Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Fussball-Wettskandal
08. November 2012 18:37; Akt: 08.11.2012 18:38 Print
Anklage fordert bedingte Geldstrafen
Im Prozess um den Challenge-League-Wettskandal hat der Torwart des FC Gossau bestritten, absichtlich Treffer zugelassen zu haben. Die Anklage fordert hingegen bedingte Geldstrafen von rund 12 000 Franken.
-
Prozessauftakt: Wie manipuliert war die Challenge League?
- Was meinen Sie?
-
Wetten
Vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hat am Donnerstag der Prozess gegen zwei ehemalige Fussballer des FC Gossau begonnen. Sie stehen unter dem Verdacht, im Zusammenhang mit internationalem Wettbetrug Spiele manipuliert zu haben. Die Anklage forderte bedingte Geldstrafen.
Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft (BA) wurden die beiden früheren Torhüter im Jahr 2009 von einer international agierenden Betrügerbande angeworben. Die Aufgabe der Beschuldigten sei es gewesen, Spiele des FC Gossau in der Challenge League auf ein bestimmtes Spielergebnis hin zu beeinflussen.
Dies hätte den Drahtziehern des Betrüger-Netzwerkes die Möglichkeit gegeben, hohe Wetteinsätze auf die Matches abzugeben. Von dem Gewinn sollen die 27 und 35 Jahre alten Männer finanziell mitprofitiert haben. Laut BA verdiente der jüngere Fussballer rund 5000 Franken, sein älterer Clubkollege
Die Bundesanwaltschaft beantragte für den 27-Jährigen eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 120 Franken, sprich 7200 Franken, und eine Ersatzforderung von 5000 Franken. Der zweite Angeklagte soll - bedingt ausgesprochen - 270 Tagessätze à 10 Franken und eine Ersatzforderung von
Verteidigung fordert Freispruch
Der 27-Jährige, der heute noch als Profifussballer aktiv ist, bestreitet die Anschuldigungen. Im Detail wird ihm Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug bzw. versuchtem Betrug vorgeworfen. Der Anwalt forderte einen Freispruch.
Sein Klient habe sich zu keinem Zeitpunkt an einer Spielmanipulation beteiligt und sei auch gar nicht angefragt worden, sagte er in seinem Plädoyer. Auch der Verteidiger des zweiten Beschuldigten setzte auf Freispruch.
Sollte es doch zu einer Verurteilung kommen, halte er maximal eine bedingte Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu je 10 Franken für angemessen. Der 35-jährige Angeklagte gestand einen Teil der Vorwürfe ein. Er steht wegen Mittäterschaft und Gehilfenschaft bei gewerbsmässigem Betrug vor Gericht.
Zum Anwerber aufgestiegen
Der heutige Versicherungsvertreter gab am Donnerstag zu, von Manipulationsversuchen gewusst zu haben. Er hätte solche auch zugesagt. Auf dem Spielfeld habe er aber immer sein Bestes gegeben. Die Bundesanwaltschaft glaubte ihm nicht.
Sie hielt es für erwiesen, dass der Angeklagte bewusst Tore kassierte. Zudem soll er im Verlauf des Jahres innerhalb der Tätergruppe zu einem Vermittler und Anwerber aufgestiegen sein.
In der Verhandlung am Donnerstag ging es um fünf Spiele der Challenge League in 2009. Bei folgenden Begegnungen soll das Endergebnis künstlich herbeigeführt worden sein: FC-Gossau - FC Locarno (0:4) und FC Servette - FC Gossau (4:0) im Mai, FC Lugano - FC Gossau (7:0) im September und FC Gossau - FC Vaduz (1:4) im November.
Auch beim Spiel FC Locarno - FC Gossau (2:2) im August 2009 soll es Betrugsversuche gegeben haben. Allerdings erzielte die Manipulation gemäss BA nicht das gewünschte Resultat.
Die Urteilsverkündung ist für Dienstag vorgesehen. Am Montag müssen sich zwei weitere Personen wegen ähnlicher Vorwürfe vor dem Bundesstrafgericht verantworten. Unter ihnen ist ein ehemaliger Stürmer des FC Thun. Auch in ihren Fällen folgt das Urteil am Dienstag.
Drahtzieher in Deutschland verurteilt
Der internationale Wettskandal im Fussball flog im Jahr 2009 auf. Der Hauptbeschuldigte, ein Deutsch-Kroate, wurde im Mai 2011 wegen gewerbsmässigen Betrugs in Bochum zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.
Der Mann und zwei Mittäter hatten gestanden, Spiele in sechs Ländern manipuliert zu haben. In der Schweiz sollen gemäss BA 28 Spiele betroffen gewesen sein.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















Strafmass lächerlich -BA wieder einmal v
Was hat sich die Bundesanwaltschaft beim Strafmass gedacht: 12500 CHF Strafe, hingegen 30000 CHF aus dem Betrug erhalten (nicht "verdient"). Das animiert zum Nachahmen!
Bedingt
Bedingte Strafen sind einfach nur laecherlich
Glauben
Wer es glaubt wird seelig, nur den Glauben fehlt!