Gemobbt und bedroht

31. Oktober 2011 12:48; Akt: 31.10.2011 16:15 Print

Hope Solo ist wieder «solo»

Es geht nicht um das Privatleben der US-Keeperin, denn die 30-Jährige steht neuerdings ohne Verein da. Schuld daran ist der Besitzer und Trainer ihres bisherigen Arbeitgebers magicJack.

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MagicJack, das Team der bekannten Spielerinnen Hope Solo und Abby Wambach, beides Nationalspielerinnen der USA, wurde aufgelöst. Die WPS (Women's Professional Soccer League) liess in einer offiziellen Erklärung verlauten, dass sie sich nach sorgfältiger Abwägung dazu entschlossen habe.

Während der Saison 2010 geriet Washington Freedom, so hiess die Mannschaft früher, in finanzielle Schwierigkeiten. Als dem Verein aus Washington D.C. das Geld ausging, übernahm Dan Borislow. Der neue Klubbesitzer benannte das Team um. Mit magicJack ist ein kleines Gerät mit USB-Anschluss gemeint, das man an seinen Computer anschliessen und so über das Computernetzwerk telefonieren kann. Borislow ist der Erfinder dieses Gerätes.

Er mobbte und und bedrohte die Spielerinnen

Der Unternehmer zahlte den Spielerinnen höhere Gehälter als die übrigen Vereine (was ja nicht negativ für die Sportlerinnen ist), aber dafür mussten sie sich auch deutlich mehr gefallen lassen. Borislow ist nicht nur der Besitzer der Mannschaft, er war auch ihr Trainer. Zwischen dem Eigentümer und der Liga hatte es während der noch jungen Zusammenarbeit immer wieder Probleme gegeben. Borislow missachtete zahlreiche Regeln der Profiliga und wurde dafür bereits im Mai diesen Jahres verwarnt. Zudem fiel er im Umgang mit seinen Spielerinnen negativ auf. Laut der «Washington Post» hat die Spielergewerkschaft vergangenen Juli von Fällen berichtet, bei welchen Borislow einige Spielerinnen gemobbt und sogar bedroht haben soll.

Einige E-Mails wurden der «Washington Post» zugespielt. Darin hiess es unter anderem nach einer 0:3 Niederlage gegen den späteren Meister Western New York Flash: «Du hast keine Ahnung, wie du noch besser werden kannst, aber ich sage dir, es gibt nur ein paar Möglichkeiten. Spiele mit den Besten und benimm dich wie sie auf und ausserhalb des Platzes. Wenn du das nicht tust, dann bist du eine Niete und wirst in ein paar Jahren in einer Kneipenmannschaft spielen, nach dem Spiel Bier trinken und in einer lokalen Kneipe furzen und den Leuten erzählen, wie gut du warst, als du 26 gewesen bist.»

Borislow fehlt es an der Trainerlizenz

Borislow sagte gegenüber der «Washington Post», dass er diese nicht an seine Spielerinnen verschickt habe. Die WPS scheint genug vom 50-jährigen Multimillionärs zu haben. Am vergangenen Donnerstag wurde dem Klubbesitzer die Rote Karte gezeigt. Was noch dazu kommt: Dem Millionär fehlte es an der nötigen Trainerlizenz. Die Spielergewerkschaft hatte die WPS darauf aufmerksam gemacht und gefordert, dass er keine Spiele mehr coachen dürfe.

«MagicJack» ist nicht der erste Klub, der aufgelöst wurde. Nach den Chicago Red Stars, FC Gold Pride, Los Angeles Sol und St. Louis Athletica ist dies bloss ein weiteres Team, welches nicht mehr innerhalb der US-Profiliga WPS spielen darf. Die Liga, die stets wachsen sollte, ist in ihrer dritten Saison immer noch relativ klein.

Profiliga mit fünf Teams

Im ersten und zweiten Jahr hatte man noch viele Ausländerinnen angeworben. Die mehrfache Weltfussballerin Marta wurde zum Flaggschiff des neuen Versuchs, den Fauen-Profifussball in den USA aufzubauen. Die Zuschauerzahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, die Verluste waren weitaus grösser als angenommen. Investoren zogen sich zurück und wollten nicht noch mehr Geld verlieren. Nach dem Ausschluss von «magicJack» sind nun gerade einmal noch fünf Teams in der Profiliga mit dabei.

(als)

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