Schöner als Panini-Bildli

09. April 2012 13:47; Akt: 10.04.2012 01:19 Print

Auf EM-Stickern geht Schweizer Nati badenAuf EM-Stickern geht Schweizer Nati baden

von Lukas Mäder - Bereits zum dritten Mal erscheinen die «Tschuttiheftli»-Bildli mit den künstlerisch gestalteten Fussballer-Portraits. Trotz ihres Scheiterns in der Quali sind auch die Schweizer mit dabei.

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Bei der Qualifikation hat es die Schweizer Nationalmannschaft nicht für die Europameisterschaft gereicht. Im Sammelheft sind sie trotzdem dabei. Am 1. Juli findet hier das Finalspiel statt: Stadion in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Immer ein Favorit: Deutschland reichte es vor vier Jahren nicht. Es unterlag 2008 im Final gegen Spanien 0:1. Gegen sie muss sich Deutschland bereits in der Gruppenphase beweisen: Portugal und die Niederlande sind ebenfalls in der Gruppe B. Kaum Chancen auf ein Weiterkommen hat die vierte Mannschaft in dieser Gruppe: Dänemark. In der Gruppe C treten der amtierende Europameister Spanien und Italien als Favoriten an. Der Torhüter Gianluigi Buffon gehört mit seinen 34 Jahren bereits zu den älteren Spielern. Ebenfalls in der Gruppe B sind Irland und Kroatien, wo mit Mladen Petric auch ein kroatisch-schweizerischer Doppelbürger mitspielt. Gehören immer noch zu den grossen Fussballnationen, auch wenn die Nationalmannschaften schon lange keinen Erfolg mehr hatten: England wurde noch nie Europameister und verpasste 2008 gar die Qualifikation für die Endrunde. Frankreich schied vor vier Jahren bereits in der Gruppenphase aus und wurde 2000 letztmals Europameister. Die Chancen für England und Frankreich stehen gut, über die Vorrunde hinauszukommen. Sie haben mit Schweden und der Ukraine keine herausragenden Fussballnationen als Gegner. Die Ukraine nimmt sogar erstmals teil - als Gastgeberland automatisch qualifiziert. Sie eröffnen am 8. Juni die Europameisterschaft in Warschau: Polen spielt gegen Griechenland. Zudem sind Tschechien und Russland in der Gruppe A, die damit zur unattraktivsten Gruppe wird. Der englische Schiedsrichter Howard Webb gehört zu den zwölf Unparteiischen, die die Uefa nominiert hat.

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Die Expansion des alternativen Sammelhefts geht weiter: Zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine lanciert das «Tschuttiheftli» zum dritten Mal von Künstlern gestaltete Fussball-Sticker zum Tauschen und Sammeln. Erstmals vertreibt das Luzerner Fussballmagazin dabei die Bildchen auch an Verkaufsstellen in Deutschland - in Zusammenarbeit mit einer Hamburger Agentur und dem FC St. Pauli. Vor zwei Jahren konnte in Deutschland das WM-Heft online bezogen werden, wobei die Nachfrage nicht befriedigt werden konnte. Entsprechend höher fällt die aktuelle Auflage aus: Mit 6000 Sammelheften ist sie doppelt so hoch wie 2010. 2 Millionen Bildchen der insgesamt 310 Motive lässt das «Tschuttiheftli» bei jener italienischen Firma drucken, welche auch die Panini-Bilder herstellt.

Um den Schweizer Fussballfans den Schmerz über das Fehlen ihrer Nationalmannschaft zu lindern, hat sich das «Tschuttiheftli» eine nette Besonderheit ausgedacht. Die Schweizer Spieler sind im Album ebenfalls vertreten - allerdings zeigt der Künstler, wie sie in der Qualifikation absoffen. Zusätzlich gehören zum Rahmenprogramm Rubriken wie «Stars, die fehlen» oder «Spielerfrauen». Diese wurden von bisherigen Künstlern gestaltet, während für die Mannschaften bewusst nur neue Künstler zum Zuge kamen. Man wolle aufstrebenden Illustratoren und Künstlern eine Plattform bieten, heisst es beim «Tschuttiheftli».

Statt Honorar Hilfsprojekt unterstützen

Ein Honorar erhalten die insgesamt 35 Künstler nicht. Ebenso arbeiten die Organisatoren ehrenamtlich. Mit dem erhofften Gewinn wollen die «Tschuttiheftli»-Macher ihre normalen Ausgaben des Fussballmagazins subventionieren - oder die Finanzierung künftiger Sammelhefte sichern. Denn die inzwischen professionelle Herstellung kostet. Und da «Tschuttiheftli» keine Firma ist, muss der Verein sämtliche Produktionskosten im Voraus bezahlen. Dieses Jahr hat er dafür sein ganzes Vereinsvermögen investiert. Zudem geht wie bereits vor zwei Jahren ein Teil der Einnahmen - 0,5 Rappen pro Bild - an die Hilfsorganisation Viva con Aqua des früheren St.-Pauli-Spielers Benjamin Adrion.


Der Autor kennt die Macher des «Tschuttiheftlis» und hat beim Heft zu Fussball und Politik mitgearbeitet.

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