WM-Qualifikation

07. Oktober 2017 23:06; Akt: 08.10.2017 09:50 Print

5:2-Gala – die Nati ist bereit für Portugal

von E. Tedesco, Basel - Nach dem 5:2 gegen Ungarn ist es Tatsache: Am Dienstag kommt es zum grossen Showdown zwischen der Schweiz und Europameister Portugal.

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Nach 90 Minuten musste sich die Schweiz Portugal mit 0:2 geschlagen geben. Es ist das einzige Gruppenspiel, welches die Nati nicht für sich entscheiden konnte. Portugal gab gleich zu Beginn der Partie den Ton an und machte Druck auf das Tor von Sommer. Die Schweiz tat alles, um dagegenzuhalten. Dies gelang auch – bis kurz vor der Pause. Denn in der 41. Minute stolperte Djourou den Ball am eigenen Keeper vorbei ins Tor zur Führung für den Europameister. In der 57. Minute erhöhte dann noch André Silva zum 2:0-Schlussstand. Damit muss die Schweiz den Weg für Russland 2018 über die Barrage nehmen. Trainer Vladimir Petkovic und seine Mannen beim Abschlusstraining in Lissabon im Estádio da Luz. Obwohl ein Unentschieden reichen würde, will man natürlich nicht auf Remis spielen. Ein Sieg soll her. Ein wunderbarer Blick ins Stadion. Petkovic, Lichtsteiner und Dzemaili standen an der Pressekonferenz Rede und Antwort – allerdings für nur gerade knappe zehn Minuten. Verteidiger Pepe erscheint im Vorfeld des Qualifikationsspiels gegen die Schweiz an der Pressekonferenz. Vor allem aber spricht sein Coach Fernando Santos. Von einem Final wollte der Coach der Einheimischen nichts wissen: «Das ist Geschwätz. In Frankreich hatten wir ein Endspiel, jetzt stehen sich zwei Teams gegenüber, die eine Endrunde erreichen können. Nur eine Mannschaft muss gewinnen, um das Ziel zu erreichen.» Der Superstar präsentiert sich am Tag vor dem Showdown ebenfalls gelassen: Cristiano Ronaldo betritt in der Nähe von Lissabon den Trainingsplatz. Der Real-Stürmer und sein Lieblingsspielzeug. Die Stimmung ist locker, das Wetter prächtig. Betet der Superstar für ein Tor im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz? Fakt ist: Der Europameister braucht mindestens ein Tor, um sich direkt für die WM 2018 zu qualifizieren. Die Nati ist sicher und heil in Lissabon angekommen, die Stimmung ist weiterhin sehr gut. Chef Vladimir Petkovic scheint hingegen etwas angespannt zu sein. Natürlich erfüllen die Spieler auch in der portugiesischen Hauptstadt die Wünsche der Nati-Fans. Dann geht es mit dem Bus und einer Polizei-Eskorte ins Hotel der Schweizer. Am späteren Sonntagnachmittag reist die Nati nach Portugal. Am Euroairport Basel machen sich die Spieler auf zum Flugzeug. Xherdan Shaqiri ist voll konzentriert. Ricardo Rodriguez hingegen scheint voll relaxt. Nach dem souveränen 5:2-Sieg gegen Ungarn absolviert die Nati am Tag danach ein lockeres Training im St.-Jakob-Park. Vor leeren Rängen ist das natürlich weniger attraktiv, gehört aber zum Business dazu. Geschafft! Die Schweizer Nati gewinnt auch das neunte Spiel in der WM-Qualifikation für 2018. Ungarn hat nicht den Hauch einer Chance. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic feiert in Basel einen 5:2-Sieg. Fünfmal durften die Fans im St.-Jakob-Park jubeln. Steven Zuber trifft zweimal, Granit Xhaka, Fabian Frei und Stephan Lichtsteiner je einmal. Die Freude bei den Fans ist riesig. Am Dienstag wird wieder mitgefiebert, wenn die Nati in Portugal zu Gast ist. Trainer Vladimir Petkovic herzt nach der Partie Xherdan Shaqiri. Die Nati reist am Freitag nach Basel. Der Einheimische Xherdan Shaqiri schreibt dazu auf Instagram: «Es ist immer ein spezielles Gefühl, zuhause in Basel zu spielen.» Granit Xhaka ist derzeit voll konzentriert, wie er ebenfalls auf Instagram mitteilt. Petkovic hat im St.-Jakob-Park seine Jungs um sich herum versammelt. Der Chef nimmt sich nicht aus, sondern macht aktiv mit: Vladimir Petkovic zeigt vor, was die Spieler zu tun haben. «Jawohl, Chef, ich habe verstanden», scheint Xherdan Shaqiri zu signalisieren. Ricardo Rodriguez scheints beinahe die Hosen auszuziehen. Volle Konzentration auch bei La-Coruña-Söldner Fabian Schär. Was für ein Grössenunterschied zwischen Xherdan Shaqiri und Eren Derdiyok. Am Mittwoch absolviert die Nati öffentlich auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach ein weiteres Training. Bitte nehmen Sie Platz, Herr Sommer! So trainiert es sich doch gleich etwas bequemer. Die Fans kommen in Massen nach Freienbach, um ihre Lieblinge live zu Gesicht zu bekommen. Mario Gavranovic ist nach drei Jahren zurück in der Nati. Der Stürmer sagt, dass sich das Team stark verändert habe. Keine Spur von Anspannung vor den letzten zwei Partien der WM-Quali: Granit Xhaka strahlt vor den Medien viel Selbstvertrauen aus und geniesst die Aufmerksamkeit. Xherdan Shaqiri tut es ihm gleich und zeigt, wie gut die Stimmung im Team derzeit ist. Im Training sind Captain Stephan Lichtsteiner und Manuel Akanji mit vollem Engagement dabei. Ebenfalls zurück im roten Trainer: Breel Embolo, der nach seinem Beinbruch wieder zum Aufgebot gehört. Granit Xhaka (l.) rückt mit Breel Embolo im Schlepptau in Feusisberg ein. Xherdan Shaqiri im Fokus der Medien. Yann Sommer strahlt bei der Ankunft. Yvon Mvogo wurde nachnominiert, da sich Roman Bürki einer Zahnoperation unterziehen muss und fehlt. Milan-Söldner Ricardo Rodriguez. Denis Zakaria trotzt den kühlen Temperaturen. Admir Mehmedi ist gut gelaunt. François Moubandje mit Militärjacke. Michael Lang posiert mit einem Fan. Fabian Schär.

