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Schöner als Panini-Bildli
09. April 2012 13:47; Akt: 10.04.2012 01:19 Print
Auf EM-Stickern geht Schweizer Nati baden
von Lukas Mäder - Bereits zum dritten Mal erscheinen die «Tschuttiheftli»-Bildli mit den künstlerisch gestalteten Fussballer-Portraits. Trotz ihres Scheiterns in der Quali sind auch die Schweizer mit dabei.
Die Expansion des alternativen Sammelhefts geht weiter: Zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine lanciert das «Tschuttiheftli» zum dritten Mal von Künstlern gestaltete Fussball-Sticker zum Tauschen und Sammeln. Erstmals vertreibt das Luzerner Fussballmagazin dabei die Bildchen auch an Verkaufsstellen in Deutschland - in Zusammenarbeit mit einer Hamburger Agentur und dem FC St. Pauli. Vor zwei Jahren konnte in Deutschland das WM-Heft online bezogen werden, wobei die Nachfrage nicht befriedigt werden konnte. Entsprechend höher fällt die aktuelle Auflage aus: Mit 6000 Sammelheften ist sie doppelt so hoch wie 2010. 2 Millionen Bildchen der insgesamt 310 Motive lässt das «Tschuttiheftli» bei jener italienischen Firma drucken, welche auch die Panini-Bilder herstellt.
Die Sammelbilder des «Tschuttiheftli» sind ab dem 14. April in mehreren Schweizer Städten im Verkauf. Online-Bestellungen sind bereits ab sofort möglich. Zudem veranstaltet das «Tschuttiheftli» am Freitag, 13. April, ab 21 Uhr im Treibhaus Luzern eine Releaseparty.Um den Schweizer Fussballfans den Schmerz über das Fehlen ihrer Nationalmannschaft zu lindern, hat sich das «Tschuttiheftli» eine nette Besonderheit ausgedacht. Die Schweizer Spieler sind im Album ebenfalls vertreten - allerdings zeigt der Künstler, wie sie in der Qualifikation absoffen. Zusätzlich gehören zum Rahmenprogramm Rubriken wie «Stars, die fehlen» oder «Spielerfrauen». Diese wurden von bisherigen Künstlern gestaltet, während für die Mannschaften bewusst nur neue Künstler zum Zuge kamen. Man wolle aufstrebenden Illustratoren und Künstlern eine Plattform bieten, heisst es beim «Tschuttiheftli».
Statt Honorar Hilfsprojekt unterstützen
Ein Honorar erhalten die insgesamt 35 Künstler nicht. Ebenso arbeiten die Organisatoren ehrenamtlich. Mit dem erhofften Gewinn wollen die «Tschuttiheftli»-Macher ihre normalen Ausgaben des Fussballmagazins subventionieren - oder die Finanzierung künftiger Sammelhefte sichern. Denn die inzwischen professionelle Herstellung kostet. Und da «Tschuttiheftli» keine Firma ist, muss der Verein sämtliche Produktionskosten im Voraus bezahlen. Dieses Jahr hat er dafür sein ganzes Vereinsvermögen investiert. Zudem geht wie bereits vor zwei Jahren ein Teil der Einnahmen - 0,5 Rappen pro Bild - an die Hilfsorganisation Viva con Aqua des früheren St.-Pauli-Spielers Benjamin Adrion.
Der Autor kennt die Macher des «Tschuttiheftlis» und hat beim Heft zu Fussball und Politik mitgearbeitet.

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