Gewalt statt Fussball

26. November 2012 17:29; Akt: 26.11.2012 17:29 Print

Wenn Fussball zur Nebensache wird

Unschöne Szenen am vergangenen Wochenende in Deutschland und Österreich: HSV-Fans wüten in Düsseldorf, auf Schalke brennen die Ränge und in Innsbruck gibt es einen Spielabbruch.

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Vor, während oder nach diversen Bundesligaspielen in Deutschland sowie Österreich kam es am Wochenende zu unschönen Szenen. Während Anhänger des Hamburger Sportvereins und Schalke 04 mit Pyros, Prügeleien und Randalen für Negativschlagzeilen sorgten, waren es in Österreich wütendende Fans, die einen Linienrichter wiederholt mit Bechern bewarfen.

Den Anfang machten die Anhänger des Hamburger Sportvereins am Freitagabend beim Gastspiel in Düsseldorf. Schon bei der Hinreise wurde ein Fanbus gefilzt und mehrere HSV-Fans mit Böller und Schlagringen nach Hause geschickt. Im Stadion ging es weiter: Vor dem Anpfiff brannten die Gästefans Pyros ab. Dabei zündeten sie – unabsichtlich – ein riesiges HSV-Transparent an. Die Feuerwehr musste eingreifen. Drei Anhänger verbrannten sich dabei leicht. Auch flogen Brennkörper von den Rängen.

HSV-Profis mitten in der Nacht aus dem Bett gescheucht

Nach dem Spiel, welches der HSV beim Aufsteiger 0:2 verlor, ging es weiter. In der Innenstadt lieferten sich rund 300 betrunkene und gewaltbereite Fans beider Vereine Prügeleien und attackierten Polizisten. Auch die HSV-Profis wurden von ihren wütenden Fans nicht verschont. Im Mannschaftshotel lösten vier Anhänger der Norddeutschen Feueralarm aus. Sämtliche Gäste mussten am Samstagmorgen um fünf Uhr das Hilton-Hotel verlassen. Dabei verschanzten sich die Übeltäter in einem Zimmer und randalierten da weiter. Kurze Zeit später wurden die betrunkenen Fans verhaftet und in eine Ausnüchterungszelle überführt.

Wenige Stunden später und rund 50 Kilometer weiter nördlich ging es im selben Stil weiter: Kurz vor dem Anpfiff der zweiten Hälfte zwischen Schalke und Eintracht Frankfurt zündeten rund 60 Schalke-Fans bengalische Fackeln. Die Abdeckung eines Tribünenausgangs geriet dabei in Brand. Der Wiederanpfiff verzögerte sich um einigen Minuten. Doch der modernen Technik sei Dank: Nach dem Abpfiff nahmen zahlreiche Beamte die Anhänger vor der Schalker Arena in Empfang. Dies aufgrund 72 installierter Videokameras im Stadion. Die Pyros wurden von einer Gruppierung Ultras abgebrannt und vom Grossteil der restlichen Schalke-Fans noch während dem Spiel mit Sprechchören scharf kritisiert.

Spielabbruch in Österreich

Auch in Österreich gab es Ausschreitungen während einer Partie. Dort waren es keine Pyros, sondern gezielte Attacken auf den Linienrichter, die gar einen Spielabbruch zur Folge hatten. In der Nachspielzeit beim Spiel zwischen Innsbruck und Sturm Graz warfen Innsbruck-Fans zahlreiche Becher auf den Unparteiischen. Dies, nachdem unmittelbar zuvor das 0:1 aus der Sicht der Hausherren fiel. Ob das Ergebnis bei Spielabbruch gewertet wird oder Innsbruck 0:3 verliert, ist unklar. Klar ist wohl eine saftige Geldstrafe.

Bundesliga-Vereine sind gegen das Sicherheitskonzept

Die Deutsche Fussball Liga (DFL) steht unter Druck. Mit einem Sicherheitspaket und radikalen Strafen soll der Profi-Fussball in Deutschland zur Ruhe kommen. Der Liga-Verband hat daher einen Massnahmenkatalog ausgearbeitet und die 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga hatten bis am 22. November Zeit, Änderungsvorschläge einzureichen. Am 12. Dezember 2012 wird an der Vollversammlung der DFL darüber abgestimmt.

Das Problem: Im Papier soll es mehrere Massnahmen geben, die in Fankreisen für Empörung gesorgt haben – etwa die «Errichtung von Containern» für eine «angemessene Körperkontrolle» vor den Stadien oder die Einführung eines Fankodexes, was ein striktes Verbot von Pyrotechnik einschliesst. Eine Mehrzahl an Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga haben daher schon jetzt beschlossen, das Papier abzulehnen.

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AllesImGriff am 26.11.2012 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War ja klar

    So so und da soll mal einer sagen, dass in deutschen Stadien alles in Ordnung ist!!

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  • dominik am 26.11.2012 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chaoten 

    die nehmen einem die ganze freude am fussball...

  • Daniel Heiliger am 26.11.2012 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bin verwirrt

    Unsere Politiker betonen doch immer wieder, dass es nur bei uns in der Schweiz so schlimm sei? Und jetzt sowas...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Rage am 27.11.2012 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdig

    Während in der Bundesliga das Abbrennen von Bengalos zur Randale wird, ist das gleiche in der 5. Rumänischen Liga eine "Pyro-Show der Superlative"... Es kommt halt doch immer darauf an, was die Zeitung draus macht

  • 1893 am 26.11.2012 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr politiker verursacht die probleme!!

    da siet man wo unser neues konkordat hinfüren wird. mehr verbote und bevormundung ergibt einen noch stärkeren wiederstand in immer heftigerem ausmass. und dazu kommt dann irgend wann auch noch der unmut des zu unrecht bestraften normalo fan. denn auch dieser lässt sich nicht alles (ver)bieten. pro fankultur mit pyro und allem was dazu gehört!!!!!!

  • Daniel niederl am 26.11.2012 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pyro

    Ohne Pyro macht dass kein Spass ich find dass gehört zum Fussball!!!

  • raffi am 26.11.2012 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns nicht anders

    Was war bei uns los? Die NZZ berichtete am Sonntag Abend über die Gewalt in St. Gallen. Dies weil drei Fans des FCL mit Pyros erwischt wurden. Zwei wurden dem Schnellrichter vorgeführt inhaftiert. Der dritte war minderjährig. Knapp zwei Stunden hielten etwa 50-100 Fans die Polizei und die SBB mit Sitzblokaden auf Kreuzungen und den Gleisen. Dies mit dem Ziel ihre Kameraden freizupressen. Bei der Durchfahrt aller Züge auf dem Nebengleis musste mit grossen Tränengas- und Gummischroteinsatz das Gleisfeld geräumt werden. Solche Vorfälle werden bei und möglichst klein gehalten.

  • Peter Bollinger am 26.11.2012 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten am Fussballmatch

    Und warum muss der Steuerzahler bei jedem Match 100-schaften von Polizei bezahlen?

    • Kritiker am 27.11.2012 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Armee

      Weil man mit Steuergeldern nicht nur sinnvole Sachen finanziert: Armee.

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