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«Das wird ein geiles Spiel», sagte Granit Xhaka nach der 5:2-Gala gegen Ungarn, «für solche Spiele leben wir.» Der Regisseur meinte natürlich das letzte Gruppenspiel vom Dienstag gegen Portugal in Lissabon. Dann kommt es zum grossen Finale um den Gruppensieg und die direkte Qualifikation für die WM 2018.

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Ein «geiles» Spiel lieferten die Schweizer gegen Ungarn ab. Die Equipe von Trainer Vladimir Petkovic machte mit den Gästen kurzen Prozess und holte den neunten Sieg im neunten Qualifikationsspiel. Die Schweizer zeigten eine imposante erste Halbzeit im St. Jakob-Park und führten nach 45 Minuten bereits 3:0.

Eine Slapstick-Einlage von Ungarn-Keeper Peter Gulacsi eröffnete den Schweizer Torreigen. Granit Xhaka reagierte in der 18. Minute blitzschnell. Der Mittelfeldspieler reagierte auf eine an sich harmlose Rückgabe des ungarischen Verteidigers Guzmics und bedrängte Keeper Gulacsi. Dieser rutschte im dümmsten Moment aus.

(Video: SRF)

Nicht einmal eineinhalb Zeiger-Umdrehungen später erhöhte Fabian Frei – er ersetzte den gelb-gefährdeten Blerim Dzemaili – nach einer Vorlage von Steven Zuber auf 2:0. Vor dem Pausenpfiff traf Zuber (43.) dann selbst zum 3:0.

Behrami auf der Tribüne

Das Joggeli verwandelte sich in ein Tollhaus. 32'000 Fans jubelten, sangen und feuerten die Nati an. «Es war die perfekte Halbzeit», sagte Valon Behrami im Pausen-Interview mit SRF. Der Patron und Leader fehlte verletzungsbedingt, wollte sein Team aber vor Ort unterstützen. Auch Gelson Fernandes – ebenfalls verletzt – drückte im Stadion die Daumen.

Behrami war bereits am Morgen im Mannschaftshotel eingetroffen. Weil «wir ein echtes Team sind», sagte der Tessiner. «Wenn es immer so gut läuft, bleibe ich auch in Zukunft auf der Tribüne», sagte er lachend. «Ich wollte das Team spüren und helfen – aber heute brauchte es mich überhaupt nicht», so der 76-fache Nationalspieler.

Zuber erfolgreichster Backup

Es hat ihn (zumindest) am Samstagabend nicht gebraucht. Remo Freuler ersetzte den Routinier souverän, wie auch Frei ein sehr guter Stellvertreter für Dzemaili war. Der erfolgreichste Backup war aber Zuber. Der Hoffenheim-Söldner liess seinem ersten Länderspieltreffer nach der Pause gleich noch einen zweiten folgen.

In der 49. Minute versenkte er eine Vorlage von Haris Seferovic zum 4:0 – allerdings mit gütiger Mithilfe – von, jawohl, Peter Gulacsi. Der ungarische Keeper erwischte einen rabenschwarzen Tag. Der Schlussmann von RB Leipzig wusste es, vergrub sein Gesicht tief in seinen Handschuhen.

Das 5:1 besorgte kurz vor Schluss der Captain persönlich. Xherdan Shaqiri, einer der auffälligsten Schweizer, legte auf. Stephan Lichtsteiner markierte sein drittes Tor in der laufenden WM-Qualifikation eiskalt.

Kleiner Wermutstropfen

Der kleine Wermutstropfen des überragenden Schweizer Auftritts: 598 Minuten war Yann Sommer in der Qualifikation ohne Gegentor geblieben. Richard Guzmics (58.) beendete den Shutout des Schweizer Nationalkeepers mit dem 4:1. Der zweite ungarische Treffer war ärgerlich, weil er unnötig war. Roland Ugrai traf zum 5:2-Schlussresultat.

