Knall bei GC
09. Februar 2010 23:40; Akt: 09.02.2010 23:40 Print
Berbig weg – Linsi neuer Präsident
von Sandro Compagno - Roger Berbig (56) ist per sofort nicht mehr im Verwaltungsrat der Neuen Grasshopper Fussball AG. CEO Urs Linsi übernimmt auch das Präsidium.
Als Roger Berbig im Frühsommer 2007 GC-Präsident wurde, kehrte die Hoffnung zurück auf den Campus in Niederhasli. Der Chirurg, der von 1972 bis 1984 zwischen den GC-Pfosten gestanden hatte, war das Gesicht des alten, erfolgreichen GC. Gemeinsam mit Erich Vogel und Heinz Spross sollte Berbig als Galionsfigur den GC wieder in bessere Zeiten führen.
CEO Urs Linsi (links) übernimmt auch das Präsidium bei den Grasshoppers – Roger Berbig tritt per sofort ab. (Keystone)
Die Operation misslang, auch weil Berbig aufgrund seiner beruflichen Belastung schlicht die Zeit fehlte. Zum sportlichen Stillstand kamen finanzielle Probleme, dazu der Imageschaden mit dem betrügerischen «Millionen-Investor» Volker Eckel. Im Herbst wurde schliesslich bekannt, dass sich das Defizit in der aktuellen Saison auf 10 Millionen Franken belaufe, 4,5 Millionen mehr als ursprünglich angenommen. Der Mediziner Berbig fand kein Rezept gegen das chronische Malaise.
Seine Demission kommt nicht überraschend, hatte er doch stets betont, sein Amt abzugeben, sobald sich eine bessere Lösung finde. Die «GC-Hausbank» Heinz Spross bleibt im Verwaltungsrat. Urs Linsi betonte gestern, er habe das Amt nicht gesucht. «Es ist ein Vertrauensbeweis und zeigt, dass meine bisherige Arbeit nicht so schlecht war.» Dem ehemaligen Fifa-Generalsekretär ist es in einem ersten Schritt gelungen, den Spielbetrieb zu sichern. Jetzt arbeitet er mit Hochdruck an der langfristigen Finanzierung des GC. Am 23. Februar erteilt die Swiss Football League die Lizenzen für die neue Saison. Dann will der ehemalige Nobelklub keine Peinlichkeiten erleben.

