeitete er in der juristischen Abteilung des Weltfussballverbandes und war dort über viele Jahre hinweg der leitende Verantwortliche der "Kommission für den Status von Spielern", also just jener Instanz, die nun zu Gunsten von Al-Ahly und gegen den FC Sion geurteilt hat. Unvorstellbar also, was hinter den Kulissen der FIFA abgelaufen sein muss.
Rekurs trotz aller Widersprüche
Sittens Präsident Christian Constantin hatte in einer ersten Stellungnahme bereits verlauten lassen, dass er und El Hadary gegen die nachträgliche Transferentschädigung von 1,36 Millionen Franken sowie gegen den Transferstopp rekurrieren werden. CC stützt sich dabei auf jene Widersprüche, der nun auch den SFV zur Nachfrage bewogen hat.
(gwl/si)



