Die Schweizer holten sich in brillanter Manier Schwung für den Showdown am Dienstag in Lissabon. Die portugiesischen Beobachter auf der Tribüne dürfte sich ihre Gedanken gemacht haben.

Weil auch Portugal in Andorra gewann, bleibt es dabei: Am Dienstag wird aus der Qualifikation ein Krimi. Die Schweiz duelliert sich in Lissabon mit Portugal um den Gruppensieg. Im Minimum reicht der Mannschaft von Vladimir Petkovic ein Remis. Die Gala gegen Ungarn gibt der Schweiz Schwung für einen Sieg mit.

Schweiz - Ungarn 5:2 (3:0)
St.-Jakob-Park, Basel. - 32'018 Zuschauer. - SR Tagliavento (ITA).
Tore: 18. Xhaka 1:0. 20. Frei (Zuber) 2:0. 43. Zuber (Shaqiri) 3:0. 49. Zuber (Seferovic) 4:0. 58. Guzmics 4:1. 83. Lichtsteiner (Shaqiri) 5:1. 88. Ugrai 5:2.
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Djourou, Moubandje; Freuler (85. Derdiyok), Xhaka; Shaqiri, Frei (73. Zakaria), Zuber; Seferovic (63. Embolo).
Ungarn: Gulacsi; Bese (32. Lang), Guzmics, Kadar, Korhut; Patkai, Elek (56. Markvart); Lovrencsics, Adam Nagy, Varga (69. Sallai); Ugrai.
Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Gelson Fernandes und Edimilson Fernandes (alle verletzt), Ungarn ohne Dzsudzsak und Fiola (beide gesperrt) sowie Gera und Szalai (beide verletzt).
Verwarnungen: 35. Ugrai (Foul). 44. Elek (Foul). (sda)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Borisaw am 08.10.2017 02:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Wo sind eigentlich die Kritiker von Herrn Petkovic hin^^ Das der Europameister die Komplette Elite Mobilisiert für das letzte Q-Spiel, ist ein Beweis dafür wie stark sich die Schweizer Nationalmannschaft entwickelt hat. Ich denke egal wer am Dienstag gewinnt, beide werden bei der WM dabei sein, zu gut waren die Spiele der Portugiesen und Schweizern im Verhältnis anderer Nationen bei dieser WM-Quali.

  • Piri am 07.10.2017 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Leistung

    Gratuliere, war eine super Leistung. Nur Sommer macht mir Sorgen. Hoffe er steigert sich gegen Portugal.

  • Würmchen am 08.10.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zirkus

    Ich hasse immer diese Höhenflüge. Wenn die Mannschaft dann mal verliert ou ou.. dann kommen sofort die Hymne Kritiker.. so ein Zirkus!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mitch am 08.10.2017 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt

    Wo sind jetzt die ewigen Djourou Kritiker? Der Mann hatte früher einige Böcke aber in dieser Wm Kampagne war er tadellos.

  • saure Kirsche am 08.10.2017 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    überbewertete Nati

    Ungarn ist auch kein grosser Gegner. Alle Mannschaften in der Schweizer Gruppe waren äusserst schwach - mit Ausnahme von Portugal. Die Siegesserie der Schweiz ist eine Siegesserie gegen Fussballzwerge und sagt nichts über die Qualität der Schweizer Mannschaft aus! Ich glaube nicht, dass die Schweiz sich qualifizieren wird. Die schweiz wird am Dienstag und dann in der Barrage einen richtigen Gegner haben und darum beide spiele verlieren

  • Hoodie am 08.10.2017 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Beste Startelf!!

    • Mitch am 08.10.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hoodie

      Rodriguez gehört klar in die Startelf. Sonst geb ich ihnen recht

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  • Tell am 08.10.2017 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    nun einfach ggn. Portugal nicht so nach-

    lassen wie bei den 2 Gegentoren ggn. Ungarn! so sollte es zur direkten Qualifikation reichen! (mit der selben Leistung wie ggn Ungarn...) Hopp Schwiiz ;)

    • Walter Portmann am 08.10.2017 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Torhüterfehler

      Beide Tore sind katastrophale Fehler von Sommer (es waren keine zwingenden Chancen). Evtl. Bürki oder Hitz in Portugal vorziehen !?

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  • BB am 08.10.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mannschaft

    Natürlich ist Portugal stärker einzustufen als die Schweiz !! Aber die Schweiz hat nicht nur einen Star (Ronaldo ) .... DIE SCHWEIZ HAT EINE MANNSCHAFT ... HOPP SCHWIIIIIZ !!!!

    • Walter Portmann am 08.10.2017 15:18 Report Diesen Beitrag melden

      Schweiz ist besser

      Wieso ist Portugal stärker einzustufen, wir haben auch alles Topspieler, die in Topclubs spielen ! Ausser Ronaldo ist ja keiner bekannt bei Portugal und keiner hat je grosse Stricke zerrissen.

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