FC Luzern

03. Januar 2018 14:41; Akt: 04.01.2018 07:39 Print

Babbel wirft Ende Saison den Bettel hin

Der Trainer des FC Luzern erhebt schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer.

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Markus Babbel wird den FC Luzern Ende Saison verlassen. Dies kündigte der deutsche Trainer am ersten Tag der Vorbereitung auf die Rückrunde der Super League in einem Gespräch mit der «Luzerner Zeitung» an.

Babbel, dessen Vertrag mit dem aktuellen Tabellenneunten Ende Saison ausläuft, zieht mit seinem angekündigten Rückzug die Konsequenzen aus dem schwierigen Arbeitsumfeld beim FCL. «Für mich passt die Zusammenarbeit so nicht mehr, ich kann mich nicht verbiegen», sagte der 45-jährige Münchner. Auf Seiten des Clubs war für eine Stellungnahme zunächst niemand erreichbar.

Schlechte Stimmung

Wie die «Luzerner Zeitung» auf ihrem Online-Portal schreibt, gilt Babbels Kritik vor allem dem Geschäftsführer Marcel Kälin. Wegen des umstrittenen CEO hätten bereits mehr als ein Dutzend Mitarbeiter die Geschäftsstelle des Clubs verlassen, heisst es. Mit der fehlenden Harmonie im Club tat sich Babbel zusehends schwer. «Auch wir im Sport leiden unter der miesen Stimmung», sagte er.

Nach Ablauf des Herbstpensums in der Super League stand Babbels Job beim FCL zur Debatte. Der Club sprach sich schliesslich für eine Weiterbeschäftigung «bis mindestens Ende Saison» aus.

Akute Abstiegsgefahr

Babbel übernahm das Coaching in Luzern im Oktober 2014. Er ist damit der dienstälteste Trainer der Super League. Unter dem früheren Spieler von Bayern München erreichte die Mannschaft zwei fünfte und einen dritten Schlussrang. Ruhe herrschte im Umfeld trotz der ordentlichen Bilanz selten. Nach 19 Runden der laufenden Meisterschaft belegt Luzern den vorletzten Rang, drei Punkte vor dem FC Sion.

Als Spieler wurde Babbel 1996 mit Deutschland Europameister. Insgesamt lief er 51 Mal für sein Land auf. Seine früheren Stationen als Trainer waren die Bundesligisten Stuttgart, Hertha Berlin und Hoffenheim.

Rausch, Wechselberger, Babbel, Wolfisberg

Der Trainerstuhl des FC Luzern wurde in den letzten Jahrzehnten oft neu besetzt. Am längsten hielt sich der 2017 verstorbene Friedel Rausch. Der einzige Luzerner Meistertrainer war von 1985 bis 1992 in der Innerschweiz tätig. Die YB-Legende Ernst Wechselberger brachte es in Luzern auf eine Amtszeit (1964 bis 1969), die sich über sechs Kalenderjahre am Stück erstreckte. Hinter ihm folgen Markus Babbel (2014 bis 2018), der Deutsche Hermann Stennull (1951 bis 1955) und der Luzerner Übervater Paul Wolfisberg (1978 bis 1982). Der «Wolf» hätte seine Arbeit höchstwahrscheinlich weitergeführt. Aber er musste auf ein Doppelmandat verzichten, nachdem er 1981 als Nationalcoach gewählt worden war. 1975 und 1993 wirkte Wolfisberg beim FCL interimistisch.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna Maier am 03.01.2018 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO

    Recht hat er, diese Gurkentruppe ist dem Abstieg geweiht. Erbärmlich was der Möchtegerne Studhalter & Co. dort veranstalten nebst den dubiosen Geschäften.....lachhafter Verein!!

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  • Pizol am 03.01.2018 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzern ade

    Hut ab vor Babbel! Die Herren in der oberen Etage sollten sich ernsthaft hinterfragen. - FCSG machte es vor!!!

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  • kobra11 am 03.01.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke markus babbel

    danke markus babbel für die geduld und grosse arbeit. die obere etage des fcl tut gut daran, sich ernsthaft zu hinterfragen. ansonsten bleibt den fan's nur ein einziges mittel: zu hause bleiben usw...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter B. am 07.01.2018 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Markus Babbel

    Danke für die tollen Momente auf der Allmend (verwende das Wort der Sponsorenarena absichtlich nicht) War auch nicht immer alles toll aber dafür ehrlicher Fussball. Alles Gute Ihnen Herr Babbel

  • birrer beat am 04.01.2018 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lozärn

    Jch verstehe Markus Babbel vollkommem, was will er mit so Leuten die nichts von Fussball verstehen! Danke Markus

  • HB am 04.01.2018 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke Markus Babbel! Toller Profi beim FC Bayern als Spieler und beim FC Luzern als Trainer!

  • Peter Lehmann am 04.01.2018 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Trainer Babbel

    Endlich geht der Glücklose Trainer, bitte auch den Showman Hekuran Kryezin mitnehmen der nützt dem Klub keinen Deut!

  • murrli am 04.01.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    provozieren

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass Babbel einmal mehr seine Entlassung provozieren will.

    • Luzerner am 04.01.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Auf den Punkt gebracht....

      Genau so ist es! Zuerst gezielte Infos nach aussen platzieren, immer schön zum eigenen Vorteil! Und dann auf "so mag ich nicht mehr" machen....klar das neue Häuschen im heimischen Deutschland ist ja bald fertig gebaut, oder!? Herr Babbel sollte seinen Heimweg antreten, dann kehrt auch endlich wieder Ruhe ein!

    • Tomy Hillos am 04.01.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @murrli

      Es ist doch klar, dass ein Trainer, dem gekündigt wird, relativ gut dasteht. Noch besser bei Babbel, der mit seiner Kündigung dem FCL zuvorkommt. Und im Nachhinein möchte der FCL die vorzeitige Kündigung aussprechen. Ein Katz und Mausspiel. Babbel ist klar im Vorteil.

